Der beste Roman aller Zeiten - Schmitt, Oliver M.
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Oliver M. Schmitt 

Der beste Roman aller Zeiten

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Der beste Roman aller Zeiten

Erfolg, Geld, Frauen - und der Haken an der Sache.

Für Mick Rademann läuft es nur suboptimal. Er ist hoch verschuldet und mehrfacher Single, er hat eine frischgedruckte Visitenkarte mit der Aufschrift "Coach, Mediator Dipl.-Entschleuniger", aber leider keine Kunden. Unschlüssig steht er vor einem Frankfurter Nachtclub, da fällt ihm ein Mann vor die Füße. Der Mann heißt Dr. Hollenbach und hat angeblich einen sehr guten Roman geschrieben. Manche behaupten sogar, den besten überhaupt. Schnell beschließt Mick Rademann, in die Dienste des Gefallenen zu treten und Hollenbach zu coachen. Plötzlich scheint alles greifbar: Frauen und die große Freiheit, Glück, Glanz und Gloria. Gierig partizipiert Mick am Ruhm seines Arbeitgebers. Doch alles kommt anders. Dass er schon bald mit dem erfolgreichsten Schriftsteller der Welt als Entführungsopfer in den Bergen Albaniens sitzen würde, das hätte sich Rademann nie träumen lassen. Und weil niemand bereit ist, für den Autor Hollenbach Lösegeld zu zahlen, verlangen die Kidnapper, dass er einen weiteren Bestseller schreibt, mit dem sie Millionen machen können. Rademann will die Situation entschleunigen, doch Cakuli, der albanische Porno- und Poesieverleger, wird ungeduldig. Und Hollenbach hat sowieso ganz andere Pläne ...


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt, Berlin
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 252 S.
  • Seitenzahl: 252
  • Deutsch
  • Abmessung: 214mm x 134mm x 25mm
  • Gewicht: 344g
  • ISBN-13: 9783871346224
  • ISBN-10: 3871346225
  • Best.Nr.: 23844502

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Erfreulich erheiternd und unkompliziert findet Burkhard Müller zunächst die Lektüre. Protagonist des Romans ist Mick Rademann, der solch moderne Berufe wie Coach, Mediator und Diplom-Entschleuniger in sich vereint. Rademann stolpert im Frankfurter Bahnhofsviertel buchstäblich über den Schriftsteller Jo Hallenbach, Autor des "Besten Romans aller Zeiten". Zusammen, so lässt uns Müller wissen, begeben sich die beiden auf eine absurde Odyssee voller Brachialhumor, die - Hallenbach hat die balkanische Mafia im Nacken - in einem albanischen Bunker endet. leider hat sie auf halber Strecke ihren Witz verloren, als "ziellos schweifende Groteske" endet der Roman nach Ansicht des Rezensenten. Ein Umstand den Müller allerdings nicht allein dem Autor anlasten möchte, sondern auch den Verwertbarkeits-Kriterien des Buchhandels, der die Form des Romans fordere - einer Form, dem die Kurzatmigkeit des Schmidt'schen Humors nicht entsprechen könne.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.02.2009

Noch so ’ne Phrase – Faust auf die Nase
„Rumms!”, da fällt die Tür ins Haus: Oliver Maria Schmitt, der Kurzstreckenhumor und „Der beste Roman aller Zeiten”
Du hast keine zweite Chance für den ersten Eindruck. An dieses Mantra scheint jedenfalls Oliver Maria Schmitt fest zu glauben. Sein Roman hat noch
gar nicht begonnen, da ist man, wie bei einem Kinofilm, schon mittendrin. „Buch des Jahres!” schallt es dem prospektiven Leser vom geschmackssicher in Pink und Giftgrün gehaltenen Einband entgegen, und: „Absoluter Mega-Bestseller”, und: „Komisch . . . Kraftvoll . . . Verstörend – Norddeutsche Allgemeine Zeitung”. In Silber gleißt der Titel: „Der Beste Roman Aller Zeiten”, im weiteren Verlauf des Buchs kurz „BRAZ” genannt. Man wundert sich, dass er noch frei war; aber offenbar hat sich im deutschen Sprachraum bisher kein Autor dieses so schlichten wie unverschämten Kniffs zu bedienen getraut. Neben den fetten Fanfaren klingt im Motto des Buchs aber auch ein leiserer Ton in Moll an. Hier kommt Friedrich Nietzsche zu Wort: „Wer wird das lesen wollen! Gott weiß es nicht, ich auch nicht.”
Damit ist der Rahmen gesteckt. …

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kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Dass aus satirischen Bausätzen nicht unbedingt ein bündiger Roman wird, zeigt "Der beste Roman aller Zeiten". Oliver Maria Schmitt war mal Chefredakteur der Satirezeitschrift Titanic. Mit der war er auch mal auf Lesereise in Albanien, besuchte dort das Ölzentrum bei Fiel, kontaktierte die Redaktion der albanischen Satirezeitschrift Hosteni 2000 in Tirana. Im ölverdreckten Hinterland von Fiel spielt nun auch die Hälfte des "BRAZ", wohin Mafiaboss Filip Cakuli Schmitts Helden Mick Rademann und den "Erfolgsautor" Jo Hollenbach wegen dessen Schulden entführt. Cakuli - im wirklichen Leben der Chefredakteur von Hosteni 2000 - will von Hollenbach sein Geld eintreiben, indem er ihn einen Bestseller zu schreiben zwingt. Überhaupt: Cakuli, der den Niedergang der albanischen Wirtschaft und damit auch der Mafiaeinnahmen beklagt, hat sich schon lange auf die Entführung von Schriftstellern spezialisiert, die für ihn schreiben und seine Einnahmen sichern müssen. Zu abgedreht? Dann sollten Sie "BRAZ" nicht aufschlagen. Wer den Wechsel zwischen völlig abgedrehten Dialogen, hanebüchen-satirischen Höchsteistungen und lediglich grammatikalisch richtigen 08/15-Textpassagen mitmacht, hat den Dreh raus. Und wer wissen will, was ein von seinem Blackberry aus Spams in die ganze Welt schleudernder Diplom-Entschleuniger und ein drogensüchtiger Schriftsteller gemeinsam anrichten, sowieso. (jw)

"Mit Abstand das lustigste Buch dieser Tage." (Bayerischer Rundfunk)
Oliver Maria Schmitt, 1966 in Heilbronn am Neckar geboren, studierte Rhetorik und Kunstgeschichte in Tübingen und Leeds. Er war Chefredakteur des Satiremagazins «Titanic», schrieb Musicals über das Bauhaus und die Broiler-Kette Wienerwald, Bücher über Dichter, über Deutschland und die Denker der Neuen Frankfurter Schule. Dann hatte er die Schnauze voll. Er schrieb seinen ersten Roman.

Leseprobe zu "Der beste Roman aller Zeiten" von Oliver M. Schmitt

«Bardhyl wurde uangenehm laut: Ich sag alles meim Chef! Du hast voll die scheiß Erzählperspektive, Alder.
Stand Bardhyl ein solches Urteil überhaupt zu? Er fixierte uns. Wenn ihr hier Scheiße baut, dann bin ich meinen Job los und meine Ehre, und ich schwör: Dann habt ihr Streß.
Er ging zur Tür, drehte sich noch mal zu Hollenbach um und sagte: Ey, wenn du ungeil schreibst, ich mach dich kalt, Alder! »

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