Der Briefwechsel - Johnson, Uwe; Grass, Anna; Grass, Günter

Uwe Johnson Anna Grass Günter Grass 

Der Briefwechsel

Hrsg. v. Arno Barnert
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Der Briefwechsel

1959 lernen sich Günter Grass und Uwe Johnson auf der Frankfurter Buchmesse kennen, kurz nach Erscheinen der Blechtrommel und der Mutmassungen über Jakob. 1960 halten sie gemeinsame Lesungen. Ihr Briefwechsel beginnt 1961 und endet 1984 mit Johnsons Tod.
Mit dem Umzug der Familie Johnson nach New York, Mitte der sechziger Jahre, setzt die intensivste Phase der Korrespondenz von Uwe Johnson mit Günter und mit Anna Grass ein. Die vorliegende Ausgabe präsentiert den gesamten Briefwechsel: über 80 Briefe, Postkarten, Telegramme, ergänzt durch Anmerkungen, Materialien und einen umfangreichen Bildteil.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 231 S. m. SW-Fotos.
  • Seitenzahl: 231
  • Best.Nr. des Verlages: 41935
  • Deutsch
  • Abmessung: 205mm x 130mm x 30mm
  • Gewicht: 370g
  • ISBN-13: 9783518419359
  • ISBN-10: 3518419358
  • Best.Nr.: 22804968
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 16.10.2007

Satzbau und Pudding-Attentat
Der Briefwechsel zwischen Uwe Johnson und Günter Grass
Heute könnte das Image der beiden unterschiedlicher nicht sein: auf der einen Seite Uwe Johnson, der erratische, unzugängliche Dichter des Jahrhundertromans „Jahrestage”, und auf der anderen Seite Günter Grass, der Repräsentant. Doch so sehr sich die Rezeption dieser beiden Schriftsteller auseinanderentwickelt hat, so nah beieinander lagen sie in ihren Anfängen. Auf der Frankfurter Buchmesse des Jahres 1959 wurden gleichzeitig Grass’ „Blechtrommel” und Johnsons „Mutmaßungen über Jakob” vorgestellt, und damit hielt in der Gegenwartsliteratur endlich die Moderne Einzug – Johnson hatte ungemein viel Faulkner gelesen, und Grass sprengte durch die Rückbesinnung auf Alfred Döblin und Grimmelshausen das enge Korsett der Adenauerzeit. Der nun veröffentlichte Briefwechsel zwischen Johnson und Grass setzt am 17. Juni 1961 ein. Dieses Datum erscheint im Nachhinein fast programmatisch gewählt, denn das Deutsche treibt beide um.
Viele Jahre leben die beiden Schriftsteller in Berlin-Friedenau und haben ständig direkten Umgang. Briefe werden meistens …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

"Rezensent Helmut Böttiger begrüßt diesen Briefwechsel zwischen Uwe Johnson und Günter Grass, den Arno Barnert herausgegeben und kommentiert hat. Die Korrespondenz verdeutlicht für ihn, wie nah die beiden Schriftsteller in ihren Anfängen beieinander lagen, etwa hinsichtlich ihrer Mentalität, ihrer schriftstellerischen Vorstellungen oder ihrer politischen Einstellungen, auch wenn die Gemeinsamkeiten oft nicht unmittelbar zum Ausdruck kommen. Barnerts eingehender Kommentar bietet zur Freude Böttigers geradezu zu diesem Punk viel zusätzliches Material. Die Hochzeit der Freundschaft zwischen Grass und Johnson sieht Böttiger in den sechziger Jahren, danach hätten die Empfindlichkeiten zugenommen, ohne dass es jedoch zu einem Bruch gekommen wäre. Er hebt hervor, dass dieser Briefwechsel eigentlich ein Briefwechsel zu dritt war, spielt doch Anna Grass, die erste Frau des Schriftstellers, eine wichtige Rolle. Erstaunlich scheint es Böttiger, wie unbefangen sich der eher zurückhaltende Johnson gegenber Anna Grass zeigt.

© Perlentaucher Medien GmbH"

"Hier sind zu lesen: einige von Johnsons schönsten Texten - in Briefform." Rolf Michaelis Die Zeit

»Unter seinen Briefpartnern hat wohl kein Autor sich ein so kollegiales Freundschaftsverhältnis zu Johnson bewahren können wie Günter Grass, sein langjähriger Nachbar aus Berlin-Friedenau. … Die größte Überraschung dieses Buches liegt aber jenseits der Dichter-Episteln. Als Korrespondentin tritt nämlich noch Anna Grass hinzu, Tänzerin und erste Ehefrau des Schriftstellers. … Hier geht es nicht um Lesungen oder Schriftstellerkongresse, sondern um verlorene Hüte, gemeinsame Kinobesuche oder eine geheimnisvolle amerikanische Serviererin, die Johnson über ein Jahr lang beobachtet. Hier ist das Misstrauen von Johnson vollkommen abgefallen, und es entfaltet sich das, was Dichter meist nur als das Unerreichbare beschwören: Freundschaft.«
Uwe Johnson, geb. 1934 in Kammin/Vorpommern, studierte Germanistik in Rostock und Leipzig. In Rostock weigerte er sich, die staatliche Verleumdung der 'Jungen Gemeinde' zu unterstützen, weshalb er exmatrikuliert wurde. Im Zuge der staatlichen Schadensbegrenzung nach dem 17. Juni 1953 wurde Johnson wieder zum Studium zugelassen. Johnsons Mutter verließ mit seiner Schwester 1956 die DDR. Er blieb. Erst zum Erscheinen seines Romans 'Mutmassungen über Jakob', 1959, zog Johnson nach Westberlin. Nach den ersten Romanen einigte sich die Kritik zu Johnsons Missfallen auf das Etikett Dichter der beiden Deutschland. 1960 erhielt er den Fontane-Preis der Stadt West-Berlin. 1966-68 lebte er mit seiner Familie in New York, wo er als Schulbuchlektor arbeitete. 1971 wurde der Schriftsteller mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Drei Jahre später zog Johnson nach Sheerness in England, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1984 lebte.

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