Das Institut Technik und Bildung der Universität Bremen
Das Bremer Institut Technik & Bildung (ITB), eine der weltweit
größten wissenschaftlichen Einrichtungen zur
Berufsbildungsforschung, wird 25 Jahre alt. Seit seiner Gründung im
Jahr 1976 hat es zweimal Rückschau gehalten: 1996 und 2006 durch
Feiern, die die politische und akademische Bedeutung des Instituts
mit Vorträgen prominenter Kollegen und Förderer belegten.
Inzwischen sind viele Mitarbeiter, die, damals noch jung, lange
Zeit am ITB tätig waren, ausgeschieden oder aufgestiegen, haben an
anderen Universitäten bzw. Forschungs- oder Lehreinrichtungen
Karriere gemacht. Auch der initiativenreiche Mitgründer und
langjährige Sprecher des Instituts, Felix Rauner, ist vor einigen
Jahren in den Ruhestand getreten. Es kam, heutzutage keineswegs
mehr selbstverständlich, zu Wieder- und Neubesetzungen. "The
Times - They Are A-Changing" heißt es, und nach einem
Vierteljahrhundert gibt es "das" ITB der 1980er oder
1990er Jahre in vielerlei Hinsicht nicht mehr. Und so schien es
geboten, die Ursachen und Folgen der Wandlung des Instituts zu
beschreiben, es mit seiner eigenen Geschichte zu konfrontieren. Die
nun im Bremer Donat Verlag erschienene wissenschaftshistorische
Arbeit befasst sich mit der Gründung, Entwicklung und den
Zukunftsperspektiven des ITB, stützt sich auf die Methoden der
Quellenforschung und Historiographie und hat dabei stets den
zeitgenössischen Kontext im Blick. Es geht also nicht in erster
Linie um das Institut und die mit ihm in Verbindung stehenden
Wissenschaftszweige, sondern um einen ebenso bedeutenden wie
besonderen Aspekt der Bremer Universitätsgeschichte. Damit ist das
auf einer umfangreichen Recherche beruhende Buch von Christian R.
Salewski auch und gerade für all jene Leser aufschlussreich, die
sich vor dem Hintergrund anderer Disziplinen für die bremische
Wissenschaftspolitik seit den 1970er Jahren interessieren. Wer
wissen will, wie sich die Bildungs- und Hochschulreform auf den
Ausbau der Bremer Universität auswirkte, wird auf viele
überraschende Details und bemerkenswerte Einsichten stoßen:
sorgfältig dargestellt, kapitelweise resümiert und gut lesbar. Die
Suche nach den mehr oder minder trivialen Gründen des
Bedingungsgefüges, aus dem etwas Neues entsteht, verbindet der
Autor mit der Frage danach, wie ein wissenschaftliches Institut,
obwohl mit politischem Auftrag ins Leben gerufen, seinen Anspruch
auf Autonomie weiter entwickelt und sich erfolgreich etabliert. Dem
Autor gelingt es, die Spannung zwischen bildungs- und
berufspolitischem Auftrag, der institutionellen Einbindung und der
wissenschaftstypischen Autonomie des ITB - auch vor dem Hintergrund
einer erheblichen Konkurrenz im nationalen wie übernationalen
Bereich - einsehbar zu machen - und das über die gesamte von ihm
recherchierte Zeit bis zum Jahr 2005. Nicht zuletzt die
ausführliche Berücksichtigung der letzten fünf Jahre lässt das Buch
vergleichbare Publikationen überragen. Viele Verhandlungen,
Forschungen und Aktivitäten sind noch nicht abgeschlossen.
Vergangenheit und Gegenwart verfransen sich zur aktuellen Lage. Den
heute Beteiligten bietet sich ein zeitnahes Bild ihrer Situation
vor dem Hintergrund der wechselhaften Geschichte des Instituts. Es
gibt ihnen die Möglichkeit, manch Unfertiges, Fragiles und sich
selbst zu erkennen - eine Zustandsbeschreibung, die es ihnen
erlaubt, den Weg und das Ziel des ITB klarer zu bestimmen. Auch das
macht aus der wissenschaftshistorischen Untersuchung von Christian
Salewski ein einzigartiges Werk.
Aus dem Inhalt Vorworte der Herausgeber und des Verfassers Gründungskontext 1979-1986 Entstehung und Entwicklung des ITB 1986-1994 Der Wandel im Zeitalter der Globalisierung und die Arbeit-, Technik und Bildungsforschung im Bund und Lande Bremen 1995-2005 Die wissenschaftliche und äußere Entwicklung des Instituts Ausblick und Schlussbetrachtung Quellen und Literatur
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