Produktbeschreibung zu Das Siegel der Tage
"Hör mir zu, Paula, ich werde dir eine Geschichte
erzählen", so begann Isabel Allendes persönlichstes Buch, ihr
Lebensroman Paula. Der viel zu früh gestorbenen Tochter, deren
Geist für Isabel Allende zu einem sanften Wegbegleiter geworden
ist, erzählt die Autorin nun davon, wie ihr offenes Haus in
Kalifornien sich mit der Zeit in den Mittelpunkt nicht nur ihrer
eigenen Familie, sondern eines ganzen Clans aus angeheirateten
Verwandten, neuen und alten Freunden verwandelt hat: eine Familie
wie aus einem Roman.
Das Leben schreibt gute Geschichten, aber besser noch, wenn sie uns
jemand wie Isabel Allende erzählt, die mit einem kräftigen Schuß
Selbstironie und mit großem Herzen von unverhofften Begegnungen,
Liebschaften, Trennungen und Versöhnungen spricht, von lesbischen
Nonnen, die sich eines schon aufgegebenen Säuglings annehmen, und
von chinesischen Buchhaltern, die unter der Fuchtel ihrer Mama eine
Ehefrau suchen. Und als warmen Unterstrom des mal komischen, mal
traurigen oder dramatischen Treibens lesen wir die Geschichte einer
Liebe zwischen einer reifen Frau und einem reifen Mann, die alle
Stromschnellen und Untiefen gemeinsam gemeistert und ihre Zuneigung
zueinander lebendig zu halten gewußt haben.Mit Wärme, Humor und
ihrem handfesten Sinn dafür, wie das Leben in all seinen Formen zu
meistern wäre, erzählt Isabel Allende in Das Siegel der Tage von
den schwierigen Zeiten nach dem Verlust ihrer Tochter Paula und von
den erfüllten Tagen im Zentrum einer überaus farbigen Großfamilie.
Produktinformation
- Verlag: Suhrkamp
- 2008
- Ausstattung/Bilder: 2008. 409 S.
- Seitenzahl: 415
- Best.Nr. des Verlages: 42010
- Deutsch
- Abmessung: 217mm x 136mm x 35mm
- Gewicht: 576g
- ISBN-13: 9783518420102
- ISBN-10: 3518420100
- Best.Nr.: 23824879
 | Besprechung von 22.08.2008 |
Alles im Übergriff
Mit Isabel Allende in der Hölle der Intimität: „Das Siegel der
Tage”
Mit einer Auflage von 35 Millionen, Übersetzungen in 27 Sprachen
und mehreren Verfilmungen ist Isabel Allende eine Königin ihrer
Zunft. Als Schwiegermutter muss sie der pure Horror sein. Die
weltweit gefeierte Bestsellerautorin legt der neuen Freundin ihres
Sohnes Briefe aufs Kopfkissen, spaziert unangemeldet in aller Frühe
zur Tür herein, für die sie selbstverständlich einen Schlüssel
besitzt, rollt klammheimlich auf dem Wohnzimmerfußboden des
frischgebackenen Paares einen Perserteppich aus, räumt die Möbel um
und sorgt bei ausbleibendem Nachwuchs für
Fruchtbarkeitsbehandlungen. Übergriffe sind ihre große Spezialität,
weshalb sich die gesamte Familie regelmäßig in die Obhut von
Therapeuten begibt.
Auch der Leser ihres neuen Buches „Das Siegel der Tage”, das kaum
mehr als die schlichte Niederschrift ihres kalifornischen
Privatlebens der letzten fünfzehn Jahre ist, hat unter diesen
Übergriffen zu leiden. Ob wir wollen oder nicht, Frau Allende haut
uns ihre intimsten Belange um die Ohren. Die sexuelle Orientierung
von Schwiegertochter Nummer eins, die …
Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension
Mehr als nur ein bisschen genervt scheint die Rezensentin Ariane Breyer von dieser offenbar autobiografischen Selbstdarstellung der Isabel Allende als nicht mehr ganz junge Kupplerin. Und Tratscherin. Im wesentlichen geht es, wenn wir die Zusammenfassung recht verstehen, darum, wie Allende diverse Mitglieder der Familie und auch den Buchhalter ihres Mannes unter die Haube zu bringen versucht. Geschildert wird die Wandlung der homophoben Schwiegertochter zur Lesbe, außerdem ein Lesbenpärchen, das die Tochter der drogensüchtigen Stieftochter adoptiert - und manches mehr, das die Öffentlichkeit im Grunde eher nicht näher angeht. Zu den Indiskretionen, die all diese Geschichten bedeuten, glaubt Allende sich lizenziert, so Breyer, weil sie Schriftstellerin ist und weil deshalb die Gesetze des Anstands für sie nicht gelten. "Gedankliche Tiefe" hat die Rezensentin dabei nicht ausmachen können, immerhin gelegentliche Spuren von "Selbstironie".
© Perlentaucher Medien GmbH
 | Besprechung von 25.10.2008 |
Für all die heiligen Momente in der KriseMemoiren einer Kupplerin: Isabel Allende erzählt wieder von sich und gibt dabei die Familientherapeutin, die sich um das Liebesleid der Angehörigen kümmert - zirkusreif.
Von Ariane Breyer
Vor mehr als zehn Jahren hat die chilenische Bestsellerautorin Isabel Allende ihren Roman "Paula" vorgelegt, in dem sie den frühen Tod ihrer Tochter verarbeitete. Auch ihre neue Autobiographie ist Paula gewidmet, doch steht jetzt nicht mehr die Verlusterfahrung im Vordergrund. "Das Siegel der Tage" hält den Zumutungen des Lebens ein nachdrückliches "Trotzdem" entgegen und plaudert im locker-leichten Tonfall einer Seifenoper über Kabale und Liebe des Allende-Clans. "Meinem Leben fehlt es nicht an Dramatik, zirkusreifes Material, über das ich schreiben könnte, findet sich mehr als genug", verspricht die Autorin.
Glaubt man dieser Selbstbeschreibung, so verdankt sich die Fülle literaturfähigen Stoffes maßgeblich ihrem zügellosen Einsatz für das Liebesleben der Sippschaft. Die "infernalische Schwiegermutter" befindet sich auch noch beim Shopping auf Brautschau für ledige Verwandte, mischt sich mit …
"Der Roman ist eine bunte, heitere, aber auch berührende Lektüre, die glücklicherweise zu keinem Zeitpunkt rührselig wird. ... Mit ihrem Talent, Ungewöhnliches noch bunter darzustellen, Gewöhnlichem komische Seiten abzugewinnen, in scheinbar Nebensächlichem das Bizarre zu entdecken, Tragisches sachlich und doch nachhaltig zu verarbeiten, gelingt ihr wieder ein liebenswerter Roman, der eine Fortsetzung nicht ausschließt. Denn das Schlusswort "Ende" enthält in Klammern den Zusatz: "fürs erste"." Frauke Kaberka Berliner Literaturkritik
»Das Siegel der Tage hält den Zumutungen des Lebens ein nachdrückliches Trotzdem entgegen und plaudert im locker-leichten Tonfall über Kabale und Liebe des Allende-Clans.«
"Der Roman ist eine bunte, heitere, aber auch berührende Lektüre, die glücklicherweise zu keinem Zeitpunkt rührselig wird. ... Mit ihrem Talent, Ungewöhnliches noch bunter darzustellen, Gewöhnlichem komische Seiten abzugewinnen, in scheinbar Nebensächlichem das Bizarre zu entdecken, Tragisches sachlich und doch nachhaltig zu verarbeiten, gelingt ihr wieder ein liebenswerter Roman, der eine Fortsetzung nicht ausschließt. Denn das Schlusswort "Ende" enthält in Klammern den Zusatz: "fürs erste"." Frauke Kaberka Berliner Literaturkritik
Isabel Allende wurde am 2. August 1942 in Lima/Peru geboren. Nach Pinochets Militärputsch am 11. September 1973 ging sie ins Exil. 1982 erschien ihr erster Roman, der zu einem Welterfolg wurde. Der dänische Regisseur Bille August verfilmte den Roman 1993. Allende arbeitete unter anderem als Fernseh-Moderatorin und war Herausgeberin verschiedener Zeitschriften. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Kalifornien.
Im Jahr 2011 wurde ihr der Hans-Christian-Andersen-Literaturpreis, einer der wichtigsten Literaturpreise Dänemarks, verliehen.
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