Chan-Geschichten erzählen die buddhistische Lehre in Bildern,
Gleichnissen und Metaphern. Das nur sanfte Andeuten des Gemeinten,
der Umweg, das Umkreisen, der verschlungene Zugang zum Verborgenen
und zu spiritueller Weisheit wurden in China zu den neuen
Ausdrucksmitteln der Lehre und förderten ihre nachhaltige
Verbreitung. In vielem verband sich die Chan-Schule mit dem
Daoismus, Chinas angestammter Religion. Gemeinsam ist beiden die
Überzeugung, dass die höchste Wirklichkeit mit den Worten der
Sprache nicht authentisch beschrieben werden kann, sowie die
Betonung ethischen und erleuchteten Handelns im Alltagsleben. Das
achtsame Leben, das Gehen des Pfades, ist das eigentliche
Ziel.
Die 535 Geschichten dieser Sammlung umfassen einen Zeitraum von
über fünfzehnhundert Jahren. Nicht nur religiös motivierten Lesern,
Zen-Anhängern und sinologischen Fachkreisen, sondern allen, die
sich für asiatische Kultur interessieren, bietet sie eine reiche
Fundgrube, um sich eingehender mit der Welt des Chan-Buddhismus zu
beschäftigen. Sämtliche Texte wurden neu aus dem Chinesischen
übertragen. Neben einer textkritischen Einführung enthält das Buch
auch ein Glossar chinesischer und buddhistischer Begriffe sowie
Kurzbiografien der erwähnten Personen.
Der Übersetzer Hans-Günter Wagner hat neben diesen Chan-Geschichten
auch zahlreiche Chan-Gedichte sowie altchinesische Volksdichtung
ins Deutsche übertragen und herausgegeben.
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