Leseprobe zu "Das falsche Urteil / Van-Veeteren-Krimi Bd.3"
24. August 1993
Es war der erste und letzte Tag.
Die Stahltür fiel hinter seinem Rücken ins Schloss und das metallische Klicken hing noch einen Moment in der kühlen Morgenluft. Er machte vier Schritte, blieb stehen und stellte seine Tasche hin. Kniff die Augen zusammen und riss sie dann wieder auf.
Ein leichter Morgennebel hing über dem einsamen Parkplatz, die Sonne ging über der Stadt gerade auf, und das einzige Lebenszeichen stammte von den Vögeln über den Feldern, die den Ort umgaben. Der Duft eines frisch gemähten Kornfeldes stahl sich in seine Nasenlöcher. Das Licht blendete ihn und zitterte über dem Asphalt. Aus der Ferne, einige Kilometer weiter, konnte er das sture Summen der Autos auf der Schnellstraße hören, die die offene Landschaft durchschnitt. Die plötzliche Erkenntnis der wahren Dimensionen der Welt sorgte dafür, dass ihm für einen Moment schwindlig wurde. Er hatte seit zwölf Jahren diese Mauern nicht verlassen, seine Zelle hatte zweieinhalb mal drei Meter gemessen, und er wusste, dass dieser Ort vom Bahnhof weit entfernt lag. Ungeheuer weit, vielleicht eine unüberbrückbare Entfernung für einen solchen Tag.
Sie hatten ihm ein Taxi angeboten, das stand allen zu, aber er hatte abgelehnt. Wollte auf dem Rückweg in die Welt nicht mit Abkürzungen anfangen. Wollte an diesem Morgen bei jedem Schritt Bedeutung und Schmerz und Freiheit spüren. Wenn er sein Vorhaben überhaupt durchführen wollte, dann galt es sehr viel zu überwinden, das war ihm klar. Zu überwinden und zu meistern.
Er hob seine Tasche hoch und ging los. Die Tasche wog nicht viel. Sie enthielt ein wenig Unterwäsche. Ein paar Schuhe, ein Hemd, eine Hose und ein Nageletui. Vier oder fünf Bücher und einen Brief. Die Kleidung, die er jetzt trug, hatte er am Vortag in der Kleiderkammer anprobiert, danach hatte er ihren Empfang quittiert. Es war die typische Anstaltsgarderobe. Schwarze Kunstlederschuhe. Blaue Hose. Blassgraues Flanellhemd und eine dünne Windjacke. Für die Leute in der Stadt würde er so leicht zu identifizieren sein wie ein katholischer Priester oder ein Schornsteinfeger. Einer der Leute, die mit der braunen Reisetasche aus Pappe zum Bahnhof wanderten und wegfahren wollten. Die ihre Zeit in der Großen Grauen zwischen Stadtwald und Schnellstraße abgesessen hatten. Die ganz in der Nähe wohnten und doch endlos weit fort zu sein schienen. Einer von den anderen. Die leicht Erkennbaren.
Die Große Graue. So hieß das Haus im Volksmund; für ihn selber war es eher namenlos, war nur ein Stück Zeit, aber fast kein Raum. Und die Blicke der Menschen berührten ihn schon längst nicht mehr: schon längst war er gezwungen worden, ihre oberflächliche und sinnlose Gesellschaft zu verlassen. Das hatte er ohne Zögern getan, unter Zwang, weil ihm nichts anderes übrig geblieben war, und er hatte sich niemals zurückgesehnt. Niemals.
Und die Frage war da noch, ob er jemals dazugehört hatte.
Die Sonne stieg höher. Nach einigen hundert Metern musste er abermals eine Pause einlegen. Er streifte die Jacke ab und legte sie sich über die Schulter. Zwei Autos kamen an ihm vorbei. Wärter, vermutlich, oder andere Beamte. Anstaltsleute jedenfalls. Hier in dieser Gegend gab es sonst doch nichts. Nur die Große Graue.
Er setzte sich wieder in Bewegung. Wollte vor sich hinpfeifen, kam aber auf keine Melodie. Das Morgenlicht war einfach zu stark. Er überlegte sich, dass eine dunkle Sonnenbrille eine Hilfe sein könnte, vielleicht könnte er sich in der Stadt eine kaufen. Er legte sich die Hand an die Stirn, kniff die Augen zusammen und betrachtete die Silhouetten im scharfen Licht. In diesem Moment fingen irgendwelche Kirchenglocken zu läuten an.
Er schaute auf seine Armbanduhr. Acht. Den ersten Zug würde er nicht mehr erreichen. Das wollte er aber auch eigentlich gar nicht, lieber wollte er ein paar Stunden bei einem ordentlichen Frühstück und einer aktuellen Tageszeitung im Bahnhofscafe sitzen. Er hatte es nicht eilig. An diesem ersten Tag jedenfalls nicht. Natürlich wollte er seinen Plan durchführen, aber der Zeitpunkt hing von Umständen ab, über die er noch keinerlei Überblick hatte.
Am nächsten Tag, vielleicht. Oder am übernächsten. Wenn diese vielen Jahre ihm etwas, überhaupt irgendetwas beigebracht hatten, dann sicher dieses: Geduld zu haben.
Geduld.
Zielbewusst betrat er den Ort. Nahm die menschenleeren sonnenbeschienenen Straßen in Besitz. Die schattigen Gassen, die zum Marktplatz führten. Das abgenutzte Kopfsteinpflaster. Wanderte langsam am braunen, morastigen Fluss entlang, auf dem träge Enten in zeitloser Leichtigkeit umherschwammen. Das allein, einfach zu gehen, ohne an einer Mauer oder einem Gitter zu enden, war schon seltsam. Er blieb auf einer Brücke stehen und betrachtete eine Schwanenfamilie, die auf einem Inselchen im Schatten der am Ufer wachsenden Kastanienbäume Rast machte. Betrachtete auch diese gewaltigen Bäume, deren Zweige ebenso nach oben zu streben schienen wie nach unten. Zum Wasser wie zum Licht.
Die Welt, dachte er. Das Leben.
Ein pickliger Jüngling stempelte mit sichtlichem Widerwillen seine Fahrkarte. Einfache Fahrt, ja, das war doch klar. Er schaute den Knaben kurz an und ging dann weiter zum Kiosk. Kaufte zwei Tageszeitungen und eine Zeitschrift mit großen nackten Brüsten, was ihm aber gar nicht peinlich war. Dann eine Kanne Kaffee im Cafe, frische Brötchen mit Käse und Marmelade. Ein oder zwei Zigaretten. Der Zug ging in einer Stunde, und es war noch immer Morgen.
Der erste Morgen seiner zweiten Rückkehr und die ganze Welt war voller Zeit. Voller Unschuld und Zeit.
Stunden später näherte er sich seinem Ziel. Einige Dutzend Kilometer saß er nun schon allein im Abteil. Schaute aus dem zerkratzten und verdreckten Fenster, sah Felder, Wälder, Orte und Menschen an sich vorbeiziehen, und plötzlich wurde alles deutlich. Zeigte seinen eigenen, ganz besonderen Inhalt. Häuser, Straßen, der innere Zusammenhang der Landschaft. Der alte Wasserturm. Der Fußballplatz. Die Fabrikschlote und die Villengärten. Gahns Möbelfabriken. Der Marktplatz. Das Gymnasium. Die Straßenüberführung und die Häuser in der Einkaufsstraße. Und dann fuhr der Zug langsamer.
Der Bahnsteig war mit einem neuen Dach aus blassgelbem Kunststoff versehen worden, das registrierte er gleich beim Aussteigen. Die Bahnhofsfassade war renoviert. Und es gab neue Schilder.
Ansonsten sah alles aus wie früher.
Er nahm ein Taxi. Verließ den Ort. Fünfzehn Minuten übellaunige Fahrt in Richtung See, der manchmal verschwand und manchmal zwischen Äckern und Laubbäumen glitzerte, dann war er da.
"Halten Sie bei der Kirche. Ich gehe den letzten Rest zu Fuß."
Er bezahlte und stieg aus. Die Art, wie der Fahrer ihm zum Abschied winkte, kam ihm bekannt vor. Er wartete, bis das Auto gedreht und hinter der Molkerei verschwunden war. Dann packte er seine Tasche und die Plastiktüte mit den Waren, die er für die nächsten Tage brauchte, und machte sich an die letzte Etappe.
Die Sonne stand jetzt hoch am Himmel. Bald strömte ihm der Schweiß über das Gesicht und die Schulterblätter. Es war weiter als in seiner Erinnerung, außerdem ging es steiler bergauf.
Aber er war schließlich seit zwölf Jahren nicht mehr hier gewesen.
Auch das Haus war zwölf Jahre älter, aber immerhin stand es noch. Sie hatte wie versprochen den Weg zur Vortreppe freigelegt, aber das war auch alles. Die Grenze zwischen Garten und Wald schien verwischt zu sein, kleine Birken waren schon weit vorgerückt, Gras und Schlingpflanzen und Gestrüpp wuchsen an den Wänden meterhoch. Das Dach des Schuppens war eingesunken, die Dachziegel sahen angegriffen aus, ein Fenster im Obergeschoss war zerbrochen, aber das interessierte ihn nicht weiter. Sofern er sich überhaupt etwas vorgestellt hatte, sah alles ungefähr so aus wie erwartet.
Der Schlüssel hing am abgemachten Ort unter der Regenrinne. Er schloss auf. Stemmte die Schulter gegen die Tür und drückte zu, damit sie sich öffnete. Sie hatte sich offenbar ein wenig verkeilt.
Es roch muffig, aber nicht übermäßig. Nichts war verfault, und Ratten gab es offenbar auch nicht. Auf dem Küchentisch lag ein Zettel.
Sie wünsche ihm alles Gute, stand dort. Mehr nicht.
Er stellte Tasche und Tüte aufs Sofa unter der Uhr und schaute sich um. Lief umher und öffnete die Fenster. Im Schlafzimmer blieb er vor dem Spiegel stehen und betrachtete sich.
Ihm fiel auf, dass er alt geworden war. Sein Gesicht war grau und eingefallen. Die Wangen dünner und verkniffener. Die Haut am Hals hing schlaff und faltig herab. Seine Schultern waren krumm und sahen auf irgendeine Weise bedrückt aus.
Siebenundfünfzig Jahre, dachte er. Vierundzwanzig hinter Gittern. Kein Wunder.
Er drehte sich um und suchte nach einer Waffe. Eine Waffe brauchte er ja auf jeden Fall, und je schneller er die Sache erledigte, desto besser. Falls ihn nicht wieder Zweifel überkommen sollten.
Gegen Abend saß er mit dem Brief in der Küche. Las ihn noch einmal, bei einer Tasse Kaffee, die auf dem geblümten Wachstuch stand.
Lang war der Brief nicht. Knappe anderthalb Seiten. Er schloss die Augen und versuchte ihr Bild vor sich zu sehen.
Ihre schwarzen, vom Tode gezeichneten Augen auf der anderen Seite des Gitters. Ihre verkrampften Hände.
Und ihre Mitteilung.
Nein, es konnte keinen Zweifel geben.
20. April - 5. Mai 1994
Es war einer von diesen Ausflügen.
Natürlich hätten vier Erwachsene dabei sein müssen. Oder zumindest drei. Das war auch so geplant gewesen, aber eine halbe Stunde vor Aufbruch hatte Henriette angerufen und wegen einer ihrer vagen Unpässlichkeiten abgesagt. Gleich darauf war ihnen aufgegangen, dass Hertl zur Unterstützung der Krankenschwester zurückbleiben musste. Die wurde nämlich an diesem Nachmittag erwartet und sollte die Zweijährigen impfen.
Also blieben noch Elisabeth und Moira. Dass Moira früher oder später von Migräne gequält werden würde, war ohnehin selbstverständlich. Weshalb sie eigentlich für die ganze Bande allein verantwortlich war. Aber egal, es war ja nicht das erste Mal.
Vierzehn Kinder. Im Alter zwischen drei und sechs. Eunice, 6, eröffnete das Fest damit, dass sie schon nach vierhundert Metern im Bus loskotzte. Paul, 3, pisste sich derweil die Stiefel voll. Ellen und Judith, 4 und 5, versuchten einander im Streit um ein grünes Halstuch mit rosa Kaninchen die Augen auszukratzen. Emile, 3 1/2, schrie so laut nach seiner Mama, dass der ganze Bus dröhnte, und Christophe, 6, hatte Zahnschmerzen.
Immerhin erreichten sie lebend die Haltestelle auf der Lichtung im Wald. Rasch zählte sie ihre Lieben durch. Es stimmte. Vierzehn Stück, mit Moira fünfzehn. Sie holte tief Atem. Drei Stunden mit Waldspaziergängen, Würstchengrillen, Schatzsuche und allerlei botanischen Untersuchungen lagen vor ihnen. Durch die Baumkronen konnte sie den dunkel werdenden Himmel ahnen und sie fragte sich, wie bald wohl der Regen über sie hereinbrechen würde. Das sollte knapp fünfunddreißig Minuten dauern, wie sich herausstellte, und inzwischen waren sie schon ziemlich tief in den Wald hineingegangen. Moira spürte den Druck auf der Stirn und lief fünfzig Meter vor den anderen her, um den Druck nicht schlimmer werden zu lassen. Erich und Wally pöbelten Eunice an, weshalb dieses dicke Kind nicht mehr bei den anderen sein wollte, sie lief allein und maulend zwischen den Bäumen, statt auf dem Weg zu bleiben, aber Elisabeth rief sie ab und zu und blieb auf diese Weise mit ihr in Kontakt. Einer der Jömpers-Zwillinge war gestolpert, mit dem Kopf gegen eine Wurzel geschlagen und musste deshalb getragen werden. Sein Bruder hüpfte hinter ihr her und zog mit verdreckten Fingern an ihrem Gürtel.
"Jetzt regnet's", schrie Bartje, 4.
"Ich will nach Hause", rief Heinrich, 5.
"Pissgören", erklärten Erich und Wally. "Geht nach Hause und fickt eure Mutter."
"Fickt", piepste ein anonymer Dreijähriger.
"Haltet die Fresse, Wally und Erich", fauchte Elisabeth. "Sonst schneid ich euch die Ohren ab!"
Moira stand vor der Wanderhütte, in der sie zu Mittag essen wollten.
"Was für ein Glück", flüsterte sie, als die anderen sie eingeholt hatten. Sie musste flüstern, um ihre Migräne in Schach zu halten. "Jetzt los, damit wir ins Trockene kommen!"
Noch ehe Wally an der Tür angelangt war, wusste Elisabeth, dass diese abgeschlossen war, und dass der Schlüssel in Hertls Handtasche im Personalzimmer des Kindergartens steckte.
"Die Scheißtür ist zu!", schrie Wally. "Lass den Schlüssel rüberwachsen!"
Moira blickte sie verständnislos an. Elisabeth seufzte. Kniff die Augen zusammen und zählte bis drei. Der Regen strömte auf sie hernieder und sie spürte, wie ihre Absätze langsam im triefnassen Gras versanken.
"Ich friere", jammerte der eine Jümperszwilling auf ihrem Arm.
"Ich hab Hunger", erklärte der andere.
"Habt ihr den Schlüssel vergessen, ihr Blödis?", schrie Erich und schmiss einen Lehmklumpen an die Hüttenwand.
Elisabeth dachte noch drei weitere Sekunden nach. Dann packte sie ihren am Kopf verwundeten Patienten in Moiras Arme, lief auf die Rückseite des Hauses und schlug ein Fenster ein.
Einige Zeit später hatte der Regen aufgehört. Aller Proviant war verzehrt, sie hatte achtzehn Märchen vorgelesen, die sie schon achtzehnhundertmal vorgetragen hatte, einige Fünf- und Sechsjährige hatten die Umgebung erforscht und sich dermaßen versaut, dass sie bezweifelte, ob der Busfahrer sie wieder mitnehmen würde. Moira hatte eine Weile in einer Kammer im Obergeschoss geschlafen, fühlte sich ein wenig weniger elend, aber eben nur ein wenig. Gerard, ein drei Jahre alter Allergiker, hatte große roten Flecken im Gesicht und in der Armbeuge, da ein bisher nicht identifizierter Übeltäter ihm heimlich ein Nussbonbon zugespielt hatte. Zwei Kinder von drei und vier Jahren hatten sich in die Hosen gepisst.
Ansonsten hatte sie alles unter Kontrolle. Sie beschloss, alle auf die Treppe zu rufen und zum Aufbruch zu blasen.
Dreizehn. Es waren nur dreizehn. Und mit Moira vierzehn.
"Wer fehlt denn noch?", fragte sie.
Wie sich dann herausstellte, fehlte Eunice.
Eine erste vorläufige Umfrage brachte die Information, dass Eunice vor zwanzig bis fünfunddreißig Minuten zuletzt gesehen worden war, die Sache mit der Zeitrechnung nahm kein Kind so genau, und die Ursache des Verschwindens war auch nicht ganz klar - möglicherweise hatten Wally oder Erich oder auch beide ihr mit einem Brett auf den Rücken geschlagen, vielleicht hatte Marissa sie auch als "Affennutte" bezeichnet. Oder sie hatte Bauchweh gehabt.
Vermutlich lag es an einer Kombination von allem.
Nachdem alle einige Minuten lang gerufen und geschrien hatten, beschloss Elisabeth, die Gegend durchzukämmen.
Moira musste sich im Haus um die Drei- und Vierjährigen kümmern, Elisabeth selber ging mit den etwas Älteren in den Wald.
Älter, dachte sie. Fünf und sechs Jahre. Sieben Kinder.
"Wir gehen im Abstand von zehn Metern los", erklärte sie. "Wir rufen die ganze Zeit und lassen einander nicht aus den Augen. Ist das klar?"
"Yes boss", schrie Wally und salutierte.
Und Wally fand die Vermisste dann auch.
"Sie sitzt in einem Scheißgraben und heult", teilte er mit. "Da hinten. Sie sagt, sie hat einen Toten ohne Kopf gefunden."
Und Elisabeth wusste sofort, dass das stimmte. Auf so einen Hammer hatte sie an diesem Tag natürlich nur noch gewartet.
In Wirklichkeit fehlte dem Toten nicht nur der Kopf. Sein Körper - oder das, was davon noch übrig war - war in einen schweren Teppich eingewickelt gewesen, und es fand sich einfach nicht die Zeit, um in Erfahrung zu bringen, warum Eunice diesen Teppich so genau untersucht hatte. Möglicherweise hatte ein Beinstumpf hervorgelugt. Auf jeden Fall hatte das kräftige und starke Mädchen den Teppich weit genug aus dem Graben ziehen können, um ihn auseinanderzuwickeln. Er war von der Feuchtigkeit hart angegriffen... und vom Schimmel, Pilzen und allgemeiner Auflösung, dachte Elisabeth. An einigen Stellen fiel er schon auseinander, und der Leichnam, der sich in seinem Innersten verbarg, befand sich mehr oder weniger im selben betrüblichen Zustand.
Kein Kopf. Keine Hände, keine Füße.
"Zurück zur Hütte", schrie Elisabeth und drückte die schluchzende Eunice an sich.
Dann überfiel sie plötzlich eine fürchterliche Übelkeit und sie wusste, dass ihr hier ein Anblick zuteil geworden war, der in allen dunklen Nächten ihres weiteren Lebens ihr treuer Begleiter sein würde.
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