In seinem Roman "Das Buch Gabriel" zeigt uns der Träger
des Booker Prize DBC Pierre unsere Gegenwart, als hätten Burroughs,
de Sade und David Foster Wallace sich zusammengetan: als letztes
großes Gelage. Gabriel Brockwell, als Idealist und Alltagsphilosoph
dem Alkohol und den Drogen nicht abgeneigt, hat genug vom Leben. Er
beschließt, sich umzubringen, doch halt: nicht sofort. Vorher will
er es noch einmal richtig krachen lassen. Seine Reise führt ihn von
einer englischen Entzugsklinik nach Tokio, wo er eine
Nahtoderfahrung in einem japanischen Restaurant hat, und weiter
nach Berlin, wo ein orgiastisches Bacchanal in den Katakomben des
Flughafens Tempelhof stattfinden soll - immer dem Genuss
verpflichtet, auf der Suche nach dem ultimativen Kick. Mit dem
Leben fertig und doch noch nicht tot: Gabriel ist im Zwischenreich
der endgültigen Gedanken angelangt, dem Fegefeuer der letzten
Erkenntnisse. Das Motto: Dekadenz. Das Buch Gabriel ist eine
grandiose Allegorie unserer Zeit und ihrer Huldigung des Banalen.
Es ist zugleich die unsagbar traurige, unendlich komische und
unbeirrt optimistische Geschichte von einem, der lieber untergeht,
als sich anzupassen. Und während Gabriel seine Abenteuer erlebt,
sehen wir ihm dabei zu, wie er vor unseren Augen auseinanderfällt -
und neu aufersteht.
"Wir werden alle zu Grunde gehen, ob uns das gefällt oder
nicht. Lassen wir es uns gefallen." In seinem neuen Roman
zeigt uns der Träger des Booker Prize DBC Pierre unsere Gegenwart,
als hätten Burroughs, de Sade und David Foster Wallace sich
zusammengetan: als letztes großes Gelage. Gabriel Brockwell, als
Idealist und Alltagsphilosoph dem Alkohol und den Drogen nicht
abgeneigt, hat genug vom Leben. Er beschließt, sich umzubringen,
doch halt: nicht sofort. Vorher will er es noch einmal richtig
krachen lassen. Seine Reise führt ihn von einer englischen
Entzugsklinik nach Tokio, wo er eine Nahtoderfahrung in einem
japanischen Restaurant hat, und weiter nach Berlin, wo ein
orgiastisches Bacchanal in den Katakomben des Flughafens Tempelhof
stattfinden soll - immer dem Genuss verpflichtet, auf der Suche
nach dem ultimativen Kick. Mit dem Leben fertig und doch noch nicht
tot: Gabriel ist im Zwischenreich der endgültigen Gedanken...
Der Plot dieses Romans überzeugt den Rezensenten Tobias Döring nicht: Ein 25-jähriger drogenabhängiger Weltverächter aus London beschließt, sich vor seinem Selbstmord noch einmal exzessiv zu vergnügen, nachdem er die Vereinskasse seiner antikapitalistischen Aktionsgruppe gestohlen hat. Dabei jettet er von London zunächst nach Tokio, um schließlich in Berlin den perfekten Ort zum Feiern und Sterben zu finden, wie wir erfahren. Die Story haut den Kritiker also nicht vom Hocker; ebensowenig aber tut dies die aus der Ich-Perspektive erzählende Hauptfigur, die Döring für unglaubwürdig hält. Ermüdend an dieser "Lebensmüdengeschichte" seien außerdem die sich gegen Ende häufenden "Dekadenzbezeugungen", während die "gnadenlose" Übersetzung Kirsten Riesselmanns dem Rezensenten streckenweise auf die Nerven gegangen ist. Erstaunlicherweise hält Döring das Buch dennoch für lesenswert - des "Witzes" und der "Neugierde" seiner Sprache wegen, aber auch, weil der Kritiker sich für die britische Sicht auf die deutsche Hauptstadt interessiert. Pierres Berlin-Kenntnisse jedenfalls können sich sehen lassen, meint der Rezensent.
DBC Pierre wurde als Peter Warren Finlay 1961 in Old Reynella, Australien geboren, wuchs in Mexiko auf und lebt heute in Irland. Seine abenteuerliche Lebensgeschichte - eine wahre Fabel um Betrug, Schulden und Scheitern - machte Schlagzeilen, als er 2003 aus dem Nichts kam und für seinen ersten Roman Jesus von Texas den Booker Prize, den wichtigsten und am höchsten dotierten britischen Buchpreis gewann. 2007 folgte sein zweiter Roman Bunny und Blair. Das Buch Gabriel ist der Abschluss einer losen Trilogie von Romanen, die unsere Gegenwart als Endzeit beschreiben - das neue Buch einer der originellsten und stärksten Stimmen der gegenwärtigen europäischen Literatur.
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