Das Nachleben der Bilder - Didi-Huberman, Georges

Georges Didi-Huberman 

Das Nachleben der Bilder

Kunstgeschichte und Phantomzeit nach Aby Warburg

Übersetzung: Michael Bischoff
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Das Nachleben der Bilder

Wie kann man ein Bild verstehen? Indem man die Erinnerung und das Gedächtnis befragt, die in einem Bild am Werk sind, das "Nachleben", so die Antwort Georges Didi-Hubermans. Im Anschluß an diesen aus seiner Sicht zu Unrecht aufgegebenen Begriff Aby Warburgs nähert sich Didi-Huberman dem Phantomcharakter der Bilder, ihrer Fähigkeit zu spukhafter Wiederkehr.
Aby Warburg hat das "Nachleben" der Bilder als erster zum zentralen Motiv seiner anthropologischen Erforschung der westlichen Kunst gemacht. In seiner meisterhaften Studie untersucht Didi-Huberman dieses Motiv im Hinblick auf seine Logik, seine Quellen und seine philosophischen Hintergrundannahmen. Indem er Warburg mit Jacob Burckhardt, Friedrich Nietzsche und Sigmund Freud ins Gespräch bringt, wirft er einen faszinierenden Blick auf das paradoxe Leben der Bilder zwischen Zeitgebundenheit und Ewigkeit.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 646 S.
  • Seitenzahl: 646
  • Best.Nr. des Verlages: 58553
  • Deutsch
  • Abmessung: 204mm x 131mm x 43mm
  • Gewicht: 622g
  • ISBN-13: 9783518585535
  • ISBN-10: 3518585533
  • Best.Nr.: 29741458
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.10.2010

Beschwingter Auftritt für eine alte Hausgöttin

Das Nachleben der Bilder ist eine bewegte Angelegenheit: Georges Didi-Huberman vertieft sich in Aby Warburg und erweist sich dabei als dessen überzeugender Erbe.

Der Kontinent mit Namen Warburg beginnt auseinanderzubrechen: Die Gesamtausgabe ist noch nicht zur Gänze veröffentlicht - es soll aber auch noch 35 000 unpublizierte Briefe geben -, da plant man in London das von ihm in Hamburg begründete und nach ihm benannte Forschungsinstitut, die weltberühmte Warburg Library, räumlich zu verlagern und in das Bibliothekssystem der Londoner Universität so einzugliedern, dass der immer wieder gerühmte offene Zugang und die Aufstellung der Bücher zu inspirierenden Nachbarschaften aufgegeben würde.

Die Sekundärliteratur über Warburg ist derart stark angewachsen, dass man mehr als gesättigt die neuesten Publikationen erst einmal beiseiteschiebt. Eins aber geht immer: ein neues Buch von Georges Didi-Huberman. Er hat sich nicht nur durch vorausgehende Schriften als Warburg-Kenner einen Namen gemacht, sein ganzer Habitus weist ihn als Warburgianer aus. Bücher über Fra Angelico und den Faltenwurf, …

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"Kein französischer Geisteswissenschaftler ist so präsent in Deutschland: Fünfzehn Bücher liegen in Übersetzungen vor, und auch dieser Band ist von Michael Bischoff in klares und lebendiges Deutsch übersetzt worden. Didi-Hubermans Warburg ist sicher der strengste und forderndste Warburg."<br />Wolfgang Kemp Frankfurter Allgemeine Zeitung

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Uff, was ein Spiegelspiel. Rezensent Michael Mayer blickt da allerdings durch, wie es aussieht. Wenn Georges Didi-Huberman (nun auch auf Deutsch) Aby Warburgs jeglichen Traditionszusammenhang in der Ikonologie bestreitendes Denken auf dieses selbst anwendet, staunt Mayer nicht schlecht: Das Nachleben der Bilder verdoppelt sich, äh, im Nachleben Warburgs. Der wiederum ist nicht zu fassen, wie Mayer glücklich erklärt. Und genau das wiederum ist für ihn der Verdienst des Autors und dieses Buches, weil es nicht zuletzt Warburg selbst und seine Arbeit aus der Fälscher- und Retuschierwerkstatt der Geschichte befreit.

© Perlentaucher Medien GmbH

»Es ist ein Meisterwerk, das nicht nur die historische Sichtweise auf die so genannte ›Warburg Schule‹ grundlegend verändern, sondern auch das Selbstverständnis der Kunstgeschichte als Bildwissenschaft neu bestimmen wird und so auch dem deutschen Leser wertvolle Einsichten bescheren wird.«
Georges Didi-Hubermann, geboren 1953, ist Philosoph und Kunsthistoriker und lehrt an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales (Paris). Er ist Träger des Hans-Reimer-Preises der Aby-Warburg-Stiftung (Hamburg). Er veröffentlichte zahlreiche Untersuchungen zur Geschichte und Theorie der Bilder.

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