Der Antisemitismus und Rassismus des Adolf Bartels
Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Gesch. Europa -
Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik, Note: 1,5,
Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Sprache: Deutsch, Abstract:
Als Mitte des 19. Jahrhunderts auch im Deutschen Reich die
Industrialisierung einsetzte vermochte noch niemand zu sagen, welch
große Umwälzungen sie mit sich führen sollte. Doch es waren nicht
nur große wirtschaftlichen Veränderungen, die das Land grundlegend
verändern sollten. Auch und vor allem auf kultureller,
wissenschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Ebene wurde
das Land innerhalb weniger Jahrzehnte in den Augen vieler Menschen
damals auf den Kopf gestellt. Jahrhunderte alte Traditionen,
Dogmen, Denkweisen, Gepflogenheiten und Strukturen wurden revidiert
oder wurden zumindest von Grund auf angezweifelt.Eine derart
rasante Entwicklung musste Gegenbewegungen hervorrufen. Bewegungen,
die versuchten, diese scheinbar zum Untergang der bekannten Welt
führende Entwicklung zu erklären und
die für diese neue Situation Schuldigen zu suchen. Eine dieser
Strömungen war die völkische Bewegung, deren Basis zum Teil der
Okkultismus, teilweise auch landwirtschaftlich romantische
Strömungen waren, aber auch der Antijudaismus bzw. später der
Antisemitismus. Dieser entwickelte sich im Kaiserreich bis zum
ersten Weltkrieg vor allem in intellektuellen Kreisen, konnte aber
spätestens während der Weimarer Republik durch deren Agitatoren und
Publizisten großflächig verbreitet werden.Einer dieser Verfechter
des Antisemitismus war der Literaturhistoriker Adolf Bartels, der
durch seine provokant vorgetragenen rassistischen und
antisemitischen Ideen den Nerv der Zeit traf und eine völkische
Musterkarriere einschlagen konnte. Er entwickelte sich vom Kritiker
jüdischer Schriften zu einem politisch und gesellschaftlich
engagierten Gegner alles jüdischen und es war nur eine Frage der
Zeit, bis auch die Nationalsozialisten auf ihn und seine Ansichten
aufmerksam wurden, wenngleich er deren
spätere Radikalität in der Umsetzung der Judenfrage nicht
teilte.Doch wer war Adolf Bartels? Worauf beruhte sein Stolz,
Antisemit zu sein? Was bedeutete für ihn Rassismus und
Antisemitismus und warum war dies eine seiner zentral vorgetragenen
Thesen zur Vermeidung des Finis Germaniae ? Wie sah er dies und
inwieweit konnte er seine Ideen verbreiten und Einfluss auf die
Nationalsozialisten üben?Nach einer kurzen Biographie, werden in
dieser Arbeit die aufgeworfenen gestellten Fragen eine zentrale
Rolle spielen.
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