Dein Wille geschehe - Robotham, Michael

Michael Robotham 

Dein Wille geschehe

Psychothriller

Deutsch v. Kristian Lutze
Gebundenes Buch
 
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Dein Wille geschehe

"Wie schön, dass wir einen brillanten Autor entdecken dürfen, der Anlass zu den schönsten Erwartungen auf mehr von diesen perfekten Thrillern weckt." -- Tagesspiegel

"Das ist Thrill pur!" --Tobias Gohlis, Die Zeit

"Nach seinen psychologisch besonders wertvollen Schockern "Adrenalin- und "Amnesie- sorgt Ex-Journalist Robotham durch seine dramaturgische Finesse für durch bibberte Lektürenächte." -- Die Welt

'Wie schön, dass wir einen brillanten Autor entdecken dürfen, der Anlass zu den schönsten Erwartungen auf mehr von diesen perfekten Thrillern weckt.' -- Tagesspiegel

'Das ist Thrill pur!' -- Tobias Gohlis, Die Zeit

'Nach seinen psychologisch besonders wertvollen Schockern 'Adrenalin' und 'Amnesie' sorgt Ex-Journalist Robotham durch seine dramaturgische Finesse für durch bibberte Lektürenächte.' -- Die Welt


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 567 S.
  • Seitenzahl: 567
  • Joseph O'Loughlin Bd.3
  • Deutsch
  • Abmessung: 215mm x 135mm
  • Gewicht: 769g
  • ISBN-13: 9783442311781
  • ISBN-10: 3442311780
  • Best.Nr.: 25546676
"Nach seinen psychologisch besonders wertvollen Schockern ,Adrenalin' und ,Amnesie' sorgt Ex-Journalist Robotham durch seine dramaturgische Finesse für durch bibberte Lektürenächte."
Michael Robotham wurde 1960 in New South Wales, Australien, geboren. Er war lange Jahre tätig als Journalist für große Tageszeitungen und Magazine in London und Sydney, bevor er sich ganz seiner eigenen Laufbahn als Schriftsteller widmete. Mit seinen Romanen "Adrenalin", "Amnesie" und "Todeskampf" sorgte er international für Furore und wurde mit zahlreichen Preisen geehrt. Michael Robotham lebt mit seiner Frau und seinen drei Töchtern in Sydney und London.

Leseprobe zu "Dein Wille geschehe"

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Leseprobe zu "Dein Wille geschehe" von Michael Robotham

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Leseprobe zu "Dein Wille geschehe" von Michael Robotham

Es gibt einen Moment, in dem alle Hoffnung vergeht, aller Stolz schwindet, alle Erwartung, aller Glaube, alles Sehnen. Dieser Moment gehört mir. Dann höre ich den Klang einer zerbrechenden Seele.

Es ist kein lautes Knacken wie von splitternden Knochen, wenn ein Rückgrat bricht oder ein Schädel birst. Auch nicht weich und feucht wie ein gebrochenes Herz. Es ist ein Klang, bei dem man sich fragt, wie viel Schmerz ein Mensch ertragen kann; ein Laut, der das Gedächtnis zerschmettert und die Vergangenheit in die Gegenwart sickern lässt; ein Ton, so hoch, dass nur die Hunde der Hölle ihn hören können.

Hört ihr das? Jemand hat sich zu einer winzigen Kugel zusammengerollt und weint leise in eine endlose Nacht.

Universität Bath

Es ist elf Uhr morgens, Ende September, und es regnet so heftig, dass Kühe in den Flüssen treiben und Vögel auf den aufgeblähten Kadavern hocken.

Der Hörsaal ist voll. Zwischen den Treppen zu beiden Seiten des Raums erstrecken sich ansteigende Sitzreihen, so hoch, bis sie sich in der Dunkelheit verlieren. Mein Auditorium sieht blass aus, ernst, jung und verkatert. Die Orientierungswoche mit ihren zahlreichen Erstsemesterpartys ist in vollem Gange, und viele der Anwesenden haben offenbar heftig mit sich gerungen, ob sie heute zu den Vorlesungen kommen oder wieder ins Bett gehen sollten. Vor einem Jahr haben sie noch Teenie-Filme geschaut und mit Popcorn gekrümelt. Jetzt leben sie weit weg von zu Hause, betrinken sich mit subventioniertem Alkohol und sind gespannt darauf, etwas zu lernen.

Ich betrete das Podium und klammere mich mit beiden Händen am Rednerpult fest, als hätte ich Angst umzufallen.

"Mein Name ist Joseph O'Loughlin. Ich bin klinischer Psychologe und werde Sie durch diesen Einführungskurs in die Verhaltenspsychologie begleiten."

Ich mache eine Pause und blinzele in die Lichter. Ich hätte nicht gedacht, dass es mich nervös machen würde, wieder zu lehren, aber plötzlich zweifle ich daran, irgendetwas Wissenswertes vermitteln zu können. Ich habe noch Bruno Kaufmans Rat im Ohr. (Bruno ist der Chef des psychologischen Instituts der Universität und mit einem perfekten teutonischen Namen für diese Position ausgestattet.) "Nichts von dem, was wir ihnen beibringen, nützt ihnen in der wirklichen Welt irgendwas,

alter Junge", hat er gesagt. "Unsere Aufgabe besteht lediglich darin, ihnen ein Bluffometer an die Hand zu geben." "Ein was?"

"Wenn sie fleißig sind und ein bisschen was kapieren, lernen sie zu erkennen, ob ihnen jemand kompletten Schwachsinn erzählt."

Bruno hatte gelacht, und ich hatte unwillkürlich eingestimmt.

"Geh es locker an", fügte er hinzu. "Noch sind sie sauber, munter und wohlgenährt. In einem Jahr reden sie dich mit Vornamen an und denken, sie wüssten alles."

Wie soll ich es locker angehen?, will ich ihn jetzt fragen. Ich bin doch selbst ein Novize. Ich atme tief ein und beginne.

"Warum steuert ein eloquenter Hochschulabsolvent, der Stadtplanung studiert hat, ein Passagierflugzeug in einen Wolkenkratzer und tötet Tausende von Menschen? Warum schießt ein Junge im Teenageralter auf einem Schulhof wahllos um sich, oder warum bringt ein minderjähriges Mädchen in einer Toilette ein Baby zur Welt und lässt es im Mülleimer liegen?"

Schweigen.

"Wie hat sich ein unbehaarter Primat zu einer Spezies entwickelt, die Atomwaffen konstruiert, sich Big Brother anschaut und fragt, was es bedeutet, ein Mensch zu sein, und wie wir hier hergekommen sind? Warum weinen wir? Warum sind manche Witze komisch? Warum neigen wir dazu, an Gott zu glauben oder auch nicht? Warum erregt es uns, wenn jemand an unseren Zehen nuckelt? Warum haben wir Probleme, uns an manche Dinge zu erinnern, während wir einen nervtötenden Britney-Spears-Song nicht mehr aus dem Kopf bekommen? Was bewegt uns, zu lieben oder zu hassen? Und nicht zuletzt: Warum sind wir alle so verschieden?"

Ich blicke in die Gesichter in den vorderen Reihen. Ich habe ihre Aufmerksamkeit gewonnen, zumindest für einen Moment.

"Wir Menschen beschäftigen uns nun schon seit Tausenden von Jahren mit uns selbst, entwickeln zahllose Theorien und Philosophien, erschaffen erstaunliche Meisterwerke der Kunst, der Technik und originelle Gedankengebäude; aber in all der Zeit haben wir ungefähr so viel gelernt." Mit Daumen und Zeigefinger deute ich einen Zentimeter an.

"Sie sind hier, um Psychologie zu studieren - die Wissenschaft von der menschlichen Seele; die Wissenschaft, die sich mit Erkenntnis, Glauben, Gefühl und Begehren befasst, die unverstandenste Wissenschaft von allen."

Mein herabhängender linker Arm zittert.

"Haben Sie das gesehen?", frage ich und hebe den anstößigen Arm. "Das macht er gelegentlich. Manchmal denke ich, er habe einen eigenen Willen, aber das ist natürlich unmöglich. Unser Wille wohnt nicht in einem Arm oder Bein.

Hier ist meine erste Frage: Eine Frau kommt in eine Klinik. Sie ist mittleren Alters, gebildet, redegewandt und gut gekleidet. Plötzlich schnellt ihr linker Arm hoch, und ihre Finger krallen sich um ihren Hals. Ihr Gesicht läuft rot an. Ihre Augen treten hervor. Sie wird gewürgt. Und dann kommt ihre rechte Hand zu ihrer Rettung. Sie schält die Finger der linken von ihrem Hals und drückt die Hand wieder an die Seite. Was sollte ich tun?"

Schweigen.

Ein Mädchen in der ersten Reihe hebt nervös den Arm. Sie hat kurze rotblonde Haare, die sich federngleich um ihren glatten Nacken schmiegen. "Eine detaillierte Krankengeschichte aufnehmen?"

"Das ist bereits geschehen. Sie hat keine Vorgeschichte psychischer Erkrankungen."

Eine weitere Hand geht hoch. "Es ist ein Fall von selbstverletzendem Verhalten."

"Offensichtlich, aber sie erwürgt sich nicht freiwillig. Es geschieht ungewollt. Ist beunruhigend. Sie sucht Hilfe."

Ein Mädchen mit dick getuschten Wimpern streicht mit einer Hand ihre Haare hinters Ohr. "Vielleicht hat sie Suizidneigungen.""Ihre linke Hand ja. Ihre rechte Hand ist aber offensichtlich anderer Ansicht. Es ist wie in einem Monty-Python-Sketch.

Kundenbewertungen zu "Dein Wille geschehe" von "Michael Robotham"

4 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.3 von 5 Sterne bei 4 Bewertungen **** sehr gut)
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Bewertung von Bellexr aus Mainz am 14.07.2010 ***** ausgezeichnet
„… Der Klang einer zerbrechenden Seele …“

Weil sein Freund und Kollege Bruno Kaufmann keine Zeit hat, die Polizei von Bristol bei einem Selbstmordversuch als psychologischer Berater zu unterstützen, muss der Psychologe Joe O’Loughlin den schwierigen Job übernehmen. Doch alle seine Versuche bleiben erfolglos und er muss mit ansehen, wie sich eine Frau nackt, nur mit einem Handy am Ohr, von einer Brücke zu Tode stürzt. Alles spricht für Selbstmord, doch Joe hat seine Zweifel. Als am nächsten Tag die 16-jährige Tochter der Toten bei ihm auftaucht und ihn um Unterstützung bittet, beginnt er mit Nachforschungen. Dabei findet er heraus, dass Christine Wheeler eine lebenslustige, positiv denkende Frau war, die nach meiner ihrer Tochter Darcy und ihrer Freunde niemals Selbstmord begehen würde. Bei DI Veronica Cray stößt er mit seinen Vermutungen jedoch auf taube Ohren, bis sich wieder eine Frau umbringt, sich die Abläufe des Selbstmords ähneln und sich zeigt, dass Sylvia Furness eine Freundin von Christine war.

Zusammen mit seinem Freund Vincent Ruiz, einem pensionierten Detective setzt der an Parkinson erkrankte Joe seine Ermittlungen fort und unterstützt mit seinem Fachwissen das Team um DI Cray. Langsam entwickelt sich ein Muster heraus, vor allem, als noch eine Frau in den Selbstmord getrieben werden soll. Irgendwie gelingt es dem Mörder, nur mithilfe seines Willens die Frauen davon zu überzeugen, sich selbst zu töten. Bald schon ermitteln die Beamten einen Verdächtigen, doch dieser taucht unter und spielt sein perfides Spiel mit der Polizei und mit Joe, bis es zur Katastrophe für Joe kommt.

Erschreckend, beklemmend und überzeugend beschreibt Michael Robotham die Szenen, in denen der Serientäter den Frauen seinen Willen aufzwängt, was zudem noch einen realistischen Effekt hat, nachdem man im Anhang liest, dass die Idee des Thrillers auf wahren Begebenheiten beruht.

Die in der Ich-Form geschriebenen Gedanken des Mörders erwecken beim Lesen das Gefühl von Wut über seine selbstgerechte, morbide Art, aber auch eine gewisse Form von Ungläubigkeit darüber, dass es ihm alleine durch seine Stimme und seinen Worten so mühelos gelingt, den Frauen seinen Willen aufzuzwingen. Bei dem Täter handelt es sich um einen eindeutig seelisch kranken Menschen, der seine Verhörkenntnisse, welche er beim Militär erhalten hat, geschickt für sich auszunutzen versteht.

Bereits sehr früh ist klar, um wen es sich bei dem Mörder handelt, doch dies nimmt dem Thriller in keiner Weise die Spannung, da nun ein fesselndes Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei und Joe O’Loughlin beginnt, dass der Täter auch noch zum Ende hin geschickt für sich auszunutzen versteht.

Joe O’Loughlin unterrichtet seit seiner Parkinson-Erkrankung nur noch gelegentlich als Professor an der Universität und kümmert sich ansonsten um seine zwei Töchter, während seine Frau Julianne oft dienstlich unterwegs ist. Mr. Parkinson, wie er seine Krankheit nennt, hat ihn melancholischer, grüblerischer und nachdenklicher gemacht und doch geht er meist sehr sachlich damit um, oft auch gemixt mit einem guten Schuss Galgenhumor. Die Handlungsstränge, bei denen Joe zusammen mit dem Ex-Polizisten Vincent Ruiz, der mit einem staubtrockenen Humor gesegnet ist, ermittelt, sind stellenweise etwas humoristisch angelegt und die häufigen Kabbeleien der Beiden lockern die bedrückende Stimmung des Thrillers immer mal wieder ein wenig auf, was man beim Lesen dankbar annimmt.

Der Thriller ist von Anfang an extrem spannend und komplex angelegt, zumal die Beweggründe des Mörders für einen lange nicht ersichtlich sind. Durch die ständigen Szenenwechsel zwischen den Erzählungen von Joe und der makabren, kranken und sadistischen Gedankenwelt des Täters gelingt es Michael Robotham durchweg, die Story sehr fesselnd, bildhaft und flüssig in Szene zu setzen. Zumal es ihm auch mühelos gelingt, allen Mitwirkenden einen facettenreichen Charakter zu geben. Zum Schluss hin zieht der Psy

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Bewertung von Lola aus Gebesee am 11.05.2010 ***** gut
Eine bizzare Selbstmordreihe stellt den Psychologen Joe O´Loughlin vor ein großes Rätsel. Es scheint, dass die Opfer per Handy in den Tod getrieben wurden. Schnell weiß Joe: Hier ist ein teuflisch gefährlicher Psychopath am Werk.
Es hat mir nicht so gut gefallen, weil ich es unnormal finde, wie gestört der Mörder dargestellt wird. Ich empfehle es nur denen, die gerne solche "Grusel"-Bücher lesen.

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Bewertung von Eva aus Köln am 11.03.2010 ***** sehr gut
Psychologe Joe O'Loghlin versucht vergeblich, eine nackte Frau davon abzuhalten, sich von der Bristol Bridge zu stürzen. Bis zu ihrem Sprung telefonierte sie mit ihrem Handy und schien wie ferngesteuert zu reagieren. Kurz darauf stirbt ihre Geschäftspartnerin einen ähnlichen Tod - nackt angekettet an einen Baum, erfroren, ein Handy neben sich. Joe glaubt nicht an freiwillige Selbstmorde: Ein Unbekannter zwingt seine Opfer dazu, sich zu entkleiden und sich umzubringen. Offenbar droht er ihnen mit dem Tod ihrer Kinder und überredet sie dazu, für diese zu sterben ...

Der dritte Fall des renommierten Psychologen Joe O'Loughlin, der an Parkinson leidet. bringt ihn wieder einmal selbst in Lebensgefahr. Die Vorgehensweise des Täters ist perfide und originell, die Handlung durchweg spannend bis zum Schluss. Manche Charaktere, vor allem die Töchter der beiden verstorbenen, sind nicht ganz so überzeugend, trotzdem insgesamt sehr lesenswert.

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Bewertung von Silke Schröder, hallo-buch.de aus Hannover am 04.05.2009 ***** ausgezeichnet
„Dein Wille geschehe“ von Michael Robotham ist ein ausgefeilter psychologischer Thriller, der von Beginn an eine beeindruckende Spannung aufbaut. Mit dem Ich-Erzähler Joe O'Loughlin schafft Robotham eine sympathische Figur, die lernen muss, mit den Einschränkungen einer schweren, praktisch unheilbaren Krankheit zu leben. Joe kniet sich sehr in den Fall hinein, der ihm scheinbar über den Kopf wächst und tief in sein privates Leben eindringt.

Denn sein Gegner ist ein perfider Täter, der durch seine militärische Ausbildung um ausgefeilte psychologische Verhörmethoden weiß und sie auch im Privaten anwendet, um seine Umgebung zu tyrannisieren. Mit den richtigen Mitteln, so zeigt uns Robotham, ist jeder Mensch manipulierbar.

Zugleich geht es ihm um den Umgang mit den Grenzen der eigenen Belastbarkeit - ein Thema, mit dem wir alle früher oder später konfrontiert sind. Und obwohl das Finale die Spannung der Gesamtgeschichte nicht ganz halten kann, ist „Dein Wille geschehe“ ein emotionaler und gut durchdachter Thriller mit einem fesselnden Fall.

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