Das Leben der Tiere - Coetzee, J. M.

J. M. Coetzee 

Das Leben der Tiere

Mit der Erzählung 'Ein Bericht für eine Akademie' von Franz Kafka. Aus d. Engl. v. Reinhild Böhnke

Übersetzer: Böhnke, Reinhild
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Das Leben der Tiere

Der Gedanke an die Grausamkeit des Menschen im Umgang mit Tieren bedrängt die Romanautorin Elizabeth Costello mit zunehmendem Alter immer mehr: Die Menschen machen sich in ihren Augen eines Verbrechens von unvorstellbarem Ausmaß schuldig, das sie täglich in den Zuchtbetrieben und Schlachthäusern, in den Versuchsstationen und Forschungslabors rund um die Welt geschehen lassen. Costellos Sohn, Professor für Physik, an dessen Universität Elizabeth eine Vorlesung über dieses Thema hält, sieht sich in der schwierigen Situation, zu weniger fundamentalen Positionen in der Debatte um die Rechte der Tiere vermitteln zu sollen. Haben Tiere Rechte? Haben Menschen Tieren gegenüber Pflichten, unabhängig davon, ob sie Rechte haben? Welche Art Seele haben Tiere? Und welche die Menschen? Elizabeth Costello provoziert und verstört mit ihren elementaren Fragen die Intellektuellen. J. M. Coetzee nutzt die Form der literarischen Erzählung, um nachzudenken über eine der wesentlichsten Menschheitsfrage


Produktinformation

  • Abmessung: 222mm x 131mm x 12mm
  • Gewicht: 180g
  • ISBN-13: 9783100108173
  • ISBN-10: 3100108175
  • Best.Nr.: 09016056
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 23.12.2000

Lesetip zum Wochenende
Schlächter unter uns
J. M. Coetzees „Leben der Tiere”
„Heute vormittag hat man mir Waltham gezeigt. Es scheint eine recht angenehme Stadt zu sein. Ich habe nichts Schreckliches gesehen, keine Versuchslabors der Pharmaindustrie, keine Großmästereien, keine Schlachthöfe. Und doch bin ich sicher, dass es sie gibt. Sie machen nur keine Reklame für sich. Sie sind überall in der Nähe, während ich rede, nur wissen wir in gewissem Sinne nichts von ihnen. ”
Es ist die Literaturwissenschaftlerin Elizabeth Costello, die Coetzee hier sprechen lässt, an einer amerikanischen Universität – die Einladung verdankt sie ihrem Roman über die Molly Bloom aus Joyces „Ulysses”. Erfundenes mischt sich mit Wirklichem: Heute, erklärt Coetzees distanzierter Erzähler, zähle „Das Haus in der Eccles Street” zusammen mit „Das goldene Notizbuch” und „Nachdenken über Christa T. ” zu den bahnbrechenden Werken der feministischen Literatur. Elizabeth Costello nimmt sich die Freiheit, in ihrer Vorlesung nicht über Literatur, sondern über Tiere zu sprechen. Und eben nicht nur über Tiere: „Ich …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.12.2000

Du sollst die Schlachthöfe schließen
Vom Untergang der Arche Noah: Der südafrikanische Schriftsteller J. M. Coetzee hat eine bewegende Fabel über das elfte Gebot geschrieben

Was liegt da auf dem Teller? Das Appleton College, irgendwo in einem Winkel der Vereinigten Staaten, hat den Tisch zu Ehren einer berühmten Schriftstellerin gedeckt. Zehn Professoren setzen sich dazu. Ein weiterer hat sich dem Abendmahl in stillem Protest entzogen. Zuerst serviert man den elfen eine Kürbissuppe. Dann haben sie die Wahl zwischen einer Rotbarbe mit Babykartoffeln oder Fettuccine mit gebackenen Auberginen. Nur drei wählen den Fisch, "der ein Rückgrat hat, aber keine Luft atmet und seine Jungen nicht säugt". Ungemütlich ist es bei diesem Abendessen, und jeder der Teilnehmer ist froh, als der Nachtisch abgeräumt wird. Denn die Schriftstellerin hat ihnen den Appetit und die Laune verdorben - und das nicht nur für diesen Tag.

Knapp hundert Seiten hat "Das Leben der Tiere", die Erzählung des südafrikanischen Schriftstellers J.M. Coetzee. Knapp hundert Seiten für einen Bericht, der eine umgekehrte Fabel ist: Statt sprechender Tiere treten Menschen auf, …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Die Stimme, die durch diesen "komplexen Hypertext aus Erzählung, Dialog und Essay" führt, gehört der fiktiven Literaturwissenschaftlerin Elizabeth Costello, und die nimmt eine Vorlesung, die sie halten soll, zum Anlass, über den Missbrauch von Tieren zu reden, erzählt Hermann Wallmann in seiner sehr positiven Kritik. Das Buch habe zwei Teile, `Die Philosophen und die Tiere` und `Die Dichter und die Tiere`. Drumherum gebe es noch ein erzählerischen Rahmen, festgemacht an den Protagonisten John und Norma, der ein bisschen erleichternde Distanz zum Geschehen schaffe. Wallmann empfiehlt den Lesern, sich von der harmlosen Aufmachung - wie "eines der preiswert bibliophilen `Geschenkbücher`" - nicht täuschen zu lassen, denn bei diesem Buch könne einem Hören und Sehen vergehen.

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J.M. Coetzee, geboren 1940 in Kapstadt, stammt aus einer Afrikaaner-Familie, wurde jedoch englischsprachig erzogen. 1962 verließ er erstmals Südafrika, um bei IBM in Großbritannien als Programmierer zu arbeiten. 1965 zog er in die USA, wo er 1969 über Beckett promovierte. Er kehrte 1972 als Literaturprofessor nach Südafrika zurück. Der internationale Durchbruch gelang ihm 1980 mit "Waiting for the Barbarians". Er wurde für seine Romane mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. zweimal mit dem Booker Prize. 2003 erhielt Coetzee den Nobelpreis für Literatur.

Kundenbewertungen zu "Das Leben der Tiere" von "J. M. Coetzee"

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Bewertung von Beate aus Dortmund am 28.06.2008 ***** weniger gut
Obwohl die Thematik Tierrechte wichtig ist, wird sie in diesem Buch langweilig und vor allem langatmig in einem fast durchgehenden Monolog dargestellt. Schade - Chance vertan!

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