Das Geschenk - Wondratschek, Wolf
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Wolf Wondratschek 

Das Geschenk

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Das Geschenk

Chuck, der Held aus Wolf Wondratscheks berühmtem Gedichtband "Chuck's Zimmer", ist erwachsen geworden. Er hat sich selbst ein Geschenk gemacht und einen Sohn gezeugt, der jetzt 14 ist und die gleichen Symptome zeigt, die Chuck zum Rebellen werden ließen: Er möchte mit der Elternwelt nichts zu tun haben. Er mault und muffelt und hört nicht zu, wenn der Vater mit großem Pathos seine Wahrheiten verkündet. Wiederholt sich das Problem der 68er-Generation? Wolf Wondratschek versucht, durch die komische und traurige Erzählung der Geschichte des Vaters etwas über den Sohn herauszufinden. Der Sohn bleibt natürlich ein "Geschenk", auch wenn er den Vater an die Grenzen der Verzweiflung treibt.


Produktinformation

  • Verlag: Hanser
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 170 S.
  • Seitenzahl: 170
  • Best.Nr. des Verlages: 505/23679
  • Deutsch
  • Abmessung: 440mm x 360mm x 46mm
  • Gewicht: 290g
  • ISBN-13: 9783446236790
  • ISBN-10: 3446236791
  • Best.Nr.: 32516791
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.02.2011

Die alte Welt zerfällt
Wolf Wondratscheks legendärer Held Chuck hat einen Sohn bekommen

Ein sehr unwahrscheinlicher Vater, dieser Chuck. Er hätte dieses Versprechen gar nicht zu geben brauchen, damals, 1974, als er als Held von Wolf Wondratscheks Gedichtband "Chuck's Zimmer" mit den Worten verabschiedet wurde: "Chuck, der sein Kind liebt, / das nie zur Welt kommen wird." Es war schon klar, dass dieser Chuck weiter allein durch die Welt ziehen muss. Von Liebe zu Liebe, von Boxkampf zu Boxkampf, von Rausch zu Rausch. "Chuck's Zimmer" - das waren Gedichte für die Massen, das war einer der erfolgreichsten Gedichtbände in Deutschland nach dem Krieg. 300 000 Mal wurde er verkauft, und die Geschichte des Helden begann so: "Chuck wacht auf / die Erde ist leer." Ein Mann im Kosmos seiner selbst, Kontakt zur Welt nur im Vorübergehen.

Er ging allein, und sein Schöpfer Wondratschek überließ ihn die meiste Zeit sich selbst. Lange schon schreibt er kaum noch Gedichte, sondern Prosa, Erzählungen meist, obwohl er im Chuck-Gedichtband selbst mahnend geschrieben hatte: "The trouble with fiction is that it makes too much sense." Als Prosa-Autor ist …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Ganz schön heikel und doch auch raffiniert findet es Rezensentin Meike Fessmann, was Wolf Wondratschek in diesem Roman unternimmt. Die zentrale Frage, die er hier in einer Gratwanderung zu beantworten versucht, ist diese: Wie macht man als einer, der seine wilden Jahre überlebt hat und nun dabei ist, zum alten Mann zu werden, trotzdem gute Figur? Das ist eine Frage, die Wondratschek autobiografisch betrifft, jedoch verlegt er die Antwort darauf in die unbestimmte Distanz seiner in dritter Person erzählten Figur Chuck. Den kennt der Wondratschek-Leser aus den einst kultisch verehrten Gedichten der siebziger Jahre. Hier kehrt er nun wieder und wird spät noch zum Vater. Übel spielt er der Kindsmutter dabei mit und sich selbst bei alledem durchaus was vor. Für Fessmann stellt sich das auf symbolischer Ebene nämlich so dar, dass Chuck sich als Vater und Bruder zugleich des Sohnes begreifen möchte: Da mogelt sich, konstatiert sie, ein Mann aus dem Generationenzusammenhang. Die Rezensentin positioniert sich nicht ganz eindeutig zu dem Buch und seinen Verfahren, kann ihre Faszination für diese komplexe Flucht eines Autors vor sich selbst jedoch nicht verhehlen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.04.2011

Der gelungene Kartenspielertrick
Was macht eigentlich Chuck? In seinem neuen Buch „Das Geschenk“ blickt Wolf Wondratschek in den Rückspiegel seines Lebens – und seiner Literatur
Die einfachsten Tricks sind oft die besten, das ist in der Literatur nicht anders als beim Kartenspiel. Wolf Wondratschek nennt den Helden seines neuen Buches Chuck und legt damit einen Köder aus. Denn Chuck, so hieß auch das Alter Ego seiner frühen Gedichte, jene auf der Grenze zwischen Literatur und Leben balancierende Kunstfigur, die seinem erfolgreichsten Gedichtband den Titel gab. „Chuck’s Zimmer“, das klingt nach den bundesrepublikanischen siebziger Jahren. Wer sich damals für Rock und Lyrik interessierte, der kennt diesen Namen. Und mittlerweile hat er als Sound der eigenen Jugend selbst für jene einen guten Klang, die sich für Wondratscheks Gedichte nicht erwärmen konnten.
Dass Wolf Wondratschek, das lyrische Großmaul der Siebziger und das sprichwörtliche „Arschloch der achtziger Jahre“, nach einer langen Durststrecke wieder Konjunktur hat, liegt nicht zuletzt am geschickten Umgang mit diesem Mythos. Chuck ruft ihn auf, Chuck hält ihn wach, aber Chuck ist …

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"Wondratschek kann sie noch immer, die Sätze, die sitzen wie eine linke Gerade." Christoph Schröder, Frankfurter Rundschau, 09.06.11

"Wondratschek kann sie noch immer, die Sätze, die sitzen wie eine linke Gerade." Christoph Schröder in der "Frankfurter Rundschau"
Wolf Wondratschek ist freier Schriftsteller und lebt in München und Wien.
Er wurde 1943 in Rudolstadt/Thüringen geboren; aufgewachsen in Karlsruhe. Nach dem Studium der Literaturwissenschaft und Philosophie in Heidelberg, Göttingen und Frankfurt am Main war Wondratschek 1964-65 Redakteur der Zeitschrift "Text + Kritik". Die erste Buchveröffentlichung "Früher begann der Tag mit einer Schusswunde" folgte 1969. Neben Gedichten, Liedern und Romanen veröffentlichte Wondratschek zahlreiche Hörspiele, Filme und Schallplatten und schrieb kontinuierlich für Zeitschriften und Anthologien.

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