Der Briefwechsel und andere Dokumente zu Rilkes Begegnung mit Rodin - Rilke, Rainer M.; Rodin, Auguste

Rainer M. Rilke Auguste Rodin 

Der Briefwechsel und andere Dokumente zu Rilkes Begegnung mit Rodin

Hrsg. v. Rätus Luck
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Der Briefwechsel und andere Dokumente zu Rilkes Begegnung mit Rodin

Mit dieser Ausgabe wird die Korrespondenz zwischen dem Dichter Rainer Maria Rilke und dem Bildhauer Auguste Rodin erstmals und, soweit ³berliefert, erstmals vollstõndig in deutscher Sprache vorgestellt. Die Briefe werden ergõnzt durch Tagebuchnotizen und eine Vielzahl von -u¯erungen des Dichters ³ber Rodin sowie durch Augenzeugenberichte Dritter. Rõtus Luck legt damit ³ber die Dokumentation der wechselvollen Verbindung zwischen zwei gro¯en K³nstlern hinaus so etwas wie ein - nach Rodin¡Monographie und Rodin-Vortrag - drittes Rodin-Buch Rilkes vor: Es zeigt den unmittelbaren Eindruck, den die Pers÷n¡lichkeit des Bildhauers beim jungen Rilke hinterlie¯, und zeichnet dabei zugleich den Verlauf der Rodin-Rezeption am Beginn des 20. Jahrhunderts nach, zu der Namen wie Anne de Noailles, Rudolf Kassner, Harry Graf Kessler, Sidonie Nßdhern² von Borutin, Emile Verhaeren oder Helene von Nostitz geh÷ren.


Produktinformation

  • Verlag: Insel, Frankfurt
  • 2001
  • Ausstattung/Bilder: 2001. 426 S.
  • Seitenzahl: 426
  • Best.Nr. des Verlages: 17063
  • Deutsch
  • Abmessung: 208mm x 131mm x 35mm
  • Gewicht: 492g
  • ISBN-13: 9783458170631
  • ISBN-10: 3458170634
  • Best.Nr.: 09439810

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Da freut sich der Rezensent: Endlich wieder ein Anlass über Rilke zu schwärmen, kongeniale Sätze zu schreiben wie: Rilke, "der sich auf seinen Versfüßen bewegt, als verdanke er sein Enjambement dem russischen Ballett." Brr! Doch Thomas Steinfeld kann auch anders. So rühmt er auch das Profane und Entlarvende der Gigantenbeziehung Rilke/Rodin, das der Band dem Leser entdeckt, und legt gesteigerten Wert auf die gleichfalls enthaltenen "Kommentare zum eigentlichen Geschehen" von Stefan Zweig und Romain Rolland. Als derart erweiterter Briefwechsel erst zählt das Buch für Steinfeld "zu den wichtigen Dokumenten der europäischen Kunst vor dem Ersten Weltkrieg".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.08.2001

Die Liebe zum Toben der Alten
Rainer Maria Rilke und Auguste Rodin: Die Dokumente einer großen, wunderlichen Begegnung
Auf einer der fünf, sechs Fotografien, die es von Rainer Maria Rilke und Auguste Rodin gibt, sieht man die beiden nebeneinander stehen, in Wintermänteln, die Hände in den Taschen, vor dem berühmten Ateliergebäude in Meudon bei Paris. Der schwere Bildhauer, zur Zeit der Aufnahme fast fünfundsechzig Jahre alt, blinzelt mit halb geschlossenen Lidern in die Kamera, er schiebt den Mantel mit den Fäusten dem Betrachter entgegen, den linken Fuß hat er einen halben Schritt nach vorn gesetzt. Nichts scheint diesen Mann aus der Fassung bringen zu können. Links neben ihm steht der dünne, gerade dreißigjährige Rilke, und obwohl er kaum einen halben Kopf größer ist als Rodin, scheint er einen dünnen Bogen um seinen Nachbarn schlagen zu wollen: Die Füße sind hinter einem Stein verborgen, die leicht vorquellenden Augen sind weit geöffnet, der Oberkörper ist schräg in Richtung des „Meisters” geschoben – und wo dieser einen selbstgewissen Zylinder trägt, ziert den Kopf des Dichters ein weicher Hut mit einer Krempe, die sich dem Ofenrohr …

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Rainer M. Rilke (1875-1926), der Prager Beamtensohn, wurde nach einer erzwungenen Militärerziehung 1896 Student, zuerst in Prag, dann in München und Berlin, weniger studierend als dichtend. Die kurze Ehe mit der Bildhauerin Clara Westhoff in Worpswede löste er 1902 auf. Er bereiste darauf Italien, Skandinavien und Frankreich. In Paris schloß er Bekanntschaft mit Rodin und wurde dessen Privatsekretär. Bereits nach acht Monaten kam es zum Bruch. Es folgten unstete Jahre des Reisens mit Stationen in verschiedenen Städten Europas. Nach seinem Entschluß zur Berufslosigkeit und zu einem reinen Dichterdasein war Rilke zu jedem Verzicht bereit, wenn es dem Werk galt. Er opferte sein Leben seiner Kunst und gewann Unsterblichkeit, indem er unerreichte Sprach- und Kunstwerke schuf.
Im Ersten Weltkrieg war er zur österreichischen Armee eingezogen, wurde aber aufgrund seiner kränklichen Konstitution in das Wiener Kriegsarchiv versetzt. Rilke starb nach langer Krankheit in Val Mont bei Montreux.

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