Das Labyrinth der Einsamkeit - Paz, Octavio

Octavio Paz 

Das Labyrinth der Einsamkeit

Essay. Übertr. u. Einf. v. Carl Heupel

Übersetzer: Heupel, Carl
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Das Labyrinth der Einsamkeit

Der Essay stellt eine komplexe Analyse des mexikanischen Charakters dar. Ausgangspunkt der Analyse ist der >>pachuco<<, der in die USA ausgewanderte Mexikaner, der einerseits kein Mexikaner sein will, andererseits sich aber jeglicher Integration in das soziale Leben der USA verweigert. Der >>pachuco<< befindet sich in einem tiefen Zwiespalt, der Ausdruck der kollektiven Identitätskrise seines Volks ist. Die Wurzeln der >>soledad>>, der Einsamkeit, des >>pachuco<< sieht Paz in dem mexikanischen Urtrauma der spanischen Eroberung der Azteken unter Hern n Cortés (1485-1547). Der Mexikaner verleugnet seinen Ursprung, den indigenen wie den spanischen. Im Epilog sucht Paz nach einem Entkommen aus dem Labyrinth der >>soledad<<. Sein Ziel ist es, die nationalistischen Formen der >>mexicanidad<< durch die existenzialistische und universelle Formel der Einsamkeit des Individuums zu ersetzen. Die durch die Einsamkeit und die Tragik einer entwurzelten Kultur bestimmte gesellschaftliche Situation Mexikos sieht er nur durch die Utopie der mexikanischen Revolution als Rückkehr zum Ursprung überwindbar. Der Essay kann als indirekte Grundlegung des magischen Realismus angesehen werden - einer literarischen Strömung, die sich Phänomenen zuwendet, denen eine über das rational Erklärbare hinausgehende Bedeutung für den Menschen zugemessen wird. Kennzeichnend für den magischen Realismus sind neben der mythischen Dimension formale Offenheit und sozialkritischer Realismus. So untersuchte Paz die Eigenheiten des mexikanischen Volks in soziologisch-psychologischer, kultureller und historischer Hinsicht.

Octavio Paz' berühmter Essay "Das Labyrinth der Einsamkeit", bereits 1950 erschienen, "ist das immer noch wichtigste Werk zum Verständnis Mexikos, dieses kastilischen Volkes mit aztekischen Streifen". Für Paz sind die Mexikaner sowohl Spanier wie auch Indianer, wenn sie auch weder von den einen noch von den anderen abstammen wollen. Mit der Ablehnung ihrer Vergangenheit verneinen die Mexikaner sich selbst: "Sie werden zu Söhnen des Nichts und beginnen in sich selbst."


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 1998
  • 11. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 219 S.
  • Seitenzahl: 220
  • Bibliothek Suhrkamp Bd.404
  • Best.Nr. des Verlages: 01404
  • Deutsch
  • Abmessung: 181mm x 121mm x 22mm
  • Gewicht: 270g
  • ISBN-13: 9783518014042
  • ISBN-10: 3518014048
  • Best.Nr.: 00809237
"Mastretta erzählt fesselnd: romantisch und stimmungsvoll ohne jeglichen Kitsch, erotisch ohne Exhibitionismus, einfühlsam ohne lästige Längen, spannend, doch nicht atemlos. Man sollte die Geschichten einzeln genießen wie besonders köstliche Pralinen, um sie nachwirken zu lassen. Doch das fällt schwer; allzu gut sind sie geschrieben!"<br />Regina Karoly sandammeer.at

»Mastretta erzählt fesselnd: romantisch und stimmungsvoll ohne jeglichen Kitsch, erotisch ohne Exhibitionismus, einfühlsam ohne lästige Längen, spannend, doch nicht atemlos. Man sollte die Geschichten einzeln genießen wie besonders köstliche Pralinen, um sie nachwirken zu lassen. Doch das fällt schwer; allzu gut sind sie geschrieben!«
Octavio Paz wurde am 31. März 1914 in Mexiko-Stadt geboren. Die Familie Paz ist indianischer und spanischer Abstammung. Der Großvater galt als herausragende Figur des mexikanischen Liberalismus, und der Vater war Mitarbeiter des Sozialrevolutionärs Zapata. Mit 17 war er Mitbegründer einer literarischen Zeitschrift und begann gleichzeitig zu publizieren. Im Laufe der Zeit erschienen zahlreiche Zeitschriften unter seiner Leitung. Nach seinem Jura- und Philosophiestudium arbeitete er als Lehrer und engagierte sich politisch. 1944/45 hielt er sich als Guggenheim-Stipendiat in San Francisco und New York auf. 1946 trat er in den Auswärtigen Dienst Mexikos ein und wurde nach Paris entsandt. 1962 wurde er zum Botschafter in Neu-Delhi ernannt. Dieses Amt legte er 1968 aus Protest gegen das Massaker an demonstrierenden Studenten in Mexiko-Stadt nieder. Ab dieser Zeit lehrte als Gastprofessor in den USA. Im Jahr 1971 kehrte er nach Mexiko zurück, wo er, unterbrochen von Lehrtätigkeiten an nordamerikanischen Universitäten, bis zu seinem Tod am 20. April 1998 lebte. 1984 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 1990 den Nobelpreis für Literatur.

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