Der falsche Freund - French, Nicci

Nicci French 

Der falsche Freund

Roman

Aus d. Engl. v. Birgit Moosmüller
Broschiertes Buch
 
2 Kundenbewertungen
***** ausgezeichnet
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Der falsche Freund

Eine kurze Liebesaffäre entwickelt sich zu einem mörderischen Alptraum: Mirandas neuer Freund schleicht sich in ihr Leben, verfolgt sie, bedrängt sie und verbündet sich mit ihrer Familie. Ihre Warnungen vor dem Psychopathen bleiben wirkungslos, denn alle halten Miranda für krankhaft eifersüchtig und hysterisch. Erst als ihr kaum noch Luft zum Atmen bleibt, schlägt sie mit dem Mut der Verzweiflung zurück.

"Achtung, Psycho-Schocker! Dieser Roman legt die Nerven blank. Grausam und verdammt gut.' BILD am Sonntag 'Lust auf einen echten Alptraum?' -- Cosmopolitan


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 383 S.
  • Seitenzahl: 384
  • Goldmann Taschenbücher Bd.46176
  • Deutsch
  • Abmessung: 185mm x 116mm x 35mm
  • Gewicht: 296g
  • ISBN-13: 9783442461769
  • ISBN-10: 3442461766
  • Best.Nr.: 20765161
kulturnews - RezensionBesprechung
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(c) bunkverlag

"Lust auf einen echten Alptraum?"

"Achtung, Psycho-Schocker! Dieser Roman legt die Nerven blank. Grausam und verdammt gut." BILD am Sonntag
Hinter dem Namen Nicci French verbirgt sich das Ehepaar Nicci Gerrard und Sean French. Seit langem sorgen sie mit ihren Spannungsromanen für Furore. Sie leben mit ihren Kindern in der Nähe von London.

Leseprobe zu "Der falsche Freund" von Nicci French

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Leseprobe zu "Der falsche Freund" von Nicci French

Ich träume neuerdings immer wieder den gleichen Traum, und jedes Mal kommt es mir vor, als wäre der Traum Realität. Ich bin wieder auf der Schlittschuhbahn, an jenem Nachmittag, als ich Brendan kennen lernte. Ich spüre die Kälte auf meinem Gesicht, ich höre das Kratzen der Kufen auf dem Eis, und dann sehe ich ihn. Er schaut mit diesem seltsamen, für ihn so typischen Blick zu mir herüber, als würde er mich zwar irgendwie wahrnehmen, gleichzeitig aber an etwas anderes denken. Mir fällt jedes Mal von neuem auf, dass er gut aussieht, wenn auch auf eine Art, die wahrscheinlich nicht jeden ansprechen würde: Sein Haar ist so glänzend schwarz wie das Gefieder eines Raben, sein Gesicht oval. Er hat ausgeprägte Wangenknochen und ein markantes Kinn. Seine Miene wirkt amüsiert, als hätte er einen Witz vor allen anderen begriffen. Das gefällt mir an ihm. Wieder sieht er mich an, diesmal genauer, und dann kommt er herüber, um hallo zu sagen. Und in meinem Traum denke ich: Gut. Ich bekomme eine zweite Chance. Es muss nicht passieren. Diesmal kann ich es beenden, bevor es überhaupt richtig angefangen hat.

Aber ich tue es nicht. Ich lächle über das, was er zu mir sagt, und antworte etwas. Was ich sage, weiß ich nicht, ich kann die Worte nicht hören, aber es muss etwas Lustiges sein, denn Brendan lacht und erwidert etwas, woraufhin ich ebenfalls lache. Und so geht es weiter, hin und her. Wir sind wie Schauspieler in einer schon lange laufenden Fernsehserie; wir können unseren Text im Schlaf, und ich weiß genau, was mit diesem Jungen und diesem Mädchen passieren wird. Sie kennen sich noch nicht, aber er ist ein Freund eines Freundes von ihr, weshalb es sie beide wundert, dass sie sich noch nicht über den Weg gelaufen sind. In diesem Traum, von dem ich gleichzeitig weiß und nicht weiß, dass es ein Traum ist, versuche ich mir selbst Einhalt zu gebieten. Eine Schlittschuhbahn ist ein guter Ort zum Kennenlernen, vor allem, wenn weder der Junge noch das Mädchen Schlittschuh laufen können. Das bedeutet nämlich, dass sie sich aneinander lehnen müssen, um sich gegenseitig zu stützen. Der Junge ist fast gezwungen, den Arm um das Mädchen zu legen, und als die beiden trotzdem auf dem Eis landen, helfen sie einander auf und lachen über ihr gemeinsames Missgeschick. Hinterher hilft der Junge dem Mädchen beim Ausziehen der Schlittschuhe, deren Schnürsenkel gefroren sind, und sie legt dabei ihren Fuß auf seinen Schoß, weil es auf diese Weise leichter geht. Als sich die Gruppe aufzulösen beginnt, ist es nur normal, dass er das Mädchen nach seiner Telefonnummer fragt.

Zu ihrer eigenen Überraschung zögert sie kurz. Es hat Spaß gemacht, aber kann sie so etwas im Moment überhaupt gebrauchen? Sie betrachtet den Jungen. Seine Augen glänzen von der Kälte, und er lächelt sie erwartungsvoll an. Da fällt es ihr leichter, ihm die Nummer zu geben, auch wenn ich schon die ganze Zeit schreie, dass sie es nicht tun soll. Aber es ist ein stummes Schreien, und das Mädchen bin ja sowieso ich, bloß dass sie noch nicht weiß, was passieren wird - ich aber schon.

Ich frage mich, wie es kommt, dass ich es bereits weiß. Ich weiß, sie werden zweimal miteinander ausgehen - auf einen Drink, ins Kino - und dann, auf ihrem Sofa, wird sie denken: Na ja, warum eigentlich nicht? Und deswegen denke ich, dass gerade mein Wissen um das, was passieren wird, bedeutet, dass ich nichts daran ändern kann, kein noch so kleines Detail. Ich weiß, dass sie noch zweimal miteinander schlafen werden. Oder dreimal? Immer in der Wohnung des Mädchens. Nach dem zweiten Mal entdeckt sie eine fremde Zahnbürste neben ihrer eigenen. Einen Moment lang ist sie ziemlich perplex. Darüber wird sie erst noch nachdenken müssen. Sie wird nicht viel Gelegenheit dazu haben, denn am nächsten Nachmittag wird ihr die Entscheidung abgenommen. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt - wenn das Mädchen nach Hause kommt und die Tür ihrer Wohnung öffnet - wache ich auf.

Nach Wochen grauen Nieselregens endlich wieder ein schöner Herbstnachmittag: ein leuchtend blauer Himmel, der erst jetzt gegen Abend ein wenig von seiner Intensität zu verlieren begann, dazu ein scharfer Wind, der bunte Blätter von den Bäumen wehte. Es war ein langer Tag gewesen, an dem ich die meiste Zeit auf einer Leiter gestanden und eine Zimmerdecke gestrichen hatte. Mein Nacken und mein rechter Arm schmerzten, mein ganzer Körper fühlte sich staubig und verspannt an. An den Handgelenken und im Haar hatte ich weiße Farbspritzer. Ich freute mich auf einen ruhigen Abend allein: ein heißes Bad, ein gemütliches Abendessen im Bademantel vor dem Fernseher. Käsetoast, dachte ich. Kaltes Bier.

Ich öffnete meine Wohnungstür und ging hinein, ließ meine Tasche auf den Boden fallen. In dem Moment sah ich ihn: Brendan saß auf dem Sofa, besser gesagt, er lag, ein Kissen unter den Füßen. Neben ihm auf dem Boden stand eine Tasse Tee, und er las etwas, das er zuklappte, als ich hereinkam.

"Miranda." Er schwang die Beine von der Couch und stand auf. "So früh habe ich dich gar nicht erwartet." Mit diesen Worten fasste er mich an den Schultern und küsste mich auf den Mund. "Möchtest du eine Tasse Tee? In der Kanne ist noch welcher. Du siehst ziemlich fertig aus."

Ich war ratlos, was ich ihn als Erstes fragen sollte. Er wusste doch kaum etwas über meine Arbeit. Was machte er sich da Gedanken, wann ich nach Hause kam? Aber vor allem, was hatte er in meiner Wohnung zu suchen? Er benahm sich, als wäre er bei mir eingezogen.

"Was machst du hier?"

"Ich habe mich selbst reingelassen", antwortete er. "Mit dem Schlüssel unter dem Blumentopf. Das ist doch in Ordnung, oder? Übrigens hast du Farbe im Haar."

Ich griff nach dem Buch, das auf dem Sofa lag. Ein altes Schulheft mit einem festen roten Einband. Die Farbe war verblasst, der Rücken zerschlissen. Eins von meinen alten Tagebüchern.

"Das ist persönlich", sagte ich. "Persönlich!"

"Ich konnte nicht widerstehen", erklärte er mit seinem spitzbübischen Lächeln.

Kundenbewertungen zu "Der falsche Freund" von "Nicci French"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von Yasmin aus Schweinfurt am 29.05.2007 ***** ausgezeichnet
Dieses Buch ist wirklich sehr gut und spannend geschrieben. Es nimmt einen bis zur letzten Seite mit. Dafür sollte man sich ruhig den ganzen Tag Zeit nehmen um es an einem Stück zu lesen!
Lohnt sich auf jeden Fall !!!!!!!!

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Bewertung von Monrose aus Schwabach am 20.12.2006 ***** ausgezeichnet
Ein wirklich spannender Psycho-Krimi. Am besten man schläft vor. Dieses Buch sollte man in einem Stück lesen!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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