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Der Freund, der keiner war
Kriminalnovelle
Dtsch. v. Klaus Schomburg
- Einband: Kartoniert/Broschiert
- Broschiertes Buch
Produktinformation
- Verlag: Rowohlt Tb.
- 2008
- Ausstattung/Bilder: 2008. 92 S.
- Seitenzahl: 92
- rororo Taschenbücher Nr.24797
- Deutsch
- Abmessung: 19 cm
- Gewicht: 96g
- ISBN-13: 9783499247972
- ISBN-10: 3499247976
- Best.Nr.: 23845197
Leseprobe zu "Der Freund, der keiner war"
Produktbeschreibung zu "Der Freund, der keiner war"
Beschreibung
Der Bankierssohn Johan und sein Freund Henri wachsen zusammen im Rotterdam der dreißiger Jahre auf. Als die Nationalsozialisten die Niederlande besetzen, wird Henri zum Kollaborateur. Johan hingegen hält zu den jüdischen Freunden der Familie. Eines Tages kommt es zu einem Unglück mit tödlichem Ausgang, und Johan muss sich fragen, wie groß seine Schuld am Tod Henris ist.
Kundenbewertungen zu "Der Freund, der keiner war"
Bewertung von R.E.R. am 10.07.2010
Johann Halbertsma, ein reicher alter Bankier, lebt in New York. Als dort am 11. September 2001 die Zwillingstürme fallen, bricht die Erinnerung an eine andere brennende Stadt über ihn herein. Seine Geburtsstadt Rottderdam, die am 10. Mai 1940 ebenfalls in ein flammendes Inferno verwandelt wurde. Seine Erinnerungen werfen eine Frage auf. Ist er Schuld am Tot seines Adoptivbruders Henri? War es ein Unfall, Totschlag, unterlassene Hilfeleistung oder Mord? Johann begibt sich auf seine letzte Reise. Eine Reise zu den Ursprüngen seiner Erinnerung, nach Rotterdam.
Janwillem van der Wetering erzählt in seiner Novelle “Der Freund, der keiner war” die Geschichte zweier Jungen. Johann Halbertsma, der Sohn eines reichen Bankiers wird von Henri, dem mittellosen Spross verarmter Adliger vor ein paar Rowdys gerettet. Zum Dank nehmen die Halbertsmas den gleichaltrigen Jungen in die Familie auf, adoptieren ihn später. Die beiden Brüder adaptieren Nietzsches Idee sich über Gut und Böse zu erheben. Und halten sich fortan für zwei Supermänner, die alles tun können, womit sie davonkommen. Wobei Henri immer die Rolle des Führenden übernimmt und Johann folgt. Bis zu dem unheilvollen Abend am Ende des zweiten Weltkrieges am Rotterdamer Hafen.
Gut und Böse, Schuld und Unschuld. Recht und Unrecht. Supermänner und Unterprivilegierte. Große Begriffe die der Autor meiner Meinung nach zu leichtfertig behandelt. Der alte Johann ist sich nicht einmal sicher, ob er sich Schuld aufgeladen hat, als er den Bruder ertrinken ließ. Überhaupt sind die Gedanken des alten Mannes höchst fragwürdig. Wenn er sich an seine Kindheit erinnert, wird nicht deutlich für welche Seite er unterstützt. Die Nazis oder die Widerstandskämpfer des eigenen Landes. Sein Bruder Henri sieht alles ganz klar. Für ihn gibt es nur das eigene Recht. Hauptsache mir geht es gut, alle anderen sind mir egal. Johann übernimmt diese Einstellung. Richtet seine Handlungsweisen danach. Nachdem er direkter Augenzeuge der Anschläge des 11. Septembers wurde, sorgt er sich in erster Linie darum, wo man ihm nun eine erstklassige Seezunge serviert.
Fast ist man als Leser ein wenig abgestoßen von diesem selbstzufriedenen alten Mann. Am Ende ist die Frage ob er seinen Bruder getötet hat oder nicht gar nicht so wichtig. Schockierender ist das völlig belanglose Leben, das dieser alte Mann zurücklässt. Belanglos weil unreflektiert. Sinnentleert weil es keinen Sinn macht nur sich selber schadlos zu halten. Leblos weil es ihm nach dem Tod seines Bruder nicht mehr gelungen ist, in ein gelebtes Leben zurückzufinden. So leblos wie die Hauptfigur fühlt man sich nach der Lektüre dieses Buches.
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Autorenporträt zu "Janwillem van de Wetering"
Geboren am 12.02.1931 in Rotterdam als Sohn eines wohlhabenden
Gewürzkaufmanns.
1952-1957 lebte er in Südafrika, wo er Chemikalienhändler und
Immobilienmakler und Mitglied einer Motorradgang war. 1958
studierte er kurze Zeit Philosophie im City College of London und
schrieb im Fischerdorf St. Ives, Cornwall, einen ersten
"langatmigen und unlesbaren Roman" (van de Wetering). Im
selben Jahr ging er für 18 Monate in das zen-buddhistische Kloster
Daitoku-ji in Kyoto (Japan), wo er sich unter der Leitung des
Zen-Meisters Oda Sesso der Zen-Lehre und Meditation widmete. Ab
1960 arbeitete er wieder als Großhändler in Kolumbien und Peru,
später mit seiner zweiten Frau Juanita, die er in Kolumbien
kennengelernt hatte, in Australien. 1966 kehrte er nach Amsterdam
zurück, wo er die Firma seines Vaters übernahm., setzte seine
Zen-Studien fort und war eine bekannte Kontaktadresse für
Zen-Adepten. In seiner Freizeit arbeitete er sieben Jahre lang
abends und an den Wochenenden als Aushilfspolizist, wobei er die
Prüfungen zum Seargent und Lieutenant ablegte. In Amerika setzte er
bei dem bekannten Zen-Meister Walter Nowick und in Schottland bei
dem Tibeter Chögyam Trungpa …
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