Das Schwarzbuch des Kommunismus

Das Schwarzbuch des Kommunismus

Das schwere Erbe der Ideologie

Von Stephane Courtois, Alexander Jakolew, Martin Malia u. a.
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Das Schwarzbuch des Kommunismus

Der lang erwartete zweite Band des "Schwarzbuch des Kommunismus". Er behandelt Länder, zu denen bei Erscheinen des ersten Bandes noch keine Studien vorlagen, wie etwa Rumänien und Bulgarien oder die baltischen Staaten, die heute der EU angehören. Die Autoren analysieren das Phänomen kommunistischer Bewegungen im Westen, die stark waren, aber nicht zur Regierung gelangten, wie etwa in Italien oder Griechenland. Auch die Bewältigung der kommunistischen Vergangenheit im modernen Rußland wird ausführlich behandelt. In einer fulminanten Einleitung zeichnet der Herausgeber Stéphane Courtois die Debatte um die Verbrechen des Kommunismus nach. Die Frage, wie es dazu kommen konnte, daß die Idee von der klassenlosen Gesellschaft so schrecklich pervertiert wurde, so viel Terror, Gewalt und Leid über die Menschheit brachte, wird uns noch lange beschäftigen.


Produktinformation

  • Bd.2
  • Verlag: Piper
  • 2004
  • Ausstattung/Bilder: 2004. 541 S.
  • Seitenzahl: 541
  • Deutsch
  • Abmessung: 226mm x 155mm x 47mm
  • Gewicht: 855g
  • ISBN-13: 9783492045520
  • ISBN-10: 3492045529
  • Best.Nr.: 12730766
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 20.01.2005

Wissen ohne Trauer
Die Erinnerung an das blutige Weltexperiment Kommunismus

Stéphane Courtois (Herausgeber): Das Schwarzbuch des Kommunismus 2. Das schwere Erbe der Ideologie. Piper Verlag, München 2004. 512 Seiten, 24,90 [Euro].

Als Stéphane Courtois 1998 in Berlin das "Schwarzbuch des Kommunismus" vorstellte, gifteten ihn antifaschistische Menschenfreunde an, er möge abhauen und vom Eiffelturm springen. Courtois sprang nicht. Er folgte vielmehr seinem Buch in die Länder, in denen es übersetzt wurde. Dort diskutierte er darüber und sammelte Reaktionen auf seine Enzyklopädie des Grauens. Ihre Auflage überstieg eben die Million und liegt in einundzwanzig Sprachen vor.

Den regionalen Schwerpunkt des ersten Folgebandes zum wissenschaftlichen und politisierten Umgang mit dem blutroten Erbe bilden Estland, Bulgarien, Rumänien, Griechenland und Italien. Die weltpolitische Perspektive der totalitären Erfahrung behandeln Alexander Jakowlew (Politbüro der KPdSU, dann Theoretiker der Perestrojka) und Martin Malia (Berkeley-Professor für Geschichte). Courtois selbst hat unter den fünfzehn Autoren den nach Umfang und Inhalt größten …

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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Eine "regelrechte Mogelpackung" nennt Rezensent Rudolf Walther das zweite "Schwarzbuch des Kommunismus". Zum Großteil nämlich widme sich das Buch der Apologie des ersten Schwarzbuchs, das mit Stephane Courtois' These vom "Verbrechen erzeugenden Charakter" des Kommunismus vor allem in Frankreich für Aufsehen gesorgt hatte. Insbesondere Courtois' "überdimensionierte" Einleitung geht Walther auf den Geist. Auf 175 Seiten schildere Courtois hier die Rezeption des ersten Schwarzbuchs, liefere seitenlange Rechtfertigungs- und Verteidigungsprosa sowie viel "Selbstlob der öderen Art". Walther hält ihm vor, auf Kritiker nicht einzugehen oder an ihnen vorbeizureden, "weil er die Differenz von Vergleichen und Gleichsetzen und die These von der Vergleichbarkeit der nationalsozialistischen mit den stalinistischen Diktaturen trotz deren Singularitäten offenbar nicht versteht". Auch der Rest des Buches kommt bei Walther nicht besonders gut weg. So wirken die meisten Beiträge des Bandes, die sich mit den ehedem kommunistischen bzw. von der Sowjetunion besetzten Staaten Estland, Bulgarien und Rumänen sowie mit Griechenland und Italien befassen, auf Walter "sehr schnell und fahrig zusammengeschustert".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.11.2004

Hierarchie des Schreckens
Das zweite „Schwarzbuch” über den Kommunismus setzt die Debatte über den Vergleich mit dem braunen Totalitarismus fort
Im Jahre 1997 brachte der französische Historiker Stéphane Courtois zusammen mit weiteren fünf Autoren den 1000-Seiten-Band „Das schwarze Handbuch des Kommunismus” heraus; ein Jahr später erschien die deutsche Übersetzung. Die darin enthaltenen Tatsachen-Behauptungen über die Terrorherrschaft der kommunistischen Regime in der Sowjetunion, in Polen, China, Vietnam, Nordkorea und Kambodscha konnten kaum bestritten werden; die von ihnen ermittelten 80 bis 100 Millionen Toten des roten Klassenwahns dürften realistisch sein. Nicht unterschlagen wurden aber auch die 25 Millionen Opfer des Rassenwahns der deutschen Nationalsozialisten.
Nicht ganz überraschend entzündete sich die Diskussion über die Gräuel der Totalitarismen des 20. Jahrhunderts keineswegs an den Opferzahlen - die das Vorstellungsvermögen ohnehin übersteigen -, sondern an den Versuchen, eine „Hierarchie des Schreckens” aufzustellen, in der Nazismus und Kommunismus „ebenbürtig” nebeneinander stehen. Dass die „Linke” jede …

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Stéphane Courtois ist Directeur de recherche (CNRS) am "Groupe d'Etude et d'Observation de la Democratie" der Universität Paris X in Nanterre.

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