Das sterbende Tier - Roth, Philip
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Philip Roth 

Das sterbende Tier

Roman

Dtsch. v. Dirk van Gunsteren
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Das sterbende Tier

Nach seinem gefeierten Roman Der menschliche Makel, der 2003 mit Nicole Kidman und Anthony Hopkins in die Kinos kommt, legt Philip Roth, immer noch der zornigste der alten Männer, erneut ein Meisterwerk vor, in dem ein Mann seine intimsten Seelenregungen preisgibt, und über Sex, das Altern und die Hinfälligkeit des Körpers auf eine Weise spricht, die dem Leser den Atem raubt.


Produktinformation

  • Verlag: ROWOHLT TB.
  • 2004
  • 6. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 159 S.
  • Seitenzahl: 160
  • rororo Taschenbücher Nr.23650
  • Deutsch
  • Abmessung: 192mm x 116mm x 15mm
  • Gewicht: 147g
  • ISBN-13: 9783499236501
  • ISBN-10: 3499236508
  • Best.Nr.: 12334771
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.02.2003

Liebe, Vergeltung am Tod
Philip Roths kleiner bedeutender Roman "Das sterbende Tier"

Worum geht es in dem kleinen Roman "Das sterbende Tier"? Um die Liebe, die Literatur und die Juden. Das aber sind bei diesem Autor nicht etwa drei verschiedene Themen, vielmehr ist es ein einziges: Denn er, der Jude Philip Roth, erzählt in der Regel von jüdischen Intellektuellen, die verliebt sind - in Frauen und in die Literatur. Das läßt sich noch knapper sagen: Sie sind in das Leben verliebt. Dabei vermeidet er es - um es etwas überspitzt auszudrücken -, Literatur und Leben zu unterscheiden. Für ihn ist nicht nur die Literatur ein Echo des Lebens, sondern auch das Leben letztlich ein Abglanz der Literatur.

Dieser Philip Roth - schreibt der immer über Juden? Ja, so ist es: über ihre Größe und Erbärmlichkeit, ihre Triumphe und Niederlagen, ihre Leiden. Er erzählt von jüdischen Individualisten, denen es nur selten oder überhaupt nicht gelingt, sich mit ihrer Identität abzufinden, und die, mögen sie auch so erfolgreich sein wie er selber, der Autor Roth, dennoch mit sich und der Welt hadern: Sie haben ein gebrochenes Verhältnis zu den Menschen …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 21.02.2003

Das Blut
Philip Roth lässt kein Tier sinnlos sterben
„Was soll man machen, wenn man zweiundsechzig ist und all die Körperteile, die bisher unauffällig waren (Nieren, Lunge, Venen, Arterien, Gehirn, Därme, Prostata, Herz) im Begriff sind, sich besorgniserregend bemerkbar zu machen, während das Organ, das sich ein Leben lang mehr als alle anderen bemerkbar gemacht hat, dazu verurteilt ist, zur Bedeutungslosigkeit zu verkümmern?”
Dieses eine Organ in Philip Roth’ neuem, nunmehr monumental phallozentrischen Roman „Das sterbende Tier” gehört David Kepesh, den Roth- Leser schon aus den Romanen „Die Brust” (1972) und „Der Professor der Begierde” (1977) kennen. Kepesh ist Literaturprofessor und nun – in hohem Alter – außerdem eine Semiprominenz des New Yorker Lokalfernsehens, wo er eine Sendung als Kunstkritiker hat. An der Uni hält er nur noch ein Seminar über „Praktische Kritik” – und „praktisch” heißt dieses Seminar wohl auch deshalb, weil es so für den alten Kepesh überaus praktisch ist, um jungen Frauen zu begegnen.
„Das sterbende Tier” ist ein schmales Buch von 160 Seiten und hat die Form eines langen Monologs, …

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"Schlicht und einfach der größte Romancier, der heute in englischer Sprache schreibt." - Louis Begley

Der alte Mann und das Mädchen<br /> Die übliche Geschichte bei Philip Roth, und doch ist sie immer neu: Ein alternder Gelehrter - in diesem Fall ein amerikanisches Pendant zu Marcel Reich-Ranicki - kann es nicht lassen; immer wieder macht er sich an seine Studentinnen heran, deren jugendlichem Charme er sich nicht entziehen kann. Seine Virilität aber scheint in Kombination mit seiner intellektuellen Autorität unwiderstehlich zu wirken: Immer bekommt er was er will.<br /> Die Katze und der Goldfisch<br /> Auch die begehrenswerte Kubanerin Consuela Castillo vermag der routinierte Verführer in sein Bett zu locken. Doch irgendwas ist bei ihr anders als bei seinen üblichen Affären. Man bemerkt es schon zu Beginn des Romans, als er ausschweifend Consuelas Schönheit schildert. Er gerät bereits bei der Schilderung ihrer Kleidung außer Atem und bewegt sich hart am Rande des Kitsch, als die Reihe an ihrer seidenen Unterwäsche oder ihren großen Brüsten (BH-Größe D) ist. Mit Hilfe roher sexueller Brutalität gelingt es ihm im Laufe ihrer gemeinsamen Affäre, Consuelas Leidenschaft zu wecken. Doch diese ist eine gelehrige Schülerin, und so wird der sexuelle Dominator zum Dominierten: "Ich war die Katze, die den Goldfisch beobachtet. Nur dass es in diesem Fall der Goldfisch war, der die Zähne hatte."<br /> Die pornografische Qual<br /> Eifersucht heißt das Gift, das sie ihm einflößt, und unter dem er von nun an leiden wird: "Ein junger Mann wird sie finden und sie mir wegnehmen." Dieser junge Mann ist er selbst, nur 40 Jahr jünger. So beginnt die "pornografische Qual": "Einem anderen, der man ein einst selbst war, dabei zuzusehen." Machtlos und voll Begehren zu sehen, wie ein anderer zum Dominator der Frau wird, von der man dominiert wird. Diese Qual ist die Kristallisation des eigentlichen Problems: das Bewusstsein zu altern.<br /> Die Memoiren eines Besessenen<br /> In seinem Roman <em>Das sterbende Tier</em> ist Philip Roth am tiefen Grund der ungeschminkten Wahrheit um sexuelle Faszination und Besessenheit angelangt. Die Geschichte des telegenen Literaturkritikers scheint ihm nur dazu zu dienen, dem Leser seine Erkenntnisse über die Sexualität, das Altern und das Leben mitzuteilen. Dabei wendet sich der Ich-Erzähler manchmal auch direkt an den Leser, der fiktiv bei ihm auf der Couch sitzt und zu seinem Vertrauten wird. Roth hat hier die Memoiren eines Besessenen geschrieben. Ungeschminkt und fern jeder Illusion.<br />(Andreas Rötzer)

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Thomas David ist absolut hingerissen von diesem Roman, in dem der aus vorangegangenen Büchern Roths bekannte Protagonist Kepesh erfährt, dass die bildschöne junge Studentin, mit der er einst eine Affäre hatte, an Brustkrebs erkrankt ist. Dieser "grandiose Monolog" Kepeshs ist nicht nur die Geschichte einer Liebe, das Dokument einer "ungezügelten Leidenschaft" und Erzählung von überwältigender Eifersucht von "beachtlichem Format", schwärmt der Rezensent, sondern gleichzeitig auch eine Analyse der historischen Entwicklung, die mit der sexuellen Revolution der 60er Jahre begann. Insbesondere die Entwicklung von einem erotischen Abenteuer zu einer Obsession sieht der begeisterte David auf "brillante Weise" dargestellt und das Ende des kurzen Romans preist er gar als "eine der wirklich atemberaubenden Schlusspassagen" der neueren Literatur.

© Perlentaucher Medien GmbH

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"Das Meisterwerk von Philip Roth, gelesen von einem der besten Schauspieler Deutschlands."
Philip Roth wurde 1933 in Newark, New Jersey, geboren. Für sein Werk wurde er mit allen bedeutenden amerikanischen Literaturpreisen ausgezeichnet. Im Jahre 2001 erhielt er die höchste Auszeichnung der American Academy of Arts and Letters, die Goldmedaille für Belletristik, die alle sechs Jahre für das Gesamtwerk eines Autors verliehen wird. 2006 wurde Philiph Roth mit dem "Pen/Nabokov-Preis" ausgezeichnet, 2007 erhielt er den "Saul-Bellow-Preis" des Schriftsteller-Verbands, 2009 den "Welt"-Literaturpreis und 2011 wurde er mit dem "Man Booker International Prize" ausgezeichnet.

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7 Marktplatz-Angebote für "Das sterbende Tier" ab EUR 2,00

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