Der Allerhöchste - Blanchot, Maurice

Maurice Blanchot 

Der Allerhöchste

Mit einem Essay von Maurice Blanchot

Aus d. Französ. u. Nachw. v. Mälzer-Semlinger, Nathalie
Gebundenes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
25 ebmiles sammeln
EUR 24,90
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Der Allerhöchste

Le Très-Haut , 1948 erschienen, steht in einer literarischen Tradition mit Mallarmé, Kafka und Albert Camus Roman Die Pest , der zeitgleich erschien. Mit der ersten deutschen Übersetzung kann nun ein großer, ein erstaunlicher, ein monströser Text der literarischen Moderne entdeckt werden, in dem das verschlungene Verhältnis von Krankheit und Gesundheit, Ausgrenzung und Wahnsinn beinahe empathisch vermessen wird.

Henri Sorge, gerade erst von einer Krankheit genesen, kehrt in seine Wohnung in einem Mietshaus zurück, das in eine Art Spital umgewandelt worden ist. Wahnvorstellungen bemächtigen sich seiner, die Beziehung zu seinen Mitmenschen wechselt zwischen Abscheu und Hörigkeit, Abhängigkeit und Abstoßung, Größenwahn und Minderwertigkeitsgefühlen. Unentwegt stellt sich Sorge Fragen über die eigene Existenz, gibt seiner Bewunderung der Welt und des sie regierenden Gesetzes Ausdruck. Ständig widerspricht er sich dabei selbst oder negiert das Gesagte.


Produktinformation

  • Abmessung: 207mm x 134mm x 40mm
  • Gewicht: 553g
  • ISBN-13: 9783882216271
  • ISBN-10: 3882216271
  • Best.Nr.: 30865466

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Das Nachwort der kompetenten Übersetzerin möchte Sibylle Cramer nicht missen. Mit dessen Hilfe gelingt ihr die Erhellung der von Maurice Blanchots auf gut existentialistische Weise erzählten Philosophie. Wenn Blanchots Erzähler versucht, mit Heidegger und Beckett das eigene Dasein entlang verschiedener Lebensstationen zu sichern, der eigenen Schizophrenie und einem Familienkonflikt mit orestischen Qualitäten zu entkommen, ist das aber auch dringend nötig. Die Verhältnisse, die erzählten und die erzählerischen, warnt uns Cramer, bleiben instabil. Human und tiefsinnig nennt sie das bereits 1948 im Original erschienene Buch.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 28.11.2011

Vom Suchen und Finden der Wahrheit

Maurice Blanchot ist der Vater der postmodernen Literaturtheorie. Auch die deutsche Erstübersetzung seines 1948 entstandenen Romans "Der Allerhöchste" ist eine literarische Versuchsanordnung.

Weil sein Werk lange schon das Gesicht seines Autors ausgelöscht habe, entgegnete Maurice Blanchot einmal seinem Verleger, könne er ihm leider keine Fotografie von sich zur Verfügung stellen. Im Jahr 2003 ist der vermutlich radikalste unter den französischen Philosophenschriftstellern fünfundneunzigjährig gestorben. Zuletzt wurde er im Mai 1968 auf einer Studentendemonstration gesichtet und fotografiert. Seitdem existierten weder Bilder noch Geschichten aus dem Privatleben dieses diskret engagierten Intellektuellen, dessen Schreiben nach einer beinah tödlichen Begegnung mit den deutschen Besatzern im Zweiten Weltkrieg im Wesentlichen dem Sterben gewidmet war - dem Sterben mit literarischen Mitteln.

Nicht umsonst haben sich die Denker der Dekonstruktion, unter ihnen Michel Foucault, Jacques Derrida und Pierre Klossowski, an Blanchots Todespoetik abgearbeitet. In seinem essayistischen, noch mehr aber in seinem …

Weiter lesen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 03.01.2012

Erzählen als Daseinskampf
Erstmals in deutscher Sprache: Maurice Blanchots Erzählung „Der Allerhöchste“
Auf der Ebene allerhöchster Abstraktion vollzieht der Erzähler von Maurice Blanchots „Der Allerhöchste“ einen Zirkelschluß. Er setzt sich als Erzähler ein, bleibt aber den Nachweis seiner Existenz schuldig; denn die Grenzen seines immanenten Daseins kann er nicht überschreiten. Sein Versprechen, im „Kommentar meines Handelns . . . die höchste Wahrheit aufblühen“ zu lassen, verrät den umfassenden Wirklichkeitsverlust, den er bekämpft.
Nicht mehr die Evidenz von beschriebenem Leben, dargestellter Welt steht auf dem Spiel. Der Erzähler ist lediglich bestrebt, das eigene vorweggenommene Dasein zu erschließen, zu sichern und in ein Lebensgefüge einzuordnen. Nach rund 400-seitiger rastloser Verwirklichungsarbeit ist er dem Noch-Nicht seiner Existenz soweit entkommen, dass er im letzten Satz melden kann: „Jetzt. Jetzt ist es soweit: Ich rede.“ Von einer räumlichen Unterkunft spricht er nicht.
Sein Name Henri Sorge verrät seine Herkunft aus der Begrifflichkeit Heideggers. Blanchots Erzählung ist im Original (Le …

Weiter lesen
Maurice Blanchot (1907 - 2003) gilt als einer der herausragendsten französischen Schriftsteller und Denker der letzten 50 Jahre. Am engsten befreundet mit Georges Bataille und Emmanuel Levinas, hat er maßgeblichen Einfluss ausgeübt auf Autoren wie Foucault, Deleuze, Derrida, Nancy, aber auch auf Dichter und bildende Künstler.

Leseprobe zu "Der Allerhöchste" von Maurice Blanchot

"Eins müssen Sie sich klar machen", sagte ich mit der ganzen Kraft meiner leichtsinnigen Sympathie, "ich bin eine Falle für Sie. Selbst wenn ich Ihnen alles sagte, würde ich Sie bei aller Aufrichtigkeit nur täuschen: Es ist meine Ehrlichkeit, die Sie hinters Licht führt."

Ein Marktplatz-Angebot für "Der Allerhöchste" für EUR 24,03

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
wie neu 24,03 0,00 Banküberweisung robo-buch 97,6% ansehen
Mehr von