Das Neutrum - Barthes, Roland

Roland Barthes 

Das Neutrum

Vorlesung am College de France 1977- 1978. Hrsg. v. Eric Marty. Texterstellung, Anm. u. Vorw. v. Thomas Clerc

Broschiertes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
12 ebmiles sammeln
EUR 12,00
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Andere Kunden interessierten sich auch für

Das Neutrum

1976 wurde Roland Barthes an das renommierte Collège de France gewählt. Zu seinen Aufgaben gehörte eine wöchentliche Vorlesung, in der er aus seiner aktuellen Forschung berichtete. Im akademischen Jahr 1977/78 behandelte Barthes "das Neutrale", den "dritten Begriff", der die binäre Opposition - das klassische Ordnungsprinzip des Strukturalismus - unterläuft. Das Neutrale entzieht sich der Spannung und dem Konflikt und läßt sich in zahlreichen Phänomenen wiederfinden: in der Müdigkeit, der Stille, in sozialen Bildern wie dem Apolitischen, in Haltungen wie dem Skeptizismus sowie schließlich im Sexuellen, in der Figur des Androgynen.

In dieser transkribierten Vorlesung, die letztes Jahr in Frankreich erschienen ist, kommt ein neuer Barthes zum Vorschein, dessen geistreicher, hier aus nächster Nähe zu verfolgender Gedankenfluß in seiner thematischen Breite unvermindert beeindruckt - ein "Meisterwerk und Vermächtnis", wie die Neue Zürcher Zeitung im Januar 2003 schrieb.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 346 S.
  • Seitenzahl: 346
  • Edition Suhrkamp Nr.2377
  • Best.Nr. des Verlages: 12377
  • Deutsch
  • Abmessung: 177mm x 108mm x 19mm
  • Gewicht: 210g
  • ISBN-13: 9783518123775
  • ISBN-10: 3518123777
  • Best.Nr.: 12512850
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 26.09.2005

Erschöpfung gilt nicht
Bei ihm hätte man gerne leben gelernt: Roland Barthes' Leseliste

Eigentlich muß man Roland Barthes hören und nicht lesen. Diese dunkelrauhe Stimme, die dahingeht wie eine endlose Melodie, mit einem manchmal eingeschobenen "n'est-ce pas?" oder einem Husten, das einen aufschreckt wie aus einem meditativen Zustand. Seine Vorlesungen müssen phantastisch gewesen sein - natürlich auch leseintensiv, weil er wohl annahm, daß man sie alle gelesen hatte: Rousseau, Pascal, Baudelaire, Michelet, Proust, Tolstoi, Gide. Eine beeindruckende Leseliste teilte er im Februar 1978 am "Collège de France" aus: "In diesem Jahr kein Seminar, nur eine Vorlesung, zweistündig, über dreizehn Wochen", so die lapidaren ersten Worte. "Zwischen jeder der beiden Stunden eine Pause von etwa zehn Minuten. Die Folge der Seminare wird von den Osterferien unterbrochen. Die Vorlesung: ,Das Neutrum', oder vielmehr: ,Das Begehren des Neutrums'."

Es gibt Tondokumente dieser Unterrichtsstunden, die die "Editions du Seuil" herausgebracht haben, und ihre Transkription liegt jetzt auch in der deutschen Übersetzung vor, wortgetreu, mit allen Einschüben, …

Weiter lesen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

"Gern", seufzt Julia Encke nach Lektüre der Vorlesungen von Roland Barthes, "hätte man im großen Hörsaal, seiner sonoren Stimme zugehört - und bei ihm leben gelernt". Nun muss sie mit der Schriftform vorlieb nehmen, die sie aber auch sehr beeindruckt zu haben scheinen. Barthes' Mutter war gerade gestorben, und er selbst fühlte sich in seiner Trauer um sie unglaublich erschöpft, erzählt Encke. Und so hat er die Bücher, die er im Ferienhaus seiner verstorbenen Mutter eher in die Hände zufällig in die Hände bekommen hat, in dieser Vorlesung verarbeitet. Herausgekommen ist dabei laut Encke mit diesen Vorlesungen aus den Jahren 1977/78 weniger Wissens- oder Theorievermittlung als eine literarische Autobiografie, "eine Gebrauchsanweisung zum Leben".

© Perlentaucher Medien GmbH
Roland Barthes (1915-80), einer der bedeutendsten Kritiker der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ist als einer der Initiatoren und Vorkämpfer der semiologischen Revolution bekannt geworden und für ein Werk, in dem sich biographisches Material und wissenschaftlicher Ansatz miteinander verflechten. Einen heute relativ unbekannten Teil seines Werkes verfasste er in den fünfziger Jahren. Zu dieser Zeit war Roland Barthes aktiv beteiligt an der Gründung und dem Erscheinen der Zeitschrift 'Teatre populaire', eines ebenso ästhetischen wie politischen Phänomens. Anfang der sechziger Jahre gibt Barthes das Theater auf, er besucht es nicht mehr, er schreibt so gut wie keinen Artikel mehr über Aufführungen. Aber er ist langfristig von seiner Erfahrung geprägt 'Im Herzen meines Werks, das Theater'. Er starb am 26. März 1980 an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Zuletzt hatte er am Collège de France einen Lehrstuhl für Semiologie.

Ein Marktplatz-Angebot für "Das Neutrum" für EUR 10,00

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
wie neu 10,00 12,00 Banküberweisung, PayPal leselust1  % ansehen
Mehr von