Der Besen im System - Wallace, David Foster

David Foster Wallace 

Der Besen im System

Dtsch. v. Marcus Ingendaay
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Der Besen im System

Das Buch, in dem u. a. von Wittgenstein, einem sprechenden Nymphensittich, einer Stadt mit den Umrissen Jane Mansfields, einem Mann, der die Welt mit seinem Fett füllen will, fehlgeschalteten Telefonleitungen, einer verschwundenen Großmutter und einemBabynahrungsimperium die Rede ist.

Lenore Beadsman arbeitet in der Telefonzentrale eines erfolglosen Verlages in Ohio, der ihrem Freund Rick Vigorous gehört. Rick liebt sie über alles, hat aber Probleme mit dem Sex und erzählt ihr als Ersatz Geschichten, in denen Lenore nicht selten die Hauptrolle spielt. Um seine Probleme zu lösen, besucht er regelmäßig einen Psychiater, den auch Lenore konsultiert. Das Verhältnis Lenores zu ihrer Familie ist getrübt, lediglich ihrer Großmutter und Namensgeberin Lenore sen. fühlt sie sich verbunden. Lenore sen. ist jedoch aus dem Altersheim zusammen mit 25 Mitbewohnern und einem Teil der Angestellten verschwunden - und mit ihr ein wertvolles Notizbuch, das die Aufzeichnungen einer Wittgenstein-Vorlesung enthält, dessen Schülerin Lenore sen. war.

Ein temporeicher Roman, der mit den unterschiedlichen Genres spielt und sich wie ein Krimi liest - eine frühe Meisterleistung von David Foster Wallace.



Produktinformation

  • Verlag: ROWOHLT TB.
  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 623 S.
  • Seitenzahl: 624
  • rororo Taschenbücher NR.23759
  • Deutsch
  • Abmessung: 192mm x 115mm x 34mm
  • Gewicht: 418g
  • ISBN-13: 9783499237591
  • ISBN-10: 3499237598
  • Best.Nr.: 14199492
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Leonore Beadsman leidet unter Waschzwang. Ihr Bruder LaVache lagert Dope in seiner Beinprothese und der unerwiderte Liebhaber Rick Vigorous hat einen abnorm kleinen Penis. Sie alle drei jagen Lenores Großmutter, denn die besitzt ein Rinderdrüsenderivat, das den Spracherwerb bei Kleinkindern beschleunigt. Aus jedem Absatz von David Foster Wallaces Debüt springt einem die Absicht an, glänzend komische und intellektuell schillernde Prosa abzuliefern. Eigentlich ist sein Debüt aber kein ernsthafter Roman, sondern die penetrant kunstgewerbliche Bewerbungsschrift eines Autors un einen prominenten Platz im literarischen Betrieb, die sein deutscher Verlag besser unübersetzt gelassen hätte. (aw)

"David Foster Wallace besitzt eine Vielzahl von Talenten: Ein erstaunliches Ohr für zeitgenössische Sprache, ein altmodisches Erzähltalent, einen schier unerschöpflichen Erfindungsreichtum und die energische Weigerung, Kompromisse zu machen." (The New York Times)<br />"Unter der Poesie und dem Witz brodelt Düsteres: Wallace hat etwas über die Gesellschaft zu sagen, etwas Wichtiges." (Philadelphia Inquirer)<br />"Seltsam, bemerkenswert, angesagt, aber wahr: Eine wirkliche Überraschung, die in der Tradition von Stanley Elkin, Thomas Pynchon und John Irving steht." (The New York Times Book Review)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 01.10.2004

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Heimschläfer auf Höllenfahrt: Die Belletristik in diesem Herbst

Kurz und Gut steht jeden Morgen an der Ecke und erzählt. Man nennt ihn Kurz und Gut, weil er, ständig hustend und lungenkrank, nicht mehr ausreichend Luft für eine ausführliche Erzählung hat. "Also kurz und gut, sagte er dann: Viele kurze Geschichten ergeben auch eine lange, ist vielleicht auch interessanter." So rezitiert er wörtlich den Beginn von Dostojewskis "Idiot" und erzählt dann, kurz und gut, dessen Quintessenz in einem einzigen Satz. Dieser Kurz und Gut ist nur eine der unvergeßlichen Figuren in Dieter Fortes neuem Roman "Auf der anderen Seite der Welt" (S. Fischer), eine Gestalt wie ein orientalischer Geschichtenerzähler, der sich ins Nachkriegs-Düsseldorf verirrt hat. Wie alle diese Figuren ist er ein Führer in die Unterwelt. Zu Beginn des Romans reist der Erzähler, das Kind aus Fortes autobiographischer Trilogie "Das Haus auf meinen Schultern", ans Meer, in ein Lungensanatorium, eine Hadesfahrt ohne Wiederkehr. Fortes Buch ist eines der düstersten dieses Herbstes und zugleich eines der reichsten, eine postapokalyptische Version des "Zauberbergs", die die …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Rezensent Richard Kämmerlings überschlägt sich vor Begeisterung, dass David Foster Wallaces genialisches Debüt endlich auf Deutsch vorliegt, eine Verzögerung, die er allerdings schlicht unverzeihlich findet. Kein Roman, eine Romanmaschine sei das, warnt er uns und präzisiert: "Meta-, ja Megafiction!" Die Gattung des postmodernen Romans sieht er hier auf die Spitze getrieben. Das Schreiben dieses Autors ("einer der intelligentesten, belesensten und sprachmächtigsten" der jüngeren amerikanischen Literatur") funktioniere wie ein gewaltiger Maelstrom, der alles hineinziehe, was in seine Nähe gerate. Atemlos lässt uns der Rezensent außerdem wissen, dass Wallace bei Erscheinen seines Erstlings vor achtzehn Jahren vierundzwanzig Jahre alt gewesen ist. Die vordergründige Handlung des Romans entspinnt sich Kämmerlings zufolge um das mysteriöse Verschwinden der Urgroßmutter von Protagonistin Leonore, die in den zwanziger Jahren bei Ludwig Wittgenstein in Cambridge studierte. Der Kriminalplot entwickele sich bald zu einem Thriller um Menschenversuche, Industriespionage und Nahrungsmittelskandale, sei letztlich jedoch eine falsche Fährte, da die eigentliche Handlung sich "im …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.01.2005

Die bösen Kühlschränke
David Foster Wallace’ Roman „Der Besen im System”
Es ist achtzehn Jahre her, seit der 1962 geborene Creative-Writing-Student David Foster Wallace seinen ersten Roman „The Broom of the System” veröffentlichte. Jetzt erscheint das Buch als „Der Besen im System” in Übersetzung von Marcus Ingendaay auf Deutsch. Wallace’ spätere Romane, darunter „Infinite Jest” (1996), werden folgen. Damit wird ein Stückchen amerikanische Literaturgeschichte in deutscher Sprache nachvollzogen, denn Wallace ist als Nachfolger der amerikanischen Nachmodernen Gaddis, DeLillo, Barth und Pynchon schon heute ein kleiner Klassiker.
„Der Besen im System” liest sich wie eine bei Prof. Pynchon geschriebene Qualifikationsschrift. Ihre Gedanken und Verfahren sind vor allem den frühen Werken des Meisters, „V” und „Die Versteigerung von Nummer 49”, entlehnt. Es kommt vor, dass die Genres und Register zwischen zwei Absätzen so schroff wechseln, dass man auf den Gedanken kommen kann, ein anderes Buch zur Hand genommen zu haben. Lebendiges benimmt sich bisweilen wie Unbelebtes und umgekehrt. Und die Paranoia, die in jedem Sinnesdatum …

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David Foster Wallace, geb. 1962 geboren, gilt als einer der wichtigsten Vertreter der amerikanischen Literatur. Er studierte Philosophie und unterrichtete zuletzt Creative Writing am Pomona College in Claremont, Kalifornien. David Foster Wallace starb am 12. September 2008.

Leseprobe zu "Der Besen im System" von David Foster Wallace

"Aber weißt du, du hast einen ziemlich spitzen Hüftknochen. Guck mal, der steht ja richtig vor."

"Ich weiß. Meine Frau hat das auch immer gesagt."

"Aber meiner ist auch ziemlich spitz, meinst du nicht? Fühl doch mal."

"Stimmt. Aber bei Frauen ist das normal."

"Aber in meinem Fall liegt es auch in der Familie. Meine beiden Brüder hatten auch spitze Hüftknochen. Mein jüngerer Bruder hatte sogar einen richtigen Mammut-Hüftknochen."

"..."

"Mmmm."

"..."

"Noch eine Geschichte, bitte."

"Du willst eine Geschichte?"

"Bitte."

"Heute zum Beispiel habe ich eine wirklich interessante Geschichte hereinbekommen."

"Dann sag."

"Aber sie ist auch ziemlich traurig."

"Ich will sie trotzdem hören."

"Es ging um einen Mann mit einer Eitelkeit zweiten Grades."

"Eitelkeit zweiten Grades?"

"Ja."

"Was ist das?"

"Du weißt nicht, was eine Eitelkeit zweiten Grades ist?"

"Nein."

"Interessant."

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