Der Gottsucher - Dalos, György

György Dalos 

Der Gottsucher

Roman. Aus d. Ungar. v. Autor u. Elsbeth Zylla

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Der Gottsucher

Der 15-jährige Gymnasiast Gabor gerät ins Fadenkreuz entgegensetzter Weltanschauungen. Er soll sich entscheiden zwischen Gott und der kommunistischen Doktrin. Zwei Lehrer versuchen, ihn auf den "rechten Weg" zu bringen, jeder auf seine Weise



Ungarn drei Jahre nach dem Volksaufstand 1956:
Angesichts eines besiegten und stumm gewordenen Volkes kämpfen die Kommunisten um jede jugendliche Seele, weil die Jugend "von der Ideologie des alten Regimes nicht mehr unmittelbar infiziert werden konnte".
Von einer solchen Seele erzählt der Roman von György Dalos. Durch Zufall wird der sensible 15-jährige Gymnasiast Gabor Kolosz, für viele Lehrer ein fragwürdiges Element und schlechter Schüler, durch seinen Solosopran auf einer Schulfeier zum Mittelpunkt des Gymnasiums und zum Streitobjekt des Lehrerkollegiums. Er, der auf der Suche nach Gott und der Wahheit ist, gerät aber auch ins Fadenkreuz völlig divergierender weltanschaulicher Interessen. Zwei Lehrer bemühen sich um ihn und versuchen, ihn auf "ihren rechten Weg" zu bringen.
Istvan Ludasi, der Schuldirektor, ist überzeugter Kommunist und setzt allesdaran, aus Gabor einen aufrechten Anhänger des Kommunismus zu schmieden. Sein Gegenspieler in der Schule ist Dr. Reszö Paulik, der aktenkundige Konterrevolutionär und bekennende Christ. Er ist bestrebt, dem Heranwachsenden den Weg zu Gott zu weisen.

Der Autor benutzt die Figur des Jungen als eine Art Mittelsmann, der die Argumente der politischen Gegenspieler jeweils in den Einzelgesprächen überbringt, wobei sich die Kontrahenten nicht im klaren sind, was durch ihren derart verdeckten Kampf in dem durch Gewissenskonflikte beherrschten Innenleben des Jugendlichen angerichtet wird.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • Seitenzahl: 171
  • Suhrkamp Taschenbücher
  • Deutsch
  • Abmessung: 176mm x 108mm x 10mm
  • Gewicht: 115g
  • ISBN-13: 9783518397510
  • ISBN-10: 3518397516
  • Best.Nr.: 09443258
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.10.1999

Die letzten Tage des Herrn
György Dalos über Tod und Teufel / Von Kristina Maidt-Zinke

Der liebe Gott persönlich, hatte György Dalos angekündigt, werde in seinem neuen Roman die Hauptrolle spielen. Vermutlich kann nur jemand, der in der jüdischen Tradition beheimatet ist, so gelassen darauf vertrauen, dass der Allmächtige den Spaß mitmacht. Bis zum Finale hat es überdies den Anschein, als müsse der Herr sich den Part des inkognito agierenden Drahtziehers mit seinem Widersacher teilen, der hier die Gestalt der kommunistischen Heilsbotschaft angenommen hat. Aber da es nichts Neues unter der Sonne gibt, wird auch diesmal offenbar, dass es sich bei den Kontrahenten um ein und denselben Darsteller in einer Doppelrolle handelt. Kein Wunder, dass Gott, wenn er sich endlich zeigt, sofort auf seine Terminprobleme hinweist: Er sei "sehr beschäftigt". Sein Auftritt, entsprechend kurz, ist gleichwohl das Aufregendste an dieser Geschichte, die dem Leser über weite Strecken geradezu mönchische Geduld abverlangt.

Als Dalos vor neun Jahren seinen Roman "Die Beschneidung" veröffentlichte, wurde von Kritikerseite der Wunsch laut, er möge das …

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György Dalos, geb. 1943 in Budapest in einer jüdischen Familie, gehörte zur demokratischen Opposition Ungarns und lebte in den achtziger Jahren nach Aufenthalten in Berlin in Wien und Budapest. György Dalos wurde vielfach in Deutschland und Ungarn ausgezeichnet und war bis 1999 der Direktor des ungarischen Kulturinstituts in Berlin und im selben Jahr literarischer Leiter des Ungarn-Schwerpunkts während der Frankfurter Buchmesse. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter 1995 der "Adelbert-von-Chamisso-Preis", 2000 die "Goldene Plakette der Republik Ungarn" und 2010 der "Preis der Leipziger Buchmesse für Europäische Verständigung".§György Dalos lebt als Autor in Berlin.

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