Das bin doch ich - Glavinic, Thomas

Thomas Glavinic 

Das bin doch ich

Roman

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Das bin doch ich

Ein Mann schreibt einen Roman. Der Mann heißt Thomas Glavinic, der Roman heißt Die Arbeit der Nacht und der Mann will das, was alle wollen: Erfolg. Er will einen Verlag, einen Preis, Geld. Was er hat, ist ein Manuskript, eine Literaturagentin, Kopfschmerzen und leider zumeist unerträgliche Mitmenschen. Und er hat auch einen netten Freund, der selbst einen Roman geschrieben hat, dessen Verkaufszahlen die Mutter unseres Autors zu dem Aufschrei bringen: "Wann schreibst du denn mal so was?" Mit vollendetem Realismus und aberwitziger Komik spielt Thomas Glavinic ein Spiel mit der Wirklichkeit und ihrer Verdopplung - ein seltenes, ungewöhnliches Lesevergnügen.


Produktinformation

  • Verlag: Hanser
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 237 S.
  • Seitenzahl: 240
  • Best.Nr. des Verlages: 505/20912
  • Deutsch
  • Abmessung: 209mm x 139mm x 30mm
  • Gewicht: 376g
  • ISBN-13: 9783446209121
  • ISBN-10: 3446209123
  • Best.Nr.: 22793581
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.06.2007

Ernste Scherze
Wie es nach der Million für Daniel Kehlmann weitergehen könnte
Diesen Herbst erscheint ein wahnsinnig komisches Buch des österreichischen Schriftstellers Thomas Glavinic, das sehr konsequent in der 1. Person Singular verfasst ist und entsprechend als Titel die zutreffende Erkenntnis trägt: „Das bin doch ich”. Ein Leitmotiv dieses Romans sind Telefonate des Erzählers mit seinem Freund Daniel Kehlmann. Glavinic berichtet Kehlmann darin von seinen Hypochondrien, seiner Flugangst, seinen Alkoholexzessen und seinen Ruhmesphantasien. Kehlmann reagiert in der Regel mit ironischen Bemerkungen zu den Neurosen und dem zu erwartenden Ableben seines Freundes. Wie als boshafte Fopperei kontrastiert er stets den Masochismus von Glavinic mit der wohlgelaunten Nennung der Auflage der eigenen „Vermessung der Welt”. Im letzten Telefonat, bevor das Buch im Sommer 2006 endet, lautet die Zahl ungefähr 700 000. Jetzt hat Kehlmanns Roman die Millionengrenze geschafft.
Bei einer solchen Auflage dürfte es unter den lesenden Deutschen kaum mehr einen Haushalt geben, der das Buch noch nicht hat. Wer sich aber trotzdem gerne mal wieder einen Kehlmann kaufen …


kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Dass Thomas Glavinic fantasievolle Geschichten schreiben kann, hat er mit seinem letzten Roman "Die Arbeit der Nacht" bewiesen - darin ließ er seine Hauptfigur in einer komplett menschenleeren Stadt erwachen. In seinem neuen Buch erzählt er die Geschichte vom Autor Thomas Glavinic, der auf die Veröffentlichung seines Romans "Die Arbeit der Nacht" wartet. Okay, abermals nicht unoriginell. Zumal es Glavinic gelingt, sehr persönlich und oft mit einem Augenzwinkern aus der Ich-Perspektive zu schreiben, ohne dabei preiszugeben, wie viel Wahrheit und wie viel Fiktion in dem Beschriebenen steckt. Ob Thomas Glavinic (der echte) wirklich so exzessiv säuft, so wenig mit seiner Frau redet, so unsicher und misanthropisch ist wie Thomas Glavinic (die Romanfigur)? Das wissen nur diejenigen, die den Wiener Autor persönlich kennen. Für alle anderen ist "Das bin doch ich" eine eventuell biografische Story, die nebenbei das Wesen des Literaturbetriebes schemenhaft skizziert. Das wiederum werden nur die Akteure desselbigen verstehen ... Einige von ihnen fanden das immerhin so interessant, dass sie den Roman kurzerhand auf die Longlist des Deutschen Buchpreises hievten. (jul)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 01.09.2007

Das Ich im Kreise seiner Teufel

Verschickt Daniel Kehlmann wirklich seine neuesten Verkaufszahlen per SMS? Der Roman seines Wiener Kollegen Thomas Glavinic scheint nur auf den ersten Blick nicht mehr als eine Satire auf den Literaturbetrieb zu sein.

Von Richard Kämmerlings

Was wäre noch langweiliger als ein Betriebsroman? Vielleicht eine Betriebsanleitung. Eine Satire über den Literaturbetrieb ist so ziemlich das uninteressanteste Vorhaben, das sich ein Autor vornehmen kann. Die Frage, wer mit wem wo und wie lange versackt ist, welcher weltbekannte Autor oder welcher immerhin stadtbekannte Kritiker sich nach der Lesung und dem zehnten Gläschen Wein danebenbenommen hat oder mit der Pressedame ins Hotel verschwunden ist - die dürfte in diesem Land bestenfalls einige hundert Seelen beschäftigen: nämlich genau jene Handvoll Journalisten, Verlagsangestellte, Agenten, Literaturhausprogrammleiter und Dichter, die hoffen könnten, zumindest als Randfigur selbst in einem solchen Buch aufzutreten.

Thomas Glavinic hat einen Roman über den Literaturbetrieb geschrieben. Es ist ein überaus kluges, komisches, interessantes, kurz: lesenswertes …


Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Als Meisterwerk vollendeter Selbstironie feiert Paul Jandl den jüngsten Roman von Thomas Glavinic, der hier nach seinem äußerst düsteren Buch "Arbeit der Nacht" nun ein urkomisches, dabei aber tiefgründiges und geradezu philosophisches Buch vorgelegt hat. Es handelt vom fiktionalen Schriftsteller Thomas Glavinic, der im Spannungsfeld von Familie, eingebildeten Krankheiten und Versagensängsten seiner Schriftstellerexistenz nachgeht. Auch wenn hier zahlreiche bekannte Figuren aus dem literarischen Leben auftreten, ist dieser Roman keine Satire des Literaturbetriebs und man sollte ihn auch nicht als Schlüsselroman lesen, betont der Rezensent. Man könnte die Berichte aus dem Leben eines depressiven, hypochondrischen Schriftstellers "banal" finden, wäre da nicht Glavinics Talent fürs Komische und seine Fähigkeit, noch in den alltäglichsten Szenen das "Dämonische" herauszuarbeiten, preist der Rezensent. Dieser nach allen Regeln der Kunst geschriebene "Unterhaltungsroman" beweist so immer wieder seine "solide Abgründigkeit", und auch wenn dieses Buch wohl im Gesamtwerk des österreichischen Autors eher eine Ausnahme bleiben wird, wie Jandl vermutet, stößt sie bei ihm auf viel Beifall.

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und sich zum Beispiel immerzu fragt, wie diese sympathische Ehefrau das nur mit dem aushält ... " Ijoma Mangold, Süddeutsche Zeitung, 09.10.07 "'Das bin doch ich' - das soll das lustigste deutschsprachige Buch dieses Herbstes sein, wie es nun werbemäßig von vielen Dächern pfeift? Stimmt genau. Der in Wien lebende Schriftsteller Thomas Glavinic, 35, hat ein gerissenes, wüstes und nicht die Bohne banales Buch geschrieben über das Saufen, das Fressen, das Reden - und die Sehnsucht nach dem Deutschen Buchpreis." Wolfgang Höbel, Der Spiegel, 41/2007 "Vielleicht ist das Erfolgsgeheimnis von Glavinic' Buch vor allem eine Frage des Taktes: Denn obwohl sein Material authentisch ist, geht er damit bei aller narzisstischen Extremität so delikat um, dass sich der Leser nie wie im Reality-TV fühlt. ... 'Das bin doch ich' ist ein psychologisch enorm gescheites Buch, das den eigenen Nabel beschaut, ohne darüber den Kopf zu verlieren." Ijoma Mangold, Süddeutsche Zeitung, 09.10.07 "Es ist große komische Kunst, wie der Autor Glavinic die Ängste, Wünsche und Neurosen seines Roman-Doppelgängers in einem pointierten, nie überdrehten Parlando-Ton notiert, als feile er an einer ans Amt für Schriftstellererfolg gerichteten Beschwerdeschrift. Es ist hinreißend, wie waghalsig hier einer mit Fiktion und Exhibitionismus jongliert. Das schönste, seltsame Wunder dieses Buchs aber bewirkt, dass einem der paranoide, glücklich verzweifelte Held nicht bloß die Lachtränen in die Augenwinkel treibt, nein: Er wächst einem wirklich ans Herz." Wolfgang Höbel, Der Spiegel, 41/2007 "Thomas Glavinic ist sicherlich eine der Entdeckungen des Jahres. ... Sein Roman 'Das bin doch ich' war der mit Abstand ungewöhnlichste Schmöker auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis." Brigitte Helbling, Welt am Sonntag, 11.11.07

Glavinic beschreibt sich, seine Eitelkeiten und seine Schwächen ziemlich schonungslos und voller Ehrlichkeit, gnadenloser Selbstironie, Witz und Charme, in einer Diktion, die durch unverkrampfte und ungekünstelte Frische besticht. Mit dem österreichischen Kabarettisten Thomas Mauer ist die Idealbesetzung gefunden worden. Diese Hörbuchfassung ist nicht nur eine Lesung, sondern Maurer entfaltet sich im wahrsten Sinne des Wortes. Man meint ihn förmlich gestikulieren und das Gesicht zu verschiedenen, situationsbedingten Grimassen verziehen zu sehen. Sein charmanter Wiener Dialekt, der unüberhörbar mal ärgerlich grummelnd, dann wieder verlegen entrückt, ängstlich oder echauffiert wirkt, bringt Glavinics Text geradezu prädestiniert herüber. Der sprachlich äußerst gewandte Maurer macht aus dem Hörbuch ein maßgeschneidertes, facettenreiches und gewitztes kabarettistisches Schauspiel, mit perfekt imitierten und interpretierten Stimmen. Er prägt diese Hörbuchfassung durch seinen persönlichen Stil und gibt ihm ein charismatisches Profil. Maurer setzt der ohnehin grandiosen Buchvorlage das sogenannte i-Tüpfelchen auf. Quelle: literature.de

Glavinic beschreibt sich, seine Eitelkeiten und seine Schwächen ziemlich schonungslos und voller Ehrlichkeit, gnadenloser Selbstironie, Witz und Charme, in einer Diktion, die durch unverkrampfte und ungekünstelte Frische besticht. Mit dem österreichischen Kabarettisten Thomas Mauer ist die Idealbesetzung gefunden worden. Diese Hörbuchfassung ist nicht nur eine Lesung, sondern Maurer entfaltet sich im wahrsten Sinne des Wortes. man meint ihn förmlich gestikulieren und das Gesicht zu verschiedenen, situationsbedingten Grimassen verziehen zu sehen. Sein charmanter Wiener Dialekt, der unüberhörbar mal ärgerlich grummelnd, dann wieder verlegen entrückt, ängstlich oder echauffiert wirkt, bringt Glavinics Text geradezu prädestiniert herüber. Der sprachlich äußerst gewandte Mauere macht aus dem Hörbuch ein maßgeschneidertes, facettenreiches und gewitztes kabarettistisches Schauspiel, mit perfekt imitierten und interpretierten Stimmen. Er prägt diese Hörbuchfassung durch seinen persönlichen Stil und gibt ihm ein charismatisches Profil. Maurer setzt der ohnehin grandiosen Buchvorlage das sogenannte i-Tüpfelchen auf. Quelle: literature.de
Thomas Glavinic, geboren 1972 in Graz, schreibt seit 1991 Romane, Essays, Erzählungen, Hörspiele und Reportagen. Im Jahr 2010 erhielt er den Literaturpreis der deutschen Wirtschaft in der Sparte Prosa.
Thomas Glavinic lebt mit seiner Familie in Wien.

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