Das Ende der Schlaflosigkeit - Marrat, Helmut

Helmut Marrat 

Das Ende der Schlaflosigkeit

Eine Geschichte in zwei Teilen

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Das Ende der Schlaflosigkeit

Als er zehn Jahre alt ist, erschießt eine flüchtige Terroristin seinen Vater, einen Polizisten. Seither leidet er unter Schlafstörungen. Alle Versuche, sich davon zu befreien, misslingen. Stattdessen führt er ein abgekapseltes Leben mit seiner Mutter. Er schafft es nicht, sich dauerhaft von ihr zu lösen und lebt ohne eigene Ziele dahin.
Als er dreißig Jahre alt ist, plant er selbst einen Mord. Jetzt tötet er die Mörderin seines Vaters, die für ihre Tat nur eine Gefängnisstrafe von fünfeinhalb Jahren erhalten hat. Nach der Tat flieht er nach New York. Dreiundzwanzig Tage gibt er sich Zeit - länger reicht das Geld nicht - , um vor sich und dem Leser Rechenschaft abzulegen. Ist die Tat irgendwie zu rechtfertigen? Soll er sich stellen? Oder wird es ihm endlich gelingen, ein eigenes Leben zu führen?
Zeitsprünge und eine fragmenthafte Erzählweise spiegeln im ersten Teil des Romans den Charakter des Protagonisten wider, als dessen Leben noch offen ist. Im zweiten Teil berichtet er kalt und präzise von der Vorbereitung und Durchführung der Tat. Diese Tagebucheinträge aus New York zeugen aber auch von seinem so naiven wie selbstgerechten Wunsch, mit dem vollzogenen Racheakt wieder inneren Frieden - und Schlaf - zu finden.


Produktinformation

  • Verlag: Neue Kritik
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 238 S.
  • Seitenzahl: 238
  • Deutsch
  • Abmessung: 20, 5 cm
  • Gewicht: 362g
  • ISBN-13: 9783801503901
  • ISBN-10: 3801503909
  • Best.Nr.: 23480145

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Der hier rezensierende Oliver Tolmein kann nur Gutes über diesen Debütroman sagen. Helmut Marrat erzählt darin eine RAF-Nachfolgegeschichte, die der Rezensent als klug konstruiert und unprätentiös erzählt findet. Es geht um den Sohn eines Polizisten, der bei einem Attentat der RAF ermordet wurde. In seinem eigenen Leben hat der Sohn nichts wirklich hinbekommen, er lebt noch bei seiner Mutter, und als die Frau, die seinen Vater erschossen hat, aus dem Gefängnis kommt, nimmt er zum ersten Mal in seinem Leben etwas in Angriff, nämlich sie zu töten. Dass dies nicht unbedingt einen Befreiungsschlag darstellt, scheint absehbar, aber der Rezensent findet es überzeugend, wie Marrat die Geschichte der RAF und eines Menschen verknüpft, der seiner Opfer-Rolle entkommen will.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.12.2009

Die Stille nach dem Schuss
Helmut Marrats kluger Debütroman erzählt von den Folgen eines RAF-Attentats

Mehr als zehn Jahre sind vergangen, seitdem sich die RAF aufgelöst hat. Fast alle ihrer Mitglieder haben ihre Strafen abgesessen und sind aus der Haft entlassen worden. Abgeschlossen ist dieses bewegte Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte aber keineswegs. Meist pünktlich zu den Jahrestagen wird in der Diskussion an die Ereignisse erinnert und werden diese günstigstenfalls in ein neues Licht getaucht; zuletzt befassten sich die Medien eingehend mit den von der RAF Ermordeten und ihren Hinterbliebenen. Helmut Marrat gelingt es in seinem Debütroman "Das Ende der Schlaflosigkeit", an diese Erkundungen anzuschließen und gleichzeitig eine eigene Dimension der Beschäftigung mit den Attentaten, ihren Voraussetzungen und ihren Folgen zu eröffnen.

Die Schlaflosigkeit plagt Marrats Hauptfigur, seit er mit zehn Jahren seinen Vater verloren hat, der als Polizist beim Versuch, eine Terroristin festzunehmen, erschossen wurde. Um Ruhe zu finden, lernte er, der ohne realen Vater aufwächst, der sich aber ständig mit einer Vorstellung seines Vaters …

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