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| Bewertung von Tinkers aus Berlin am 28.03.2012 | |
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Die Hauptfigur Stine macht sich Gedanken wie sie aus dem Moloch der absurden Familienverhältnisse aussteigen und ein eigenes Leben führen kann. Manchmal macht sie sich heimlich auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter... Sie begibt sich auf eine Selbstfindung und lernt aus den Erfahrungen und Weisheiten der Menschen, denen sie dabei begegnet und findet dadurch den Weg aus ihrem Gefühls-und Gedankenchaos. Ich hab mich köstlich amüsiert mit dem Buch und einige Male herzhaft gelacht, weil die Personen im Buch zwar skuril sind, aber auch mehr oder weniger in jedem Bekanntenkreis Vorbilder finden... Und es gibt Personen in diesem Buch, die ich mir in meinem Bekanntenkreis wünsche!!! Vom Titel und dem Klappentext her erwartete ich eine einfache, recht flache Geschichte mit einem schrägem Humor... Schnell entdeckte ich es als die Geschichte einer Selbstfindung gespickt mit den Lebenserfahrungen der verschiedensten Leute und sehr tiefsinnigen Gedankengängen. Okay der Wortlaut ist manchmal etwas derb und vorlaut, aber das macht das Buch auch irgendwie aus. Schon am Anfang findet sich auch die Erklärung wie es zum Buchtitel kam und ich denke es ist ein gutes Bild, dass die Protagonistin Stine auch ein Schwein unter den Fischen ist... nämlich etwas besonderes, dass sich aus der Masse hervorhebt und nicht mit der Masse mitschwimmt! Gerade die anscheinend gefühlskalte Schreibweise verbirgt für mich sehr viele Gefühle, ich finde zwar Stine sehr schräg in ihrer Art, aber dennoch mochte ich sie. Sie passt einerseits in ihre Umgebung, andererseits aber so überhaupt nicht. Stine polarisiert. Stine rüttelt an dem Weltbild ihrer teils spießigen teils absurden Umwelt. Eine Geschichte voller Sarkasmus, Ironie und Gegen-den-Strom-Schwimmen... das macht es für mich zu einem Buch, bei dem mir nicht viele aus meiner Umgebung einfallen, denen das gefallen würde... aber ich mochte das Buch richtig gerne! Auch das Buch selbst ist ein Schwein unter den Fischen: Es hebt sich von den anderen hervor, es polarisiert und es rüttelt am Weltbild! Das Buch machte mich neugierig auf die Autorin, die mir bis dato noch fremd war und ihre vorherigen Bücher sind umgehend auf meinem Wunschzettel gelandet. Ich vergebe 4 von 5 Punkten, denn ich fand das Buch sehr gut… kann es nur leider nicht jedem empfehlen, weil es sicher kein Buch für jeden Typ Leser ist!!! |
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| Bewertung von Brilli aus Hagen am 25.02.2012 | |
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Schräge Kost a la carte. Nicht nur ein Imbiss ist das, was uns die Autorin Jasmin Ramadan mit ihrem Werk "Das Schwein unter den Fischen" anbietet. Es ist schon ein komplettes Menu, das sich hier aus den skurrilen Typen zusammensetzt, mit denen es Celestine zu tun hat. Die absolut kürzeste Rolle spielte dabei wohl ihre leibliche Mutter, die sich nach Beendigung ihrer Au-Pair-Zeit wieder nach Frankreich absetzte und Stine - oder auch Stint - beim Vater Reiner ließ und damit ihr Aufwachsen in einem stark unterpriviligierten Milieu heraufbeschwor. Ihre Stiefmutter Ramona, in die der verlassene Reiner sich rettungslos verliebte, weil sie mit unnachahmlicher Grazie und leuchtend rot lackierten Fingernägeln an der Tankstelle selbst geschmierte Mettbrötchen an ihn verkaufte, brachte auch keinen positiven Niveauschub nach oben mit sich, dafür war ihr Talent zum Bauchtanz zu mini - und ihr Alkoholbedarf zu maximal ausgeprägt. Reiners Schwester, Tante Beatrix, oder liebevoll Trixi genannt, hatte vor Jahren schon dem männlichen Geschlecht abgeschworen. Nur hatte das den Verlust ihres Elternhauses zur Folge, als sie beim lesbischen Treiben von ihrer Mutter erwischt wurde. Diese Oma Senta allerdings war es, der die Familie ihre Existenz, ihren Kiosk, verdankte, den sie sich von ihrem Erbe kaufen konnten. Dass sie damit jedoch in eine familien - und generationenüberdauernde Kioskdynastie einsteigen sollte, widerstrebte Celestine gewaltig und wurde ihrem beständigen Drang nach Höherem nicht gerecht! Die Schriftstellerin hat eine Begabung außergewöhnliche Charaktere zu zeichnen, die zuerst amusieren und zum Lachen bringen, danach allerdings Nuancen von Tragik und Verzicht mitklingen lassen. Freies und Ungebundenes, was man sich außerhalb der Normen glaubt erlauben zu können, wird plötzlich begrenzt und verhindert, was man erreichen möchte, kann man nur erträumen, weit entfernt von der Realität, mit der man es danach wieder zu tun hat, inmitten einer Familie, in der solche "Angehörigen" wie der Kater Friedrich(übrigens eine Hinterlassenschaft der leiblichen Mutter)und der Hund Anaconda noch die kleinsten Probleme bedeuteten. Die Geschichte reiht verrückte, bunte Seifenblasen aneinander, vielfarbig und fragil, oft in derbe Worte gepackt, dann wieder Ausdruck von Sensibilität und Einfühlung, sehr vielschichtig und deshalb lesenswert. |
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| Bewertung von Barbara R. aus München am 22.02.2012 | |
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Stine lebt als uneheliches Kind bei ihrem Vater und seiner alkoholsüchtigen Partnerin Ramona unter sehr ärmlichen Verhältnissen. Erst als ihre Oma stirbt erbt ihr Vater Geld und sie können vom Gartenhäuschen in eine richtige Wohnung ziehen und ihr Vater und Ramona erfüllen sich ihren Lebenstraum und eröffnen einen Imbiss. Ihre Mutter kennt Stine nicht, aber trotzdem bemerkt man eine gewisse Bewunderung und Sehnsucht, sie endlich kennenzulernen. Im Laufe des Buches lernt Stine so einige neue Menschen kennen und man ist hautnah dabei, wie sie so langsam erwachsen wird. Der Roman erzählt keine Geschichte im eigentlichen Sinn, sondern handelt von einem außergewöhnlichen Mädchen, das seine Bestimmung sucht und einfach nur geliebt werden will. Die Autorin beschreibt die vielen Charaktere sehr intensiv und man baut sehr schnell Sympathien auf. 'Das Schwein unter den Fischen' verspricht eine skurile Mischung aus humorvollen und doch traurigen Passagen und erzählt mitten aus dem Leben. Dennoch hätte ich mir ein bisschen mehr Tiefgang und Handlung gewünscht. Sicherlich kein gewöhnliches Buch, das jedermanns Geschmack trifft, aber dennoch eine schöne Geschichte für Zwischendurch. |
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| Bewertung von thoralb aus Sittensen am 21.02.2012 | |
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Es ist länger her, seit mich ein Buch so richtig begeistert hat. Jetzt ist es wieder soweit: Jasmin Ramadans Roman ist vom ersten Satz an ein Lesegenuss. „Es war an meinem dreizehnten Geburtstag, als Ramona eine Tiefkühltorte föhnte …“ Herrlich! Gekonnt verbindet die Autorin den eigentlich tragischen Hintergrund der Erzählerin Celestine – genannt Stine oder Stint – mit einem humorvollen und flüssigen Erzählstil. Ramadan hat ein überragendes Gefühl für absurde Szenen. Wenn etwa Stines Vater Ramona verfällt, als diese sich einen Mett-Rest hinters Ohr reibt und säuselt: Eau de Schwein. Diese Momente genieße ich als Leser. Ich würde ständig innehalten, um diesen Genuss länger wirken zu lassen. Wenn der lebendige und fesselnde Stil mich nicht ständig zum Weiterlesen drängen würde. Eine brillante Tragikomödie mit intelligentem Witz und ernstem Hintergrund. So absurd manches Detail anmutet, bleiben die Charaktere doch glaubwürdig. Und das ist die Stärke von Ramadan: Sie beobachtet genau und schildert ihre Figuren immer wohlwollend. Unabhängig davon, wie sie handeln. Der Leser spürt, dass die Autorin ihre Figuren als Menschen ernst nimmt. Sie weckt das Gefühl, die Personen könnten jeden Moment um die nächste Straßenecke kommen. Deshalb folgen wir auch der schrägen Entwicklung der Geschichte, ohne sie in Zweifel zu ziehen. Jemanden erpressen, um einen Job bei einem Pflegedienst zu bekommen? Kann passieren. Ein Mettbrötchen mit einem lachenden Gesicht als väterlicher Liebesbeweis? So ist das Leben. Unbedingt wollen wir mehr erfahren über Stines schräge Familie: Vater Reiner mit seiner Gefährtin Ramona, Oma Senta und Tante Trixi, die von der Mutter verstoßen wurde, weil sie lesbisch ist. Wird Stine ihre Mutter Colombe kennen lernen? Der Roman erzählt von einer jungen Frau, die ihren Platz in der Welt sucht. Von eigenwilligen und ehrlichen Menschen. Er sticht heraus aus dem Meer der Bücher. Eindeutig etwas Besonderes. Für mich ist Jasmin Ramadan DIE Entdeckung. Dieses Buch muss gelesen werden. Da gibt es keine Alternative. |
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| Bewertung von leserattebremen aus Bremen am 18.02.2012 | |
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Stine (eigentlich Celestine) wächst in einer seltsamen Familie auf: Ihr Vater Reiner betreibt einen Imbiss, in dem es hauptsächlich Mettbrötchen zu geben scheint. Die Stiefmutter Ramona ist Alkoholikerin und betrügt ihren Mann ununterbrochen und Tante Trixie ist eine depressive Lesbe, deren bester Freund ein schwuler amerikanischer Arzt ist. Was wie eine lustige Chaosfamilie beginnt, wird leider schnell anstrengend für den Leser. Welche Geschichte möchte Jasmin Ramadan mit ihrem Roman eigentlich erzählen? Die eines jungen Mädchens das ohne Mutter aufwächst und ihren Platz im Leben sucht? Das gelingt phasenweise ganz gut, beispielsweise wenn Stines Abitur beschrieben wird und wie sie danach mit einem Mitschüler abstürzt. Doch die bunte Familie drängelt sich immer wieder in den Vordergrund und so ganz werden Stines Beweggründe und Gefühle auch nie klar. Sie will auf irgendeine Art von ihrem Vater weg, gleichzeitig jedoch auch nicht. Anscheinend hat sie Talent zu zeichnen, doch wirklich klar wird das auch nicht, sie überlegt Kunst zu studieren, aber eigentlich will sie das auch nicht. Sicher gibt die Autorin damit gut wieder, was in diesem jungen Menschen vorgeht, der sich nicht klar ist, wo er im Leben hingehört und zu welchen Menschen er gehören möchte. Doch die Umsetzung ist für den Leser nicht wirklich fesselnd und manchmal schwer zu lesen. Stilistisch wirkte das Buch auf mich fast wie ein Drehbuch, die Beschreibungen vermitteln sofort Bilder und die Geschichte läuft wie ein Film vor einem ab. Das gibt dem Buch trotz seiner stellenweise sehr anstrengenden Art etwas Unterhaltsames, was zum Weiterlesen animiert. Den Film zu dieser Geschichte würde ich gerne sehen, wie Stine sich bewegt, wie sie redet, ihre Mimik, wenn sie mal wieder mit dem Leben konfrontiert wird, das eigentlich gar nicht will. Das Buch konnte mich leider nicht wirklich überzeugen. |
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| Bewertung von MsBookeria am 04.02.2012 | |
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Celestine wächst bei ihrem Vater Reiner auf. Ihre Mutter, ein französisches Au-pair-Mädchen namens Colombe, hat sie als Baby bei ihrem Vater abgegeben. Als sie noch ein kleines Kind ist heiratet ihr Vater die Tankstellentochter Ramona. So wird sie erwachsen zwischen ihrer unglücklichen Oma Senta, ihrer lesbischen und etwas konventionellen Tante Trixi, ihrer dauerbetrunkenen Stiefmutter Ramona, Kater Friedrich und den alljährlichen Urlaubsausflügen nach Italien auf einen Campingplatz. Außer Stine hat niemand aus ihrer Familie wirklich etwas aus seinem Leben gemacht. Sie selbst macht ihr Abitur und hat mehr mit ihrem Leben vor, jedoch ist sie sehr ziellos und weiß nicht welche Richtung sie einschlagen soll. Somit arbeitet sie erstmal in dem Imbiss von ihrem Vater. Sie hat nicht viele Freunde und auch keine richtige Bezugsperson. Vom Leben scheint sie sich einfach mitreißen zu lassen ohne einen Plan zu haben wo es sie hinführen soll. Im Hintergrund schwirrt immer leise der Gedanke an ihre ihr unbekannte verschwundene Mutter mit, die sie nie kennenlernen konnte. Als Stine durch eine zufällige Wendung anfängt in einem Pflegejob zu arbeiten, betreut sie Lilli, eine schwierige ältere Dame, und lernt dort ihrem Wohnhaus einen Jungen namens Enki kennen und verliebt sich das erste Mal richtig. Diese Beziehung führt sie und ihre gesamte Familie dann abermals nach Italien und wie der Zufall es will, verändert sich danach das Leben aller beteiligten. Das Buch las sich sehr gut von Anfang an, es war mir keine große Mühe dran zu bleiben, obwohl man nicht sagen kann, dass wirklich besonders viel in der Handlung passiert, noch dass richtig Spannung aufgebaut wurde. Der Leser beobachtet einfach das Geschehen und lässt sich genau wie Stine mit dem Strom mitreißen. Trotzdem kann ich nicht sagen, dass es langweilig zwischendurch wurde. Ich habe mich ebenfalls gerne darauf eingelassen und mittreiben lassen von der Geschichte. Am Ende des Buches gibt es dann in Italien einen plötzlichen Cut in der Handlung und man kann kurz und bündig noch erfahren wie es mit den ganzen Charakteren des Buches weiterging. Bis kurz vor Ende wirkte alles noch recht authentisch, allerdings fand ich diesen letzten Teil des Buches zwar interessant und damit auch eine gute Idee, den Inhalt jedoch etwas zu konstruiert, unrealistisch und nicht so ganz nachvollziehbar. Das Leben aller Beteiligten schien auf einmal viel zu positiv in der Gesamtheit zu sein, dies hat mich dann doch etwas gestört. |
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Bewertung von sabatayn76 am 21.01.2012 |
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'Vielleicht bin ich sogar nur eine schlechte Laune meines Vaters, ein ärgerlicher Zufall seiner Biografie, ein überflüssiger kleiner zickiger Fisch, ein Stint.' Inhalt: Stine ist das Resultat eines Abenteuers zwischen ihrem Vater Reiner und Colombe, einem Au-pair aus Frankreich. Ihre leibliche Mutter kennt sie nicht, und sie lebt mit dem Vater und seiner neuen Frau, der Alkoholikerin Ramona, in Hamburg. Nach dem Tod der Großeltern erbt Stines Vater genug Geld, um sich seinen großen Traum zu erfüllen - er und Ramona eröffnen einen Imbiss. Und dieser Imbiss soll eines Tages in Stines Besitz übergehen, aber sie möchte gern aus der Welt des Vaters ausbrechen und sehnt sich nach einem anderen Leben. Mein Eindruck: Eine Bewertung von 'Das Schwein unter den Fischen' fällt mir verhältnismäßig schwer, denn einerseits liest sich Ramadans Roman flüssig und unterhaltsam, die Protagonisten sind herrlich skurril, der schwarze Humor hat mir sehr gut gefallen und Stines Innenleben wurde authentisch und nachvollziehbar geschildert. Andererseits bleibt nach der Lektüre ein ungutes Gefühl zurück, ich hatte die Empfindung, etwas habe gefehlt, ich wurde in die Geschichte hinein und dann einfach wieder heraus katapultiert. Auch die oft sehr explizite, ordinäre Sprache ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Mein Resümee: Eine interessante Geschichte, die meiner Meinung nach jedoch noch unausgereift ist. Kann man lesen, muss man aber nicht. |
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