Das Ende - Scibona, Salvatore

Salvatore Scibona 

Das Ende

Roman

Übersetzung: Jacobs, Steffen
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Das Ende

Salvatore Scibonas Das Ende ist ein literarisches Ereignis: Nachdem der Roman in den USA erschien, wurde der Autor mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, für den National Book Award nominiert und vom New Yorker zu einem der 20 wichtigsten Autoren seiner Generation gekürt.
Am 15. August 1953 findet in Elephant Park, dem italienischen Viertel von Cleveland, Ohio, anlässlich des römisch-katholischen Hochfestes Mariä Himmelfahrt eine Prozession statt; ein Ereignis, bei dem sich verschiedene Schicksalsfäden kreuzen: die Fäden von Rocco LaGrassa, dem Bäcker von Elephant Park, der erfährt, dass sein Sohn in einem Kriegsgefangenenlager in Korea gestorben ist; von Mrs. Marini, der Engelmacherin, von ihrer Vertrauten Lisa Mazzone und derem 15-jährigen Sohn Ciccio und von dem unheimlichen Juwelier, der sich selbst nur "der Waldläufer" nennt und ein schreckliches Geheimnis mit sich trägt.
Salvatore Scibona verdichtet die Geschichten dieser höchst unterschiedlichen Menschen zum literarischen Porträt einer Zeitenwende und stellt sich mit diesem Roman in die Tradition der europäischen Avantgarde, die mit Namen wie James Joyce, Samuel Beckett und Virginia Woolf verknüpft ist.
Das Ende ist "eine aufregende literarische Tour de force" (Publisher s Weekly),"ein Werk, das seine Leser herausfordert um sie reich zu belohnen." (KirkusReview)


Produktinformation

  • Verlag: Arche Verlag
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 350 S.
  • Seitenzahl: 350
  • Deutsch
  • Abmessung: 236mm x 161mm x 35mm
  • Gewicht: 670g
  • ISBN-13: 9783716026403
  • ISBN-10: 3716026409
  • Best.Nr.: 33358874
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.03.2012

Bloomsday in Cleveland, Ohio

Der amerikanische Traum italienischer Einwanderer: Salvatore Scibona verneigt sich mit "Das Ende" vor der Romantradition der klassischen Moderne.

Von Jan Wiele

Mit amerikanischen Klappentexten ist es ein bisschen wie mit der Parabel vom Jungen, der zu oft "Wolf" ruft und dem dann keiner glaubt, als das Tier wirklich kommt: Den Lobpreis eines Werkes als literarische "tour de force" liest man so oft, dass man ihm kaum noch Glauben schenkt. Im Fall von Salvatore Scibonas Romandebüt "Das Ende", welches das besagte Prädikat vom Magazin "Publishers Weekly" erhielt, beißt der Wolf dann aber tatsächlich zu.

In der Bewusstseinsstrom-Prosa der literarischen Moderne, die vor etwa hundert Jahren bei Joyce und Woolf, Schnitzler und Döblin radikal zum Durchbruch kam, erzählt der 1975 geborene Salvatore Scibona einen Episodenroman, der auch kurz nach der Jahrhundertwende beginnt - nämlich 1913 in Cleveland, Ohio -, dessen gesamte erzählte Zeit aber vom ausgehenden neunzehnten bis zur Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts reicht und innerhalb dieser Spanne munter hin und her springt.

Die Figuren sind …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.03.2012

Karussell
der Stimmen
Ein Roman aus Italy, Ohio
Wo dieses Land wohl liegt? Seine Bewohner sprechen Italienisch, mit verschiedenen regionalen Einschlägen, die ihre Herkunft aus dem Süden verraten: von der sizilianischen Küste, aus kalabresischen Dörfern oder Kleinstädten im Latium. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts landeten Leute wie Rocco, Carmelina Montanero, Enzo Mazzone oder Costanza Marini in Cleveland/ Ohio und bevölkern seither die Straßen am Elephant Park. Hier geht es mindestens ebenso italienisch zu wie in der Heimat. Die Familien sind groß, auf den Tisch kommen Spaghetti, Kaninchen oder Mortadella, und der wichtigste Feiertag ist ferragosto, Mariä Himmelfahrt am 15. August. Und wenn unvermutet ein Großvater aus Neapel auftaucht, kann sich auch sein Enkel im Dialekt mit ihm unterhalten.
Salvatore Scibona, 1975 in Cleveland geboren, vom New Yorker zum vielversprechenden Nachwuchsautor gekürt, ist in einer italienischen Community aufgewachsen, die sich ihre Eigenarten bis in die achtziger Jahre bewahrt haben muss. Sein Debüt „Das Ende“ ist ein vielschichtiges Porträt der italo-amerikanischen Wirklichkeit. Dabei verfällt er weder …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Salvatore Scibonas Roman "Das Ende" ist in der Welt der italienischen Auswanderer in Cleveland in Ohio angesiedelt, wo es bis in die 1980er Jahre noch so italienisch zuging wie in der Heimat, teilt Maike Albath mit. Das Romandebüt des 1975 eben dort geborenen Autors zeichnet ein facettenreiches Bild einer festgefügten italienischen "Community", wobei seine vielen Erzählstränge bis in das Jahr 1873 zurückgehen, so die Rezensentin bewundernd. Sie findet es ausgesprochen gut gemacht, wie Scibona verschiedene Stimmen zu Wort kommen lässt, so zum Beispiel den seiner Familie entfremdeten Bäcker Rocco, der seinen in Korea gefallenen Sohn beerdigen muss, oder die "Engelmacherin" Costanza Merini. Daraus entsteht ein ganzer "Chor", der ohne Folklore oder Sentimentalität eine Lebenswelt entfaltet, die mit ihrem Rassismus oder den erdrückenden patriarchalen Familiengefügen alles andere als in ein idealistisches Licht getaucht wird, wie Albath anerkennend feststellt. Ausgesprochen fesselnd liest sich dieser Roman wegen seiner "farbenprächtigen Sprache", betont die Rezensentin, was in ihren Augen nicht zuletzt der "einfallsreichen" Übersetzung durch Steffen Jacobs zu danken ist.

© Perlentaucher Medien GmbH
Salvatore Scibona, 1975 in Cleveland geboren, ist einer der wichtigsten amerikanischen Autoren der jüngeren Generation. Scibona wuchs im großen Kreise seiner italienischstämmigen Familie auf. Vor allem seine Großeltern, von denen er viele Geschichten erzählt bekam, beeinflussten sein späteres Schreiben. Er lebt in Provincetown, Massachusetts.

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