Auf seiner gestopften Hose prangen Flicken in allen Farben
Distelfink nennen ihn daher die Leute. Ludwig, der Junge aus dem
kleinen Taunusdorf, lebt in ärmlichen Verhältnissen. Als seine
Mutter stirbt, reißt er zusammen mit Marilis, dem Nachbarsmädchen,
aus. Heinz-Lothar Worm ist in alten Dokumenten auf das ergreifende
Schicksal der beiden Waisenkinder gestoßen. Auf Ihrer Flucht durch
Hessen und Sachsen erlebt der Leser das Alltagsleben der Menschen
im 19. Jahrhundert hautnah mit.
Alle sagen Distelfink zu ihm, denn auf seiner gestopften Hose
prangen Flicken in allen Farben. Ludwig, der Junge aus dem kleinen
Taunusdorf, etwa zehn Wegstunden von der freien Reichsstadt Wetzlar
entfernt, lebt in ärmlichen Verhältnissen. Aber solange seine
Mutter als Tagelöhnerin arbeitet und Metta, die Ziege, täglich
einen Krug Milch gibt, müssen beide keine Not leiden. Marilis, das
Nachbarsmädchen, wird von ihrer Patentante aufgezogen. Aber sie
hört dort nur böse Worte und bekommt nicht einmal satt zu essen.
Als Ludwigs Mutter krank wird und schließlich stirbt, reißen die
beiden Waisenkinder aus