Der erste Single - Zander, Hans C.

Hans C. Zander 

Der erste Single

Jesus, der Familienfeind

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Der erste Single

"Beherzt seziert Zander die Bemühungen der christlichen Kirchen, die Dreifaltigkeit oder Maria und Josef theologisch so umzudeuten, dass Ehe und Familie eben doch zu zentralen christlichen Werten wurden. Deshalb wird Zanders Buch manchen nicht gefallen, vor allem nicht dem Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner. Dessen Äußerung, dass nur ein Vater oder eine Mutter "Abbild des trinitarischen Gottes" sein könnten, attackiert Zander mit solcher Lust an satirischer Schärfe, dass er hier etwas weniger subtil ist als bei anderen ironischen Seitenhieben auf Theologen der Gegenwart. Aber Meisner dürfte das Buch ohnehin gar nicht lustig finden, während man es allen anderen nur wärmstens an Herz legen kann, als amüsante, eigenwillige und anregende Lektüre." -- DeutschlandRadio, Barbara Dobrick

Vorsicht: Satire!
- Das neue Buch vom Meister der religiösen Satire
Was ist nicht schon alles hineininterpretiert worden in den historischen Jesus! Eines aber hat noch keiner gewagt: Jesus als braven Familienvater darzustellen. Im Aufstand gegen die Familie haben auch ein Franz von Assisi oder ein Sören Kierkegaard zu ihrer christlichen Identität gefunden. Am deutlichsten drückt es Teresa von Avila aus: "Das Schrecklichste, was es gibt, ist die eigene Verwandtschaft." Wie aber passt das zu der von den Kirchen gepriesenen Lebensform der Familie?
Hans Conrad Zander untersucht ein in der Tat fragwürdiges Phänomen und präsentiert in seinem neuen Buch eine wahrhaft erlösende Nachricht für all jene, die heute als Singles leben: Archetypisch bietet die Single-Existenz die weitaus besten Voraussetzungen für ein religiöses Leben. Selbst wenn er an gar nichts glaubt, leistet der Single einen kostbaren Beitrag zur dringendsten christlichen Aufgabe unserer Zeit: Gottes Schöpfung zu bewahren vor der Zerstörung durch Übervölkerung.


Produktinformation

  • Abmessung: 208mm x 162mm x 23mm
  • Gewicht: 335g
  • ISBN-13: 9783579065311
  • ISBN-10: 3579065319
  • Best.Nr.: 29501234
"Beherzt seziert Zander die Bemühungen der christlichen Kirchen, die Dreifaltigkeit oder Maria und Josef theologisch so umzudeuten, dass Ehe und Familie eben doch zu zentralen christlichen Werten wurden. Deshalb wird Zanders Buch manchen nicht gefallen, vor allem nicht dem Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner. Dessen Äußerung, dass nur ein Vater oder eine Mutter 'Abbild des trinitarischen Gottes' sein könnten, attackiert Zander mit solcher Lust an satirischer Schärfe, dass er hier etwas weniger subtil ist als bei anderen ironischen Seitenhieben auf Theologen der Gegenwart. Aber Meisner dürfte das Buch ohnehin gar nicht lustig finden, während man es allen anderen nur wärmstens an Herz legen kann, als amüsante, eigenwillige und anregende Lektüre." (DeutschlandRadio, Barbara Dobrick)

"Beherzt seziert Zander die Bemühungen der christlichen Kirchen, die Dreifaltigkeit oder Maria und Josef theologisch so umzudeuten, dass Ehe und Familie eben doch zu zentralen christlichen Werten wurden. Deshalb wird Zanders Buch manchen nicht gefallen, vor allem nicht dem Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner. Dessen Äußerung, dass nur ein Vater oder eine Mutter "Abbild des trinitarischen Gottes" sein könnten, attackiert Zander mit solcher Lust an satirischer Schärfe, dass er hier etwas weniger subtil ist als bei anderen ironischen Seitenhieben auf Theologen der Gegenwart. Aber Meisner dürfte das Buch ohnehin gar nicht lustig finden, während man es allen anderen nur wärmstens an Herz legen kann, als amüsante, eigenwillige und anregende Lektüre."

"Beherzt seziert Zander die Bemühungen der christlichen Kirchen, die Dreifaltigkeit oder Maria und Josef theologisch so umzudeuten, dass Ehe und Familie eben doch zu zentralen christlichen Werten wurden. Deshalb wird Zanders Buch manchen nicht gefallen, vor allem nicht dem Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner. Dessen Äußerung, dass nur ein Vater oder eine Mutter "Abbild des trinitarischen Gottes" sein könnten, attackiert Zander mit solcher Lust an satirischer Schärfe, dass er hier etwas weniger subtil ist als bei anderen ironischen Seitenhieben auf Theologen der Gegenwart. Aber Meisner dürfte das Buch ohnehin gar nicht lustig finden, während man es allen anderen nur wärmstens an Herz legen kann, als amüsante, eigenwillige und anregende Lektüre."
Hans Conrad Zander lebt als Journalist und Schriftsteller in Köln. Ehemals Dominikaner, ist er einem großen Publikum als Reporter beim "Stern", Autor vieler "Zeitzeichen" im Rundfunk sowie durch sein satirisches "Wort zum Frühstück" im Fernsehen der ARD bekannt geworden. Er ist Träger des Egon-Erwin-Kisch-Preises.

Leseprobe zu "Der erste Single" von Hans C. Zander

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Leseprobe zu "Der erste Single" von Hans C. Zander

5. Kapitel (S. 100-101)

Skandal in Neapel, Skandal in Siena, Skandal in Avila


»Im Wort Familienbande steckt ein Kern von Wahrheit.« 

So gern dieser Satz von Karl Kraus zitiert wird, eines bleibt unbeachtet: Karl Kraus war kein lauter neudeutscher Talker, sondern ein Meister des altösterreichischen Understatements. Wenn er leise einen »Kern von Wahrheit« antönt, dann denkt er sich die uneingeschränkte, die ganze Wahrheit. Jene brutale Wahrheit gibt er zu bedenken, die sich besonders gut bei edlen Familien beobachten lässt. Ganz leicht kann es geschehen, dass so eine hochnoble Familie sich benimmt wie eine vulgäre Rotte von Banditen. Wann? Aber das wissen wir doch schon: Wenn einer aus der Familienbande ausbrechen will, um Jesus Christus nachzufolgen. Ganz allein.

Es ist ein linder Maientag im Jahr 1244. An der Straße, die von Rom nach Mailand führt, lauert eine der edelsten Familien aus dem Königreich Neapel, verstärkt durch ein paar Kriegsknechte, waffenstarrend hinterm Strauch. Wen will diese edle Familie brutal überfallen? Ihren eigenen jüngsten Sohn: Thomas von Aquin. Es kommt in den besten Familien vor, dass einer geboren wird, der anders ist. Eine Kriegerfamilie waren die Herren von Aquin, Nachkommen langobardischer und normannischer Eroberer. So wie sie auf ihrer Burg Roccasecca bei Neapel saßen - »Roccasecca« heißt »Trockenfels« -, waren sie durchaus vergleichbar den heutigen Warlords im Jemen oder in Afghanistan.

Der jüngste Sohn aber war das Gegenteil all seiner Väter und Brüder: Thomas von Aquin war intelligent. Von so überragender Intelligenz war Thomas von Aquin, dass er mit neunzehn nur eines im Sinn hatte: ausbrechen aus seiner dumpfbackigen Familie, Jesus nachfolgen - aus lauter Intelligenz. Wäre Thomas einfach nur fromm gewesen, so hätte er mit seiner Familie keinen Streit bekommen, im Gegenteil. Er war ja der jüngste Sohn und somit für den Klerus bestimmt. Aber nicht für irgendeinen Klerus. Abt von Montecassino sollte er werden. Das war, nahe bei Burg Roccasecca, die mächtige Mutterabtei aller Benediktiner. Ganz im Dienst der Machtpolitik der Familie von Aquin sollte Thomas dereinst über alle Besitztümer dieser kolossalen Abtei herrschen. Lebenslänglich als Abt.

So allmächtig und so imposant wie zuvor sein Onkel Sinibaldo. Werden wie Onkel Sinibaldo? Der junge Thomas kannte die Abtei Montecassino. Zur Vorbereitung auf seine vorbestimmte Karriere hatte Familie von Aquin ihn dort als Knaben in die Klosterschule gesteckt. Unter dem Krummstab von Onkel Sinibaldo. Werden wie dieser omnipotent regierende Onkel? Dem intelligenten jungen Neapolitaner standen die Haare zu Berge. Nicht dass Onkel Sinibaldo nicht fromm gewesen wäre. Benediktineräbte sind fast immer fromm. Aber es gibt in der Religion nicht nur die Frömmigkeit. Es gibt auch, weniger beachtet, so etwas wie religiöse Intelligenz. Thomas von Aquin war ein junger Mann von überragender Intelligenz. Mit der ganzen Leidenschaft der Jugend war er auf der Suche nach religiöser Intelligenz. An der Universität Neapel sollte er sie kennenlernen.

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