Das Haus Wittgenstein - Waugh, Alexander

Alexander Waugh 

Das Haus Wittgenstein

Geschichte einer ungewöhnlichen Familie

Aus d. Engl. v. Susanne Röckel
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Das Haus Wittgenstein

Wohl kaum eine Familie bestand aus so vielen exzentrischen und tragischen Persönlichkeiten wie die Familie Wittgenstein.

Die Wittgensteins gehören zu den schillerndsten Familien des ausgehenden 19. und des 20. Jahrhunderts. Vater Karl hatte es als Stahlmagnat zu großem Vermögen gebracht und führte ein offenes Haus, in dem Musiker wie Brahms, Mahler oder Richard Strauss und die Wiener Avantgarde verkehrten. Seine Kinder jedoch litten unter dem strengen Vater: Drei der fünf Söhne brachten sich um, einer verschenkte sein Erbe und wurde ein weltbekannter Philosoph, einer blieb Pianist, der trotz fehlender rechter Hand konzertierte und sich von Ravel, Hindemith, Prokofjew oder Britten Stücke komponieren ließ.
In seiner faszinierenden Biographie schildert Alexander Waugh die gesamte Tragik und Größe einer Familie vor dem Hintergrund zweier Weltkriege und dem Nationalsozialismus. Entstanden ist das erschütternde Portrait einer Familie so hochbegabter wie schwieriger Menschen.


Produktinformation

  • Abmessung: 223mm x 150mm x 40mm
  • Gewicht: 690g
  • ISBN-13: 9783100922205
  • ISBN-10: 3100922204
  • Best.Nr.: 26377103
"Eine unglaublich lesbare, makellos recherchierte Darstellung des Wittgensteinschen Tollhauses." (Guardian)

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Rezensent Eberhard Straub hat Alexander Waughs Biografie der Familie Wittgenstein mit großem Interesse gelesen. Das scheint ihn selbst ein bisschen zu überraschen, denn Engländer, weiß Straub seine Leser zu bescheiden, neigen in ihrer "Freude an individuellen Arabesken" zum Pointilisimus. Ausfürhlich erzählt Straub die Geschichte der Familie nach, angefangen beim Patriarchen Karl Wittgenstein, einer Art österreichischem Krupp, der neun Kinder in die Welt setzte und sie mit seinem herrischen Wesen zu menschenscheuen, nervösen oder hysterischen Menschen machte. Finanziell abgesichert waren sie allenfalls innerlich vollbeschäftigt. Leben, erklärt Straub, war für sie keine Reihe von Handlungen, sondern von Zuständen. Sein musikalisches Talent vererbte er jedoch nicht nur dem Pianistensohn Paul, sondern allen Familienmitgliedern, natürlich auch dem Philosophen Ludwig Wittgenstein. Beklommen erzählt Straub auch von dem Schicksal der jüdischen, aber bis zur Selbstverleugnung assimilierten Familie unter NS-Herrschaft: Sie gab viel Geld, um sich den halbwegs sicheren Status einer "Mischlingsfamilie" zu erhalten, durfte deshalb auch ihre Schlösser und Paläste behalten - und tat nichts für andere verfolgte Juden.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.09.2009

Abkehr vom Unternehmergeist des Vaters
Süffisant, verklatscht und manchmal ahnungslos: Alexander Waugh erzählt die Geschichte der Familie Wittgenstein
„Das Haus Wittgenstein” – selten rückt eine bürgerliche Familie in den Rang eines „Hauses” auf. Die Wittgensteins – oder jedenfalls der österreichische Großindustrielle Karl Wittgenstein (1847 - 1913), seine Gattin Leopoldine (1850 - 1926) und ihre neun Kinder, darunter der Philosoph Ludwig und der Pianist Paul Wittgenstein – waren ein „Haus”. Nicht nur, weil ihr Haus in der Alleegasse zu den prächtigsten Wiener Bürgerpalästen zählte; Mahler, Brahms und Strauss gingen in ihm ein und aus. Später baute Ludwig Wittgenstein seiner Schwester Gretl bekanntlich selbst ein Haus, das modernistische Haus Wittgenstein in der Kundmanngasse, das den üppigen Historismus der Vätergeneration durch Askese zu überwinden suchte.
Der außergewöhnliche Status der Familie Wittgenstein schlug sich auch in hartnäckigen Gerüchten nieder, der Großvater Hermann Christian Wittgenstein sei der uneheliche Sohn eines Prinzen aus dem Hause Sayn-Wittgenstein-Berleburg gewesen. Wer Wittgenstein heißt, also eine …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.09.2009

Wie hübsch waren doch die Frauen in Wien
Alexander Waugh schwingt sich zum Biographen der Familie von Paul und Ludwig Wittgenstein auf

"Bei der unglaublichen Bekanntheit unseres Namens, dessen einzige Träger wir in Österreich sind, . . . ist es ausgeschlossen, wirklich vollkommen ausgeschlossen, dass ein Mensch der unseren Namen trägt, und dem man die vornehme und feine Erziehung auf tausend Schritte ansieht, nicht als ein Mitglied unserer Familie erkannt werde. Selbst eine Änderung Deines Namens als Ultima ratio würde Dir nichts nützen. Es ist das eine Sache, so hart sie sein mag, mit der Du Dich vertraut machen mußt."

Es war ein ungewöhnlicher Brief, der im Winter 1921 von einem Wiener Stadtpalais in das Dörfchen Trattenbach im nahen Alpenvorland ging. Geschrieben hat ihn Paul Wittgenstein an seinen Bruder Ludwig, der kurz zuvor versucht hatte, eine Dorfschullehrerstelle unter falschem Namen anzutreten, erkannt worden war, darauf zurücktrat und damit die Gerüchte über seine seltsamen Anwandlungen erst recht in Umlauf gebracht hatte. Die nächste Stelle trat der Sohn aus einer der reichsten Familien der ehemaligen Monarchie dann …

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Alexander Waugh, geb. 1963 und selbst aus einer berühmten Familie stammend, arbeitete nach seinem Studium der Musik zwei Jahre als Konzertagent und danach als Musikkritiker für verschiedene Zeitungen, u.a. für den Evening Standard. Er hat zahlreiche Bücher über Musik geschrieben, darunter den Bestseller »Classical Music, A New Way of Listening« (1995). Er lebt als Publizist, Theaterautor und Musikproduzent in Somerset in England.

Kundenbewertungen zu "Das Haus Wittgenstein" von "Alexander Waugh"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 3 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** gut)
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(1)
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Bewertung von Ramses 2 aus Calberlah am 13.09.2009 ***** gut
GANZ INTERESSANTE FAMILIEN BIOGRAPHIE.FÜR MEINEN GESCHMACK LEIDER ZU
SACHLICH DARGESTELLT.
EINE GEWÄHLTE ROMANFORM WÄHRE SICHERLICH SPANNENDER GEWESEN.

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