Thriller von höchster Qualität, von der Kritik regelrecht mit Lob überschüttet, extrem spannend und von außerordentlicher psychologischer Tiefenschärfe – das ist das Markenzeichen von John Katzenbach!
Als ehemaliger Gerichtsreporter in New Jersey und vor allem im Miami der 70er und 80er Jahre, das er selbst einmal als „eine Art Epizentrum des Bösen“ beschrieben hat, ist er dem realen Verbrechen weit näher gekommen als wohl die meisten der großen Thriller-Autoren. Diese Schule hat ihn geprägt, die übliche Schwarz-Weiß-Malerei vom Guten gegen das Böse sind John Katzenbachs Sache nicht, wie auch sein eben auf deutsch erschienener Thriller der Extra-Klasse "Das Rätsel" zeigt, in dem der Psychologieprofessor und Profiler Jeffrey Clayton tief in seine eigene, dunkle Familiengeschichte eintauchen muss, um dem Täter auf die Spur zu kommen …
Exklusiv für buecher.de hat John Katzenbach unseren Fragebogen
"22 Fragen an ..." beantwortet.
Das Schönste am Schreiben ist, dass...
... der Reiz, der darin besteht, neue Charaktere zu erschaffen, sie in eine neue Handlung einzubinden und ganz tief in ihre Psychologie, ihr Denken einzudringen. Es hat etwas Befreiendes, wenn man sich hineinversetzt in die Köpfe anderer Menschen, die sich in schwierigen oder gefährlichen Situationen befinden.
Gute Einfälle habe ich...
... komischerweise, wenn ich mitten in der Arbeit an einem Roman stecke – dann kommt mir meistens die Idee für den nächsten. Normalerweise hat der dann absolut nichts mit dem Buch zu tun, an dem ich gerade schreibe – d. h. ich denke an andere Figuren, Situationen, sogar eine andere Ära – aber es passiert...
Wenn ich mal nicht weiterkomme...
Alle Autoren haben regelmäßig Schreibblockaden und kommen wieder frei, verstricken und befreien sich wieder. Das liegt in der Natur der Sache. Wenn ich gerade versuche, mich in eine bestimmte Szene hineinzudenken, hilft es normalerweise, wenn ich joggen gehe oder ein paar Übungen mache.
Ich möchte gerne schreiben...
... wie Jim Harrison („Legenden der Leidenschaft“). Er ist der Typus Autor, den ich bewundere – Beherrschung der Sprache, poetisch, stark. Gerne würde ich den Sinn für Humor und die Vorstellungskraft eines Michail Bulgakow haben, des großen russischen Schriftstellers. Außerdem wünscht sich insgeheim natürlich jeder amerikanische Schriftsteller, wie Hemingway zu schreiben ... oder Flannery O’Connor.
Ich lese niemals Bücher von...
... hier ein schmutziges kleines Geheimnis: Ich lese selten – und damit meine ich wirklich sehr selten – Thriller, also die Art von Büchern, die ich selber schreibe.
Bei "Kindheit" denke ich an...
... Von Freud wissen wir ja, dass wir sind, was wir einmal waren. In der Kindheit finden wir die Motive sämtlicher Romane – sogar, ich darf es wohl so sagen, psychologischer Thriller.
Meine Eltern ...
... verstehen nicht so ganz, was ich eigentlich mache. Aber sie sind erst 86 Jahre alt, und deswegen habe ich noch nicht die Hoffnung aufgegeben, dass sie es eines Tages mitkriegen werden.
Geld ...
... nützliches Zeug, damit hat aber noch niemand Glück gekauft – nur Dinge.
Im Urlaub...
... ganz einfach: Fliegenfischen. Urlaub ist für mich nur Urlaub, wenn er auch etwas mit Fisch zu tun hat.
Meine größte Stärke ...
Wer hat überhaupt eine „größte Stärke“? Wenn du weißt, welche das ist, und es auch noch artikulierst, dann würde es schon nicht mehr deine größte Stärke sein, oder?
Ich habe Angst davor...
Das Fliegen mag ich nicht, und Schlangen auch nicht. Komischerweise fand ich den Film „Snakes on a Plane“ großartig.
In meinem Lieblingstraum...
Der hätte sicherlich irgendetwas mit Julie Christie vor 35 Jahren zu tun – oder Diane Krüger, gestern ... viel mehr werde ich hier aber nicht verraten.
Gott...
ER oder SIE interessiert sich offenbar doch nicht so sehr für unsere Innenpolitik oder den Lebensalltag im Nahen Osten, wie viele glauben.
Ich würde nicht antworten, wenn Sie wissen wollten...
Gott, ich weiß es nicht. Ich habe in meinem Leben schon zu einer ganzen Menge Sachen meine Meinung gesagt, wo ich besser meinen Mund gehalten hätte (siehe die nächsten vier Fragen...). Aber ich glaube, es gibt da ein paar persönliche Themen, die nur mich, meine Familie und meinen Hund etwas angehen.
Wäre ich Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika...
Oh Gott, wo soll ich anfangen…Das vielleicht Wichtigste, das ich tun könnte, wäre, die Balance zwischen dem Weißen Haus, das nun einmal kein Herrscherhaus ist, und dem Kongress wiederherzustellen. Außerdem müsste einiges von der Vetternwirtschaft – vor allem durch die politische Rechte – beendet werden. Diese Einflussnahme hat Schritt für Schritt den Sinn für Freiheit untergraben, der Amerika einst groß gemacht hat. Außerdem würde ich, ganz im Ernst, die Leute an den Ausspruch von F. D. Roosevelt erinnern, den er nach dem Angriff auf Pearl Harbor tat: „Wir müssen uns vor nichts fürchten, außer vor unserer Angst.“ Das war damals richtig und ist heute richtig. Wenn Amerika die Richtung vorgibt, dann auf der Basis von Vertrauen und nicht von Angst. Sie werden es gemerkt haben: In den letzten sechs Jahren war dies nicht der Fall.
Meine größte politische Sorge...
... ...dass wir Amerikaner das aus dem Blick verlieren, was uns eigentlich ausmacht; dass wir stattdessen immer übellauniger und kurzsichtiger werden – nur weil diese Eigenschaften einfacher auszuleben sind als ihre Alternativen.
Könnte ich durch die Zeit reisen...
... eigentlich mag ich es nicht sehr gerne, mich in solchen Fantasien zu ergehen. Wenn ich aber einmal die Gelegenheit hätte, würde ich in das Jahr 1968 reisen, nach Los Angeles und mich an jenem Abend im frühen Juni in die Kugel werfen, die gerade auf Robert Kennedy abgefeuert wurde.
In 50 Jahren wird die Menschheit...
... sich vermutlich in einer Weise verändert haben, die wir uns gar nicht ausmalen können.
In zehn Jahren werde ich...
... nun, wahrscheinlich noch immer schreiben. Aber ich bin mir nicht sicher, ob meine Knie noch das Joggen mitmachen werden.
Wenn Sie nicht Schriftsteller geworden wären...
Realistisch betrachtet, wäre ich wohl Journalist geblieben. In meinem Lieblingsmärchen wäre ich gerne Arzt geworden, Psychiater vielleicht, dann könnte ich verletzten Seelen helfen... so wie Hannibal Lecter zum Beispiel..
Sie haben als Krimi-Autor den ganzen Tag mit Verbrechen zu tun. Wie oft kontrollieren Sie, ob die Haustür auch abgeschlossen ist?
Eigentlich nie. Ich vertraue da ganz auf Porsha, unseren Kampf-Pudel. Der verteidigt uns gegen kriminelle Junkies, blutdürstige Zombies und Vampire, gegen die Serienkiller von nebenan und die durchgeknallten Hörer, die immer bei den rechten Radiostationen anrufen. Wenn ich schreibe, liegt sie vor der Tür und verhindert, dass egal welcher gestörte Psychopath auch immer das Haus angereift. Ihre Effizienz und Erfolgsquote sind ungeschlagen! Bis heute sind keine Horden von durch Jack the Ripper inspirierte Kannibalen an ihr vorbeigekommen.























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