Der diskrete Mr. Flint - Rankin, Ian

Ian Rankin 

Der diskrete Mr. Flint

Roman

Übersetzung: Varrelmann, Claus
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Der diskrete Mr. Flint

Miles Flint arbeitet für den britischen Geheimdienst MI5. Sein Job besteht darin, Menschen zu observieren, und er liebt diese Arbeit, die ihm Einblick in die privatesten Momente seiner Opfer gewährt. Doch nun sind ihm kurz hintereinander zwei Fehler unterlaufen, einer sogar mit tödlichen Folgen. Seine Vorgesetzten geben Miles noch eine letzte Chance, sich zu rehabilitieren. Doch der vermeintlich ungefährliche Einsatz entpuppt sich als Falle - eine Falle, in die ihn nur Verräter aus den eigenen Reihen gelockt haben können ...

"Rankin hat seinen Roman mit Referenz zu den klassischen Romanen einen Graham Greene und John Le Carré geschrieben und verfehlt deren Klasse nicht. Sehr elegant, sehr präzise und sehr abgründig. Ein feiner, kluger und politischer Roman." -- Andrea Fischer im Tagesspiegel

"Rankin erzählt mit Tempo und psychologischer Überzeugungskraft." -- Der Standard

"Ian Rankins Agententhriller hat nicht nur einen sympathischen Anti-Helden als Hauptperson, er ist auch überzeugend inszeniert und bis zur letzten Seite spannend." -- Münchner Merkur


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 349 S.
  • Seitenzahl: 352
  • Goldmann Taschenbücher Bd.46147
  • Deutsch
  • Abmessung: 187mm x 118mm x 27mm
  • Gewicht: 286g
  • ISBN-13: 9783442461479
  • ISBN-10: 3442461472
  • Best.Nr.: 23332506
"Raffiniert gewoben, dynamisiert von psychologisch allzeit schlüssigem Thrill." (Die Welt)

"Raffiniert gewoben, dynamisiert von psychologisch allzeit schlüssigem Thrill." Die Welt<br/><br/>"Unverzichtbar für jeden Rankin-Fan - also für so ziemlich alle von uns." Crime Time<br/><br/>"Rankin hat seinen Roman mit Referenz zu den klassischen Romanen einen Graham Greene und John Le Carré geschrieben und verfehlt deren Klasse nicht. Sehr elegant, sehr präzise und sehr abgründig. Ein feiner, kluger und politischer Roman." Andrea Fischer im Tagesspiegel<br/><br/>"Rankin erzählt mit Tempo und psychologischer Überzeugungskraft." Der Standard<br/><br/>"Ian Rankins Agententhriller hat nicht nur einen sympathischen Anti-Helden als Hauptperson, er ist auch überzeugend inszeniert und bis zur letzten Seite spannend." Münchner Merkur<br/><br/>"Raffiniert gewoben, dynamisiert von psychologisch allzeit schlüssigem Thrill und atmosphärisch so dicht, wie Kalauerfreunde es sonst allenfalls den trinkfreudigen Schotten zubilligen würden." Die Welt<br/><br/>"Ein Beispiel für die Literarisierung des Kriminalromans." Badische Zeitung<br/><br/>"Ein messerscharfer und herausragender Thriller, der die Leser begeistern wird." Waterstones Book Quarterly<br/><br/>"Auf jeden Fall ein Muss!" Glasgow Evening Times<br/><br/>"Rankin erschafft scheinbar mühelos überzeugende und faszinierende Figuren. Keine Frage: Hätte er sein Talent in Spionagethrillern statt in Krimis eingesetzt, er hätte auch dann riesigen Erfolg gehabt." Publishers Weekly

»Ian Rankins Agententhriller hat nicht nur einen sympathischen Anti-Helden als Hauptperson, er ist auch überzeugend inszeniert und bis zur letzten Seite spannend.«
Ian Rankin, geboren 1960, ist Großbritanniens führender Krimiautor, und seine Romane sind aus den internationalen Bestsellerlisten nicht mehr wegzudenken. Ian Rankin wurde unter anderem mit dem Gold Dagger, dem Edgar Allan Poe Award und dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. Ian Rankin lebt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in Edinburgh.

Leseprobe zu "Der diskrete Mr. Flint" von Ian Rankin

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Leseprobe zu "Der diskrete Mr. Flint" von Ian Rankin

Angeblich stammten seine Vorfahren aus Donegal, und vor allem deshalb hatte er beschlossen, seinen Urlaub in Irland zu verbringen. Die saftiggrüne Landschaft, so still im Vergleich zum lärmenden London, und die kleinen Küstenstädtchen gefielen ihm, die Menschen waren höflich und, nahm er an, so freundlich wie es ihnen einem Engländer gegenüber möglich war. Aber er wies auch immer rasch darauf hin, dass sich seine Wurzeln in Donegal befanden, dass er, im Geiste jedenfalls, dasselbe war wie sie: ein heißblütiger Kelte.

Nachdem er einige Zeit im Westen verbracht hatte, fuhr er nach Osten, durch Fermanagh und Monaghan, bis er etwas südlich von Dundalk die Küste erreichte. Das Wetter war sonnig und mild, er sog die Atmosphäre ein und widerstand der gelegentlichen Versuchung, in London anzurufen und von der Reise zu berichten. Das konnte warten.

Einige der Männer an der Küste waren Fischer, aber nicht mehr viele, jetzt, da die Wirtschaft des Landes, gemeinsam mit dessen gesellschaftspolitischen Problemen, unter Mühen im zwanzigsten Jahrhundert angekommen war. Im Norden gärte ein Gebräu aus naivem Idealismus und grausamen Zorn, angereichert durch ausländische Einmischung der übelsten Art.

Insbesondere war da ein junger Mann mit wirrem Haar und dazu passendem Bart, den er in Droghdea getroffen hatte, und der ihm einen Vortrag über die Fischerei-Industrie, die örtlichen Pubs und über Politik gehalten hatte. Das Leben der Iren schien von Politik durchdrungen zu sein, so als würden sie zusammen mit der Luft Erinnerungen an Blutbäder und Unrecht einatmen. Er hatte unvoreingenommen zugehört und im Gegenzug erklärt, dass er im Urlaub sei, sich aber vor allem vom Scheitern einer Beziehung erhole. Der junge Mann nickte verständnisvoll, und in seinen Augen lag etwas Begehrliches.

Mehrere Abende in Folge saßen sie in einem der Pubs, doch trotz seiner Freude spürte er das Ende seiner Ferien nahen. Eines Tages fuhren sie die Küste entlang, damit der junge Mann, Will, für einige Stunden vom Ausnehmen der Fische und dem Gestank der Fischerboote wegkam. Sie aßen und tranken, und als es dämmerte, wies Will den Weg zu einem Kai. Er zeigte auf ein kleines Boot. Ein intensiver Fischgeruch hing in der Luft, über ihnen kreischten unablässig die Silbermöwen. Das Boot, erklärte Will seinem Begleiter, gehöre ihm.

"Wollen wir rausfahren?"

Während sie die grün gefleckten Kaimauern hinter sich ließen, um vorbei an den spitzen Felsen und dem Schiffswrack hinaus in die kabbelige Irische See zu gelangen, tauchte der ältere Mann die Hand ins bitterkalte Wasser, spürte, wie sich das Salz auf seiner Haut absetzte. Will erklärte, wieso der Wind weniger kalt war, und redete über die Jagd nach einem sagenumwobenen Riesenfisch, einem bedrohlichen Ungeheuer, das bisher nicht gefangen worden war. Gelegentlich wurde es von Leuten, die einige Gläser Rum intus hatten, in mondhellen Nächten gesichtet, aber sollte es noch leben, dann wäre es uralt, denn die ersten Geschichten über sein Auftauchen seien schon vor mehreren Hundert Jahren erzählt worden. Über ihnen wölbte sich der Himmel, die Gischt überzog sie mit einem zarten Schleier. Vielleicht, überlegte der Engländer, hegte er doch eine verborgene Liebe für die Natur. Er würde nach London zurückkehren, seine Arbeitsstelle kündigen (die er wahrscheinlich sowieso bald verlieren würde) und sich, mit neuem Blick auf die Welt, einfach ein wenig treiben lassen.

Der Motor stoppte, und das Plätschern des Wassers war nun das einzige Geräusch. Es schien ihm ein Moment des reinen, wundersamen Friedens. Er schaute in Richtung Küste, aber sie war außer Sichtweite.

"Wir sind wirklich weit draußen", sagte er, die eine Hand noch immer im Wasser, obwohl sie langsam taub vor Kälte wurde.

"Nein", sagte der jüngere Mann, "nur du bist weit draußen. Du bist zu weit von deinem Land entfernt."

Und als der ältere Mann sich umdrehte, sah er in den Lauf einer Pistole. Er wollte schreien, doch dann ertönte bereits der Schuss, und er wurde rückwärts aus dem Boot geschleudert. Sein Oberkörper landete im Wasser, seine Beine aber hingen über den Bootsrand, hatten sich an einem rostigen Nagel verhakt.

Die Hand des jungen Mannes zitterte leicht, als er die Pistole auf den Boden legte. Aus einem Sack, der unter einem der Sitze verstaut war, holte er etliche Steine, die, wie er hoffte, ihren Zweck erfüllen würden. Er versuchte, den Toten wieder ins Boot zu ziehen, aber seine voll gesogene Kleidung kam ihm tonnenschwer vor. Er zerrte schwitzend an seinem Opfer und war binnen kurzem so erschöpft wie nach einem ganzen Tag auf dem Fischkutter.

Dann sah er dem toten Mann ins Gesicht und erbrach einen Teil des Essens und Trinkens, das ihm dieser spendiert hatte. Aber er musste seinen Auftrag zu Ende bringen und mobilisierte deshalb neue Kräfte. Immerhin war es vollbracht, er hatte zum ersten Mal einen Menschen getötet. Man würde stolz auf ihn sein.

TEIL I

Das Lächeln des Arabers

Miles Flint trug eine Brille; das war sein einziges hervorstechendes Merkmal. Billy Monmouth musste lächeln, als er Miles hinterherschaute, während dieser den Club verließ und in Richtung seines Autos ging, das er bestimmt zur Sicherheit in einiger Entfernung geparkt hatte. Da Miles und Billy etwa zur selben Zeit von der Firma eingestellt worden waren, hatten sie sich im Lauf der Jahre fast zwangsläufig angefreundet, obwohl es echte Freundschaften unter ihresgleichen nicht gab.

Miles fühlte sich durch den Alkohol etwas behäbig. Billy hatte darauf bestanden, ihn einzuladen - "Als Junggeselle hat man das ganze Gehalt für sich allein" -, und Miles hatte sich nicht gesträubt. Er nestelte nun an seinen Mantelknöpfen und dachte an den bevorstehenden Abend. Er musste noch einen Zwischenstopp einlegen, ein paar Anrufe tätigen, aber anschließend würden Sheila und er das erste Mal in dieser Woche einen Abend gemeinsam verbringen.

Eine Aussicht, die ihn nicht gerade mit Vorfreude erfüllte.

Wie befürchtet hatte er einen Strafzettel fürs Falschparken bekommen. Er riss das Papier unter dem Scheibenwischer heraus, umrundete den Wagen wie ein unschlüssiger Kaufinteressent und beugte sich hinunter, um nach platten

Reifen oder einem durchgebrochenen Auspuffrohr Ausschau zu halten. Zufriedengestellt schloss er dann die Fahrertür auf. Im Innenraum des Jaguars, dessen helle Lederausstattung farblich auf die cremefarbene Außenlackierung abgestimmt war, schien alles in Ordnung zu sein. Er rutschte auf den Fahrersitz hinüber, schob den Schlüssel ins Zündschloss und drehte ihn mit einem Ruck herum. Der Motor hustete einmal, dann sprang er surrend an. Miles ließ ihn im Leerlauf, dann lehnte er sich zurück und starrte vor sich hin.

Das war überstanden. Er war ein weiteres Mal nicht in die Luft gesprengt worden. Er wusste, dass die jüngeren Männer in der Firma, und sogar Leute wie Billy Monmouth, ihn hinter seinem Rücken belächelten, "Paranoia" und "Nervenflattern" flüsterten und sich selbst lässig und furchtlos gaben, als wären sie durch eine unsichtbare Mauer vor einem unnatürlichen Tod gefeit. Miles hingegen war ein vorsichtiger Mensch und der festen Überzeugung, dass man in seiner Branche niemals genug Acht geben konnte.

Er blieb ein paar Minuten lang reglos sitzen und dachte darüber nach, wie oft er im Lauf der Jahre Autos, Zimmer, Telefone und sogar die Unterseiten von Restauranttischen überprüft hatte. Manche Menschen hielten ihn bestimmt für ungeschickt, weil ihm vor jedem Essen ein Teil seines Bestecks auf den Boden fiel und er den Kopf unter die Tischdecke steckte, um es wieder aufzuheben. In Wahrheit befolgte er jedoch nur eines der ungeschriebenen Gesetze: überall nach Wanzen suchen.Der Motor hörte sich gut an. Der Jaguar war ein Luxus, den Sheila entschieden ablehnte. Sie selbst fuhr einen zerbeulten VW Käfer, der ursprünglich orange gewesen war, den aber inzwischen ein Patchworkmuster aus den unterschiedlichsten Farben zierte.

Kundenbewertungen zu "Der diskrete Mr. Flint" von "Ian Rankin"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 3 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** gut)
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Bewertung von nsch am 16.12.2009 ***** gut
Ein kleiner Agent im Netz seiner eigenen Organisation; "etwas" à la le Caré, aber mit teilweisen Längen (vor allem in der ersten Hälfte).

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