Das Ministerium für besondere Fälle - Englander, Nathan

Nathan Englander 

Das Ministerium für besondere Fälle

Roman

Aus d. Amerikan, v. Michael Mundhenk
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Produktbeschreibung zu Das Ministerium für besondere Fälle

Kaddisch Poznan, Jude und Sohn einer Hure, hat es im Leben zu nichts Rechtem gebracht. Sein Sohn Pato verachtet ihn, und seine Frau Lillian verdient in einer Versicherungsagentur das Geld für die Familie. Eines Tages wird Kaddischs Sohn verhaftet, und binnen kürzester Zeit verliert sich Patos Spur in der anonymen Apparatur der argentinischen Militärdiktatur. Immer wieder werden Kaddisch und seine Frau im "Ministerium für besondere Fälle" vorstellig, doch niemand fühlt sich zuständig, niemand will ihnen weiterhelfen...

Auf dem alten jüdischen Friedhof von Buenos Aires, durch eine hohe Mauer vom respektablen Rest getrennt, liegen Zuhälter, Ganoven und Huren begraben. Kaddisch Poznan, selbst Jude und Sohn einer Hure, profitiert von der Scham der Nachkommen, denn gegen ein Handgeld meißelt er nachts die Namen von den Grabsteinen. Sein Sohn Pato verachtet ihn deswegen. Anstatt ihm zu helfen, geht er lieber in Diskos und träumt mit seinen Freunden, den Joint in den Fingern, von der Weltrevolution. Kaddischs Frau Lillian sorgt mit ihrem Job bei einer Versicherungsagentur für den Unterhalt der Familie, obwohl sie sich ihr Leben anders vorgestellt hat. Im Buenos Aires der siebziger Jahre boomt das Versicherungsgewerbe, da zu viel Unwägbares passiert: Die argentinische Militärdiktatur führt einen "Schmutzigen Krieg" gegen die eigene Bevölkerung, in dem Tausende von Unschuldigen spurlos verschwinden. Eines Tages geschieht dann genau das, was Kaddisch und Lillian um jeden Preis verhindern wollten: Pato wird von Männern in grauen Anzügen abgeholt. Und für die beiden beginnt eine lange, immer absurdere Suche nach dem verlorenen Sohn, die stets zu dem rosa Gebäude an der Plaza Mayor führt, dem Ministerium für besondere Fälle...

Mit sprühender Phantasie und überbordendem Witz erzählt Nathan Englander die Geschichte einer Familie und zugleich einer Nation. Sein Sinn für das Absurde, seine geniale Balance zwischen Verzweiflung und Hoffnung und sein tiefes Verständnis für den Menschen und seine Schwächen stellen ihn in die Tradition eines I.B. Singer und Philip Roth.

Produktinformation


  • Abmessung: 22 cm
  • Gewicht: 700g
  • ISBN-13: 9783630872599
  • ISBN-10: 363087259X
  • Best.Nr.: 23334588
"Nathan Englander gehört zur ersten Garde der amerikanischen Literatur. In vieler Hinsicht ist er ihre absolute Hoffnung. Er ist leidenschaftlich, zärtlich, mitfühlend, großherzig ... 'Das Ministerium für besondere Fälle' ist eines jener Bücher, die einen in ihren Bann ziehen, sobald man die erste Seite aufschlägt. Englander ist nicht die Stimme einer Generation - er ist die Stimme einer Ära." Colum McCann

"Wer ist dieser Nathan Englander, 37 Jahre jung, und doch schon mit der Stimme eines alten Meisters ausgestattet? ... Wunderbar geschrieben!" The New York Times Book Review

"Was kommt dabei heraus, wenn man einen Hurensohn mit einem Rabbi zusammenbringt? Ein verdammt gutes Buch." Esquire

"Gogol, I.B. Singer und Orwell, sie alle kommen einem in den Sinn, aber Englanders Buch mit seiner Ineinanderblendung von jüdischer Tradition und totalitärem Vernichtungsapparat ist einzigartig." Publishers Weekly

"Ein starker Debütroman mit einer Gefühlsintensität, die weh tut ... Englanders Erzählband war das Versprechen auf eine brillante Zukunft, und dieses Versprechen wird hier mehr als erfüllt." Kirkus Reviews

"Ein reicher und …

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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Ganz angetan, wenn auch nicht durchweg begeistert, ist Rezensent Georg Diez von diesem Roman, der seinen Informationen zufolge in Argentinien zur Zeit der Militär-Junta in den siebziger Jahren spielt und eine autobiografisch anmutende Vater-Sohn-Geschichte erzählt. Den Rezensenten beeindruckt, wie es dem Autor Nathan Englander gelingt, sein realistisches Thema mit der poetischen Leichtigkeit eines Isaac Bashevis Singer zu erzählen. Als Manko empfindet Dietz allerdings, dass dem Roman eine Spur zu explizit die Ambition anzumerken ist, "das Große, das Politische, das Relevante" zu wagen, der dabei dann seinem Eindruck zufolge eher steife, manchmal stolpernde Eleganz produziert, statt existenzielle Erfahrung. Dass der Held des Buchs nach dem jüdischen Totengebet dann auch noch Kaddisch heißt und sein Geld damit verdient, auf jüdischen Friedhöfen die Namen der Vorfahren seiner, nach Identitätsverwischung strebenden Auftraggeber von den Grabsteinen zu entfernen, verstärkt beim Rezensenten den Eindruck des "leicht Gekünstelten", "Ausgedachten" und damit letztlich auch einer fehlenden Dringlichkeit.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.05.2008

Ein Junge verschwindet
Nathan Englander lässt eine jüdische Familie kämpfen

Kaddisch, Sohn einer Hure, ist ein liebenswerter Versager. Es gelingt ihm kaum, sich durchzuschlagen; glücklos stolpert er durchs Leben, ohne seine tüchtige Ehefrau Lillian wäre er verloren. Er hat eine Aufgabe, ein Schicksal vielleicht, doch davon ahnt er nichts: Wer "Kaddisch" heißt wie das jüdische Gebet des Totengedenkens, muss um die Verstorbenen trauern und Sorge um sie tragen. Kaddisch Poznan aber, Protagonist von Nathan Englanders Roman "Das Ministerium für besondere Fälle", macht das Gegenteil: Er raubt ihnen die Identität. Denn auf dem alten jüdischen Friedhof von Buenos Aires meißelt er die Namen der Zuhälter, Huren und Ganoven von den Grabsteinen, die durch eine Mauer abgetrennt von den ehrwürdigen Toten ruhen, beauftragt und entlohnt von den Nachkommen, die um ihre Reputation fürchten.

Plötzlich bricht das Unkalkulierbare brutal in Kaddischs Leben hinein, verliert seine Welt jede Verlässlichkeit. Vor seinen Augen wird sein Sohn Pato im Jahr 1976 von Männern in grauen Anzügen aus der Wohnung verschleppt und verschwindet spurlos in der …

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""Das Ministerium für besondere Fälle" übertrifft alle Erwartungen. Sollte Englander wieder aus dem Rampenlicht verschwinden, um in Ruhe zu schreiben, bedeutet das nicht weniger als eine Verheißung. Wenn so große Romane dabei entstehen, möge er sich alle Zeit der Welt lassen." Frankfurter Allgemeine Zeitung

"'Das Ministerium für besondere Fälle' übertrifft alle Erwartungen. Sollte Englander wieder aus dem Rampenlicht verschwinden, um in Ruhe zu schreiben, bedeutet das nicht weniger als eine Verheißung. Wenn so große Romane dabei entstehen, möge er sich alle Zeit der Welt lassen."
Nathan Englander wurde 1970 geboren und wuchs in einer jüdischen Gemeinde in Long Island auf. Er studierte an der Hebrew University in Jerusalem und an der Binghamton Universität Englische Literatur und Jüdische Geschichte. Er arbeitete als Fotograf, Strandreiniger, Schuhverkäufer, Lektoratsassistent und Fremdenführer. Mittlerweile lebt Nathan Englander in Jerusalem und bezeichnet sich selbst als "vollständig weltlich". Für seine Erzählung Zur Linderung unerträglichen Verlangens erhielt er 1997 den Pushcart Prize.

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  • Abmessung: 22 cm
  • Gewicht: 700g
  • ISBN-13: 9783630872599
  • ISBN-10: 363087259X
  • Best.Nr.: 23334588

Leseprobe zu "Das Ministerium für besondere Fälle"

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Produktbeschreibung zu "Das Ministerium für besondere Fälle"

Kurzbeschreibung

Kaddisch Poznan, Jude und Sohn einer Hure, hat es im Leben zu nichts Rechtem gebracht. Sein Sohn Pato verachtet ihn, und seine Frau Lillian verdient in einer Versicherungsagentur das Geld für die Familie. Eines Tages wird Kaddischs Sohn verhaftet, und binnen kürzester Zeit verliert sich Patos Spur in der anonymen Apparatur der argentinischen Militärdiktatur. Immer wieder werden Kaddisch und seine Frau im "Ministerium für besondere Fälle" vorstellig, doch niemand fühlt sich zuständig, niemand will ihnen weiterhelfen...

Beschreibung

Auf dem alten jüdischen Friedhof von Buenos Aires, durch eine hohe Mauer vom respektablen Rest getrennt, liegen Zuhälter, Ganoven und Huren begraben. Kaddisch Poznan, selbst Jude und Sohn einer Hure, profitiert von der Scham der Nachkommen, denn gegen ein Handgeld meißelt er nachts die Namen von den Grabsteinen. Sein Sohn Pato verachtet ihn deswegen. Anstatt ihm zu helfen, geht er lieber in Diskos und träumt mit seinen Freunden, den Joint in den Fingern, von der Weltrevolution. Kaddischs Frau Lillian sorgt mit ihrem Job bei einer Versicherungsagentur für den Unterhalt der Familie, obwohl sie sich ihr Leben anders vorgestellt hat. Im Buenos Aires der siebziger Jahre boomt das Versicherungsgewerbe, da zu viel Unwägbares passiert: Die argentinische Militärdiktatur führt einen "Schmutzigen Krieg" gegen die eigene Bevölkerung, in dem Tausende von Unschuldigen spurlos verschwinden. Eines Tages geschieht dann genau das, was Kaddisch und Lillian um jeden Preis verhindern wollten: Pato wird von Männern in grauen Anzügen abgeholt. Und für die beiden beginnt eine lange, immer absurdere Suche nach dem verlorenen Sohn, die stets zu dem rosa Gebäude an der Plaza Mayor führt, dem Ministerium für besondere Fälle...

Mit sprühender Phantasie und überbordendem Witz erzählt Nathan Englander die Geschichte einer Familie und zugleich einer Nation. Sein Sinn für das Absurde, seine geniale Balance zwischen Verzweiflung und Hoffnung und sein tiefes Verständnis für den Menschen und seine Schwächen stellen ihn in die Tradition eines I.B. Singer und Philip Roth.

Leseprobe zu "Das Ministerium für besondere Fälle"

Teil eins

1

Die Juden bestatten sich so, wie sie leben: Noch im Tod hocken sie aufeinander und nehmen sich gegenseitig den Platz weg. Die Grabsteine standen dicht an dicht, die Toten darunter lagen Ellbogen an Ellbogen und Kopf an Fuß. Kaddisch führte Pato auf der Seite des Wohltätigen Ich über buckligen Boden, zwischen schiefen Reihen hindurch. Um das Licht zu dämpfen, hielt er die Hand über das Auge der Taschenlampe. Seine Finger glühten orange, in den Zwischenräumen rot, während er mit der Faust über die Stirnseite eines Steins fuhr.

Die beiden waren auf der Suche nach Hezzi Doppelklinges Grab, und es dauerte nicht lange, bis sie es fanden. Seine Grabstelle stieg steil an. Sein Stein neigte sich nach hinten. Es kam Kaddisch vor, als hätte der alte Knabe versucht, sich in die Freiheit zu wühlen. Außerdem sah es so aus, als hätte Doppelklinges Tochter, hätte sie nur noch einen Winter gewartet, Kaddisch Poznan überhaupt nicht anheuern müssen.

In Marmor, hatte Kaddisch herausgefunden, meißelt man nicht, weil er hart, sondern weil er weich ist. So wie die übrigen Marmorsteine auf dem Friedhof der "Gesellschaft des Wohltätigen …

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09.05.2008

Ein Junge verschwindet
Nathan Englander lässt eine jüdische Familie kämpfen

Kaddisch, Sohn einer Hure, ist ein liebenswerter Versager. Es gelingt ihm kaum, sich durchzuschlagen; glücklos stolpert er durchs Leben, ohne seine tüchtige Ehefrau Lillian wäre er verloren. Er hat eine Aufgabe, ein Schicksal vielleicht, doch davon ahnt er nichts: Wer "Kaddisch" heißt wie das jüdische Gebet des Totengedenkens, muss um die Verstorbenen trauern und Sorge um sie tragen. Kaddisch Poznan aber, Protagonist von Nathan Englanders Roman "Das Ministerium für besondere Fälle", macht das Gegenteil: Er raubt ihnen die Identität. Denn auf dem alten jüdischen Friedhof von Buenos Aires meißelt er die Namen der Zuhälter, Huren und Ganoven von den Grabsteinen, die durch eine Mauer abgetrennt von den ehrwürdigen Toten ruhen, beauftragt und entlohnt von den Nachkommen, die um ihre Reputation fürchten.

Plötzlich bricht das Unkalkulierbare brutal in Kaddischs Leben hinein, verliert seine Welt jede Verlässlichkeit. Vor seinen Augen wird sein Sohn Pato im Jahr 1976 von Männern in grauen Anzügen aus der Wohnung verschleppt und verschwindet spurlos in der …

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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

24.07.2008

Ganz angetan, wenn auch nicht durchweg begeistert, ist Rezensent Georg Diez von diesem Roman, der seinen Informationen zufolge in Argentinien zur Zeit der Militär-Junta in den siebziger Jahren spielt und eine autobiografisch anmutende Vater-Sohn-Geschichte erzählt. Den Rezensenten beeindruckt, wie es dem Autor Nathan Englander gelingt, sein realistisches Thema mit der poetischen Leichtigkeit eines Isaac Bashevis Singer zu erzählen. Als Manko empfindet Dietz allerdings, dass dem Roman eine Spur zu explizit die Ambition anzumerken ist, "das Große, das Politische, das Relevante" zu wagen, der dabei dann seinem Eindruck zufolge eher steife, manchmal stolpernde Eleganz produziert, statt existenzielle Erfahrung. Dass der Held des Buchs nach dem jüdischen Totengebet dann auch noch Kaddisch heißt und sein Geld damit verdient, auf jüdischen Friedhöfen die Namen der Vorfahren seiner, nach Identitätsverwischung strebenden Auftraggeber von den Grabsteinen zu entfernen, verstärkt beim Rezensenten den Eindruck des "leicht Gekünstelten", "Ausgedachten" und damit letztlich auch einer fehlenden Dringlichkeit.

© Perlentaucher Medien GmbH

Rezension

"Nathan Englander gehört zur ersten Garde der amerikanischen Literatur. In vieler Hinsicht ist er ihre absolute Hoffnung. Er ist leidenschaftlich, zärtlich, mitfühlend, großherzig ... 'Das Ministerium für besondere Fälle' ist eines jener Bücher, die einen in ihren Bann ziehen, sobald man die erste Seite aufschlägt. Englander ist nicht die Stimme einer Generation - er ist die Stimme einer Ära." Colum McCann

"Wer ist dieser Nathan Englander, 37 Jahre jung, und doch schon mit der Stimme eines alten Meisters ausgestattet? ... Wunderbar geschrieben!" The New York Times Book Review

"Was kommt dabei heraus, wenn man einen Hurensohn mit einem Rabbi zusammenbringt? Ein verdammt gutes Buch." Esquire

"Gogol, I.B. Singer und Orwell, sie alle kommen einem in den Sinn, aber Englanders Buch mit seiner Ineinanderblendung von jüdischer Tradition und totalitärem Vernichtungsapparat ist einzigartig." Publishers Weekly

"Ein starker Debütroman mit einer Gefühlsintensität, die weh tut ... Englanders Erzählband war das Versprechen auf eine brillante Zukunft, und dieses Versprechen wird hier mehr als erfüllt." Kirkus Reviews

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Rezension

""Das Ministerium für besondere Fälle" übertrifft alle Erwartungen. Sollte Englander wieder aus dem Rampenlicht verschwinden, um in Ruhe zu schreiben, bedeutet das nicht weniger als eine Verheißung. Wenn so große Romane dabei entstehen, möge er sich alle Zeit der Welt lassen." Frankfurter Allgemeine Zeitung

Rezensionen und Kritik

"'Das Ministerium für besondere Fälle' übertrifft alle Erwartungen. Sollte Englander wieder aus dem Rampenlicht verschwinden, um in Ruhe zu schreiben, bedeutet das nicht weniger als eine Verheißung. Wenn so große Romane dabei entstehen, möge er sich alle Zeit der Welt lassen."

Autorenporträt zu "Nathan Englander"

Nathan Englander wurde 1970 geboren und wuchs in einer jüdischen Gemeinde in Long Island auf. Er studierte an der Hebrew University in Jerusalem und an der Binghamton Universität Englische Literatur und Jüdische Geschichte. Er arbeitete als Fotograf, Strandreiniger, Schuhverkäufer, Lektoratsassistent und Fremdenführer. Mittlerweile lebt Nathan Englander in Jerusalem und bezeichnet sich selbst als "vollständig weltlich". Für seine Erzählung Zur Linderung unerträglichen Verlangens erhielt er 1997 den Pushcart Prize.

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