Das Menschenmögliche - Giesecke, Dana; Welzer, Harald

Dana Giesecke Harald Welzer 

Das Menschenmögliche

Zur Renovierung der deutschen Erinnerungskultur

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Das Menschenmögliche

Die deutsche Erinnerungskultur befindet sich in einer Epochenwende: Nationalsozialismus und Holocaust liegen mehr als sechzig Jahre zurück und die junge Generation sieht sich mit neuen Herausforderungen wie Globalisierung und Klimawandel konfrontiert. Ein historischer Diskurs, der nur auf die Dämonisierung des Bösen setzt, verfehlt sein Ziel: Orientierung für unsere Gegenwart zu bieten, um eine Basis für zukünftiges Handeln zu schaffen.
Trotz der großen Erfolge der historischen Bildung braucht die Erinnerungskultur eine Modernisierung, denn nur eine gründliche Renovierung in thematischer wie vermittelnder Hinsicht macht sie zeitgemäß als produktive Instanz politischer und historischer Bildung für die Demokratie des 21. Jahrhunderts.
Dana Giesecke und Harald Welzer entwickeln erstmals einen Ausstellungsort neuen Typs: das Haus der menschlichen Möglichkeiten. Es lädt zur aktiven Aneignung sowohl der negativen als auch der positiven Potenziale des Menschen ein und eröffnet mögliche Antworten auf eine Kernfrage unserer Gegenwart: Wie lässt sich das heute erreichte zivilisatorische Niveau gegen künftige Gefährdungen sichern? "Die Abwendung vom enthistorisierten Grauen und die Hinwendung zu den positiven wie negativen menschlichen Möglichkeiten enthält mehr aufklärerisches und emanzipatives Potenzial, als die Erinnerungskultur und ihre Institutionen zurzeit anbieten."


Produktinformation

  • Verlag: Edition Körber Stiftung
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 190 S. m. Abb. 200 mm
  • Seitenzahl: 187
  • Best.Nr. des Verlages: 089, 89
  • Deutsch
  • Abmessung: 197mm x 132mm x 20mm
  • Gewicht: 270g
  • ISBN-13: 9783896840899
  • ISBN-10: 3896840894
  • Best.Nr.: 34601385

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Hermann Theissen bespricht zwei Bücher, die sich mit der deutschen Geschichte befassen: Peter Steinbachs "Geschichte im politischen Kampf" und "Das Menschenmögliche" von Dana Giesecke und Harald Welzer. Giesecke und Welzer durchleuchten in ihrem Buch kritisch die deutsche Erinnerungskultur, berichtet Theissen, der von der Art und Weise, wie die Soziologin und der Sozialpsychologe vorgehen, sehr angetan ist. Die Autoren argumentieren, viele Diskussionen seien sehr wichtig gewesen, um die Ignoranz gegenüber den Leiden der Opfer zu beenden. Der Umstand, dass inzwischen kaum noch jemand den nationalsozialistischen Terror leugne, verändere aber die Ansprüche an eine Erinnerungskultur und fordere ihre Renovierung, fasst der Rezensent zusammen. Wenn der Nationalsozialismus nicht als erratisches Ereignis sondern als soziale Möglichkeit begriffen werde, die unter bestimmten Umständen "von einer Gesellschaft gewählt wurde", müsse sich die Erinnerungspolitik vom Pathos befreien und sich konkret mit den Voraussetzungen menschlichen Handelns befassen, wenn sie wirklich präventiv sein wolle.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.10.2012

Politische Rhetorik
und hohle Floskeln
Wie sollen die Deutschen mit ihrer Geschichte umgehen?
Ein Rückblick und ein paar vernünftige Vorschläge
VON HERMANN THEISSEN
In seiner Studie über Geschichtsrhetorik in der Politik zeigt Peter Steinbach, dass historische Bezugnahmen in der politischen Auseinandersetzung nur im Ausnahmefall zur Wahrheitsfindung beitragen. Historische Argumente befeuern vor allem Stimmungen, appellieren an Gefühle und zielen auf moralische Legitimierung politischer Entscheidungen.
  Der Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand hat die Konjunkturen historisierender Rhetorik in der Politik und politische Interventionen von Historikern material- und kenntnisreich dargestellt. Er hat auf die problematische Produktion von Geschichtsbildern in den Medien verwiesen und Franz Schnabels Aufgabenbestimmung des Historikers als „großer Zerstörer“ unterstützt, der aufgerufen sei, Urteile und Bewertungen immer neu infrage zu stellen.
  Wirklich spannend wird die kleine Schrift aber erst, wenn sie auf die Achtzigerjahre zu sprechen kommt, die Steinbach als Höhepunkt und Scheitern gouvernementaler …

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Harald Welzer, geboren 1958, ist Sozialpsychologe und Direktor von FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit.
Seine Bücher sind in 15 Sprachen übersetzt worden.

Blick ins Buch "Das Menschenmögliche"

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