Der Fremde in uns - Gruen, Arno

Arno Gruen 

Der Fremde in uns

Ausgezeichnet mit dem Geschwister-Scholl-Preis 2001

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Der Fremde in uns

Der Fremde in uns, das ist der uns eigene Teil, der uns abhanden kam und den wir zeit unseres Lebens, jeder auf seine Weise, wiederzufinden versuchen. Manche tun es, indem sie mit sich selbst ringen, andere, indem sie andere Lebewesen zerstören. Der Widerstreit zwischen diesen zwei Ausrichtungen des Lebens, die beide von derselben Problematik bestimmt sind, wird über die Zukunft unseres Menschseins entscheiden. Die Einsichten dieses Buches sind engstens verknüpft mit dem Leben und Leiden der Patienten, deren Eltern Nazi-Täter waren. Ihr Leben steht exemplarisch für die Suche nach dem Fremden in uns und der Aussöhnung mit ihm. Ihr Mut, sich mit diesem Schicksal auseinanderzusetzen, trug außerordentlich dazu bei, das Rätsel zu entschlüsseln, das im Weitergeben des eigenen Opferseins durch das Tätersein liegt. Ziel ist es, dazu beizutragen, die zerstörerischen Anteile wie panische Angst, rastlose Leidenschaft, blinden Hass, besonders den Hass auf Fremde, zurückzudrängen, bevor sie übermä chtig werden. Gruen macht Mut, den eigenen unbekannten Kontinent der Gefühle zu erforschen. Es gilt Einsichten zu gewinnen, die das eigene mitmenschliche Handeln leiten. Das Buch ermutigt, sich dafür täglich - privat und öffentlich - zu engagieren.


Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • 2002
  • Ausstattung/Bilder: 2002. 237 S.
  • Seitenzahl: 240
  • dtv Taschenbücher Bd.35161
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 126mm x 15mm
  • Gewicht: 203g
  • ISBN-13: 9783423351614
  • ISBN-10: 3423351616
  • Best.Nr.: 10884601
"Arno Gruen ist der erste Psychologe, der von Nietzsche geschätzt worden wäre." (Henry Miller)

"Arno Gruen gibt uns mit seinem Buch neue Anstöße zu erkennen, was war und was getan werden kann." Burkhard Hirsch in seiner Laudatio<br/><br/>"Ein schmales, aber gewichtiges Buch ..., ein politisches Buch ..., ungemein dicht und ohne Redundanz: jeder Satz ein Gedanke, und für keinen Gedanken ein Wort zuviel." Der Spiegel<br/><br/>"Ein neues, epochales Buch von Arno Gruen." Die Presse "Die beste sozialpsychologische Studie seit den Arbeiten von Erich Fromm." Aargauer Zeitung

» »Gruen will das zerstörerische Potential in uns, das das Eigene zum Fremden macht, als die eigentliche seelische Krankheit offenlegen.« Hans Neuhold, Zeitung für integrative Gestalt 12/2010 « Hans Neuhold, Zeitung für integrative Gestalt 12/2010 » « Hans Neuhold, Zeitung für integrative Gestalt 12/2010

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Mit einem kurzem Hinweis nimmt sich der Rezensent mit dem Kürzel "rox." des Buches an, dessen Inhalt er kurz skizziert. Der Autor analysiere die Wurzeln von Ausgrenzung und Gewalt, wobei er seine Thesen - besonders das Absprechen des Menschseins der Opfern durch die Täter - an den Naziverbrechen entwickele, sich diese aber auch auf den "Manager von heute" übertragen ließen, wie der Rezensent vermutet.

© Perlentaucher Medien GmbH
Arno Gruen, geboren 1923 in Berlin, emigrierte 1936 in die USA. Nach dem Studium der Psychologie Leitung ab 1954 die psychologische Abteilung der ersten therapeutischen Kinderklinik in Harlem. 1961 Promotion als Psychoanalytiker bei Theodor Riek. Es folgten Professuren in Neurologie und Psychologie. Seit 1958 Führung einer psychoanalytische Privatpraxis in Zürich, wo er seither lebt und praktiziert. Zahlreiche Veröffentlichungen mit Themenschwerpunkt: plötzlichen Kindstod, psychologische Ursachen für Gewalt und Fremdenhass, Voraussetzungen für Autoritätsgläubigkeit und Demokratie. Auszeichnung 2001 mit dem Geschwister-Scholl-Preis. 2010 wurde Arno Gruen mit dem Loviisa Peace Prize ausgezeichnet.

Leseprobe zu "Der Fremde in uns" von Arno Gruen

"Sie hatten sich zuvor noch nie gesehen. Sekula, ein Jugoslawe, wandert mit einem Moslem an einem Fluß entlang. Es ist heiß. Sie rasten, Sekula spielt mit seiner Pistole. Der Moslem fragt, ob sie geladen sei. Plötzlich wird Sekula bewusst, dass er seinen Begleiter töten muss. Er kann die Scham sonst nicht ertragen. Er drückt ab. Er tötet nicht aus Hass. Er tötet, weil er diesen Menschen nicht hassen kann."

Kundenbewertungen zu "Der Fremde in uns" von "Arno Gruen"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von daniela E. aus Karlsruhe am 06.08.2009 ***** ausgezeichnet
Dieses Buch von Dr. Gruen sehe ich wissenschaftlich sehr kritisch aufgrund folgender Sachverhalte:

auf sprachlicher Ebene:
- die Häufung von der Wortart Partikeln -> wahrhaftige Wissenschaft benötigt nicht diese kapitale Summe derselben
- Quantoren und Indefinitpronomen um Argumente aufzubauen -> das hat was vom Konditionieren
-Thesen die wiederum mit Thesen belegt werden ...siehe S.84 Hitlers Hass wurzelte in...So kommt auch das Selbstmitleid zustande, das von denen, die kein...
- starke Wertungen ....siehe S.82 Er war einfach ein guter Lügner. (Hitler) (Mein Kampf war zu Beginn der 30er Jahren im Buchhandel erhältlich und nicht unbeliebt.)
Verwendung des Modalverbs "muss" ...siehe S.70 ...bei Hitler muss es ... Soweit bekannt ist muss die Mutter.....der Mutter muss also...... (Argumentationsaufbau)

auf inhaltlicher Ebene:
- Vergleich mit Peer Gynt, um dann beide in die gleiche Schublade zu stecken...Vergl. S.75
- Historikerschelte S. 69
- Historikerstilisierung S. 80
- Situierung des Krieges in der Hochkultur (Krieg als Kulturleistung) Seite 64 (Organisierte Staatsform als Wiege des Krieges) Was sagt Montesquieu dazu?
- Hitler als "Vorläufer" dieser "Kultur" ...siehe Seite 64.....(Reduktion auf einen Schuldigen)

"Ein Bericht von der Banalität des Bösen" und "Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" und "Grundlagen einer Theorie der symbolischen Gewalt"
sind auch hilfreich zur These von Herr Dr. Gruen Taschenbuchs .

Wenn das Freibad in Selbstlügen (und deren nachziehende Projektion) seine Ursache in schlichter Unkenntnis hat und nicht im Charakter von mancher Frauen was dann?
Wenn die Morde von Winnennden aus schlichter Dummheit geschahen?
Wenn Krieg ein "Produkt" von Dummheit ist?
Auf Empathie, als Ersatz für Intelligenz zu setzen, die in der Schule als Methode allenfalls im Unterrichtseinstieg als Provokation (hochstilisiert) zum Tragen kommt ist merkwürdig. Es gibt kein Schulfach, dass ohne Moralisieren Moral lehrt, aber es wäre an der Zeit.

Daniela E.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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