"Adelaide gelingt es meisterhaft, eine Frau zu porträtieren,
die sich zwischen Festhalten und Loslassen entscheiden muss ...
Überraschend und zutiefst bewegend!" -- Sunday Telegraph
"Eine überzeugende Story, liebenswerte Charaktere, eine
clevere Erzählstruktur, ein klein wenig rätselhaft, sehr, sehr
humorvoll - und nur allzu lebensnah." -- The Age
"Man hört so oft: >Dieses Buch wird Sie zum Lachen und zum
Weinen bringen.< Aber hier ist es einmal tatsächlich so."
-- Readings
Eine Liebeserklärung an das Leben - Abschiednehmen heißt: das Leben
bis zum letzten Atemzug zu lieben!
Wie gehe ich mit der Gewissheit um, dass ich in wenigen Monaten
nicht mehr für meine Familie sorgen kann? Delia, Anfang vierzig,
Gattin eines liebevollen Ehemanns und Mutter zweier bezaubernder
kleiner Töchter, mit leichtem Hang zum Über-Organisieren,
beschließt die Diagnose "Krebs, nicht mehr therapiefähig"
auf ihre ganz eigene Weise anzugehen: professionell sozusagen -
denn Delia ist die wortwitzige Verfasserin sagenhaft erfolgreicher
Haushaltsratgeber.
Sie schreibt eine "Anleitung zum richtigen Sterben " ,
denn mehr als alles andere liegt es Delia am Herzen, ihre Familie
auf die Zeit vorzubereiten, wenn sie nicht mehr für sie da sein
wird. Von der Frage, wie man das perfekte Frühstücksei kocht, bis
zum Geheimrezept für die Hochzeitstorte ihrer Tochter (gerade mal
acht geworden). Doch Delia weiß, dass es da auch noch eine letzte
Sache gibt, die sie nicht vom Schreibtisch aus erledigen kann. Sie
muss sich aufmachen, die losen Enden ihres Lebens zu verknüpfen,
und sich den Geistern ihrer Vergangenheit stellen ...
"Adelaide gelingt es meisterhaft, eine Frau zu porträtieren,
die sich zwischen Festhalten und Loslassen entscheiden muss ...
Überraschend und zutiefst bewegend!" Sunday Telegraph
"Eine überzeugende Story, liebenswerte Charaktere, eine
clevere Erzählstruktur, ein klein wenig rätselhaft, sehr, sehr
humorvoll - und nur allzu lebensnah." The Age
"Man hört so oft: 'Dieses Buch wird Sie zum Lachen und zum
Weinen bringen.' Aber hier ist es einmal tatsächlich so."
Readings
"Eine überzeugende Story, liebenswerte Charaktere, eine clevere Erzählstruktur, ein klein wenig rätselhaft, sehr, sehr humorvoll und nur allzu lebensnah." (The Age)
"Eine überzeugende Story, liebenswerte Charaktere, eine clevere Erzählstruktur, ein klein wenig rätselhaft, sehr, sehr humorvoll und nur allzu lebensnah." (The Age)"Adelaide gelingt es meisterhaft, eine Frau zu porträtieren, die sich zwischen Festhalten und Loslassen entscheiden muss - Überraschend und zutiefst bewegend!" (Sunday Telegraph)
Die Australierin Debra Adelaide ist Dozentin an der Universität von Sydney, freie Lektorin, Herausgeberin und Bestsellerautorin. Sie lebt mit ihrer Familie in Sydney.
Leseprobe zu "Das Beste am Leben"
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Leseprobe zu "Das Beste am Leben" von Debra Adelaide
Leseprobe zu "Das Beste am Leben" von Debra Adelaide
An diesem Morgen ging ich zuerst zu den Hühnern. Archie hatte ihnen schon die Küchenabfälle gegeben, deshalb lehnte ich mich über den Zaun und warf ihnen nur noch eine Handvoll Trockenfutter speziell für Legehennen hin. Wie immer pickten sie und kabbelten sie sich, als hätten sie noch nie zuvor Futter bekommen und würden auch für den Rest ihres Lebens nicht mehr gefüttert werden. Dann öffnete ich das Tor und ging zu den Legeboxen hinüber. Drei saubere Eier lagen da: zwei braune, ein weißes. Vor noch gar nicht allzu langer Zeit hätte ich genau sagen können, welches Huhn welches Ei gelegt hatte. Doch inzwischen konnte ich mich manchmal nicht einmal mehr an ihre Namen erinnern. Vorsichtig nahm ich die Eier heraus. Eines war noch warm. Und ganz plötzlich - ist Berührung nicht etwas Außergewöhnliches? - fiel mir wieder ein, dass die teefarbenen Eier von den braunen Hühnern waren und dass die Henne, die das kleinere weiße Ei gelegt hatte, Jane hieß.
Ich hielt Janes Ei einen Moment lang an meine Wange, genoss seine Wärme und seine Vollkommenheit. Kurz fragte ich mich, ob wohl jemals ein Dichter darüber schreiben würde oder ob nur mir diese Erfahrung etwas bedeutete. Diese tröstliche Form, die erstaunliche Frische. Die Vorstellung, dass dieses Ei, so weiß und vollkommen in meiner Handfläche, neues Leben in sich barg und zum Hervorbringen dieses Lebens von der Welt nichts weiter als Wärme brauchte.
Reif sein ist alles. Das hat ein Dichter einmal gesagt. Eliot, glaube ich. Oder Shakespeare. Vielleicht auch beide - ich weiß es nicht mehr.
Mit den Eiern in der Tasche ging ich durch den Garten zurück. Drinnen klingelte schon wieder das Telefon; trotzdem ließ ich mir Zeit. Nach fünfmal Klingeln hörte es auf. Das war in letzter Zeit häufiger passiert.
Es hatte geregnet, die Luft war klar und frisch. Ich hörte das Klappern einer Gartenschere. Das war bestimmt Mr Lambert von nebenan, der seinen Rasen stutzte. Weder Tau noch Regen, noch nicht einmal ein Schneesturm - wenn es in diesen Breitengraden so etwas gäbe - hielten Mr Lambert je von seiner Lieblingsbeschäftigung ab, ganz so als könnte er in seinem fortgeschrittenen Alter den Blick nur noch bodenwärts richten. Meinem Blick war Mr Lambert schon seit Jahren ausgewichen, fiel mir auf, und ich fragte mich, ob er wohl die Hoffnung hegte, in die Erde zurückzukehren, jetzt da er pensioniert war und nicht einmal mehr seine Enkelkinder zu Besuch kamen. Aber war das nicht vielmehr ein Blick in meine eigene Zukunft?
Habe ich Zukunft gesagt? Ich wünschte mir wirklich, es gäbe ein passendes Wort dafür, denn Ironie wird dem Ganzen nicht einmal annähernd gerecht. Ich hatte entdeckt, dass Eliot völlig richtiglag mit dem grausamsten Monat - nur war es für mich hier in Australien nicht der April, sondern der Oktober. Der Frühling verspottete mich geradezu mit seinen prachtvollen Hinweisen darauf, dass der Sommer bevorstand. Die Glyzinie draußen vor meinem Fenster hatte eine gar großartige Schweinerei auf der Veranda angerichtet. Die ganze Einfahrt war übersät mit papiernen Blüten. Sie klebten auf meinem Auto wie Konfetti. Wenn ich an diesem Morgen damit hätte fahren müssen, wäre es fast schon ärgerlich gewesen, aber so konnte ich bewundern, wie die Blüten sich über der Windschutzscheibe verteilten. Das schäbige, alte Auto war strahlend aufgeputzt wie eine Braut. Und jetzt da die Sonne schien und der Wind warm war, konnte ich sogar die Glyzinie riechen. Oder vielleicht war es auch der Jasmin, der am Vorderzaun wuchs, wohin ich von hier aus aber nicht sehen konnte. Mein Geruchssinn ließ langsam nach.
Was hatte es nur mit diesen dunkelblauen und violetten Blumen auf sich? Ich erinnerte mich daran, dass auch Eliot (mein Highschool-Lehrer hatte immer mit großem Respekt von ihm gesprochen) eine Vorliebe für sie gehabt hatte - für Flieder und Hyazinthen, um genau zu sein. Bei mir war es immer die Glyzinie gewesen - und jetzt Iris. Archie hatte sie vor Jahren in einen alten Betonzuber gepflanzt, den er zu einem Teich umfunktioniert hatte, und mit den Jahren war sie immer üppiger geworden. Ich hatte sie in den letzten ein, zwei Wochen wieder und wieder betrachtet: die prächtigen, langen Speerblätter. Das sanfte Anschwellen der Knospen an den Stängeln. Als ich vom Hühnerstall zurückkam, stellte ich fest, dass die erste Blüte aufgegangen war. Der Stängel war umgeknickt - vielleicht war der Regen doch stärker gewesen als gedacht -, aber die Blüte selbst war unbeschädigt. Ich schnitt sie ab und stellte sie in eine Vase ans Küchenfenster. Sie war auf eine offen genitale Weise wunderschön. Dunkelviolett mit einem gelben Streifen in jedem Blütenblatt. Und sie duftete nicht. Ich glaube, von Fliederduft würde mir mittlerweile übel werden.
Ich habe immer gedacht, dieser sanfte Übergang zwischen Winter und Sommer könnte gar nicht grausam sein. Aber nun sprang mich die Grausamkeit ebenso an wie die Dichter, die auf der anderen Erdhalbkugel gelebt hatten. Frühling war für mich immer eine Zeit der Hoffnung gewesen. Voller inspirierender Lieder und erregender Handlungen. Voller Möglichkeiten, Erwartungen und Pläne. In der stillen Akzeptanz, dass der kapriziöse Herbst den erneuten Jahreszeitenreigen eingeläutet hatte, tauchten die Menschen aus dem Winter auf und wussten, dass der Sommer nicht mehr weit war, wenn das Frühjahr erst einmal begonnen hatte. Jedes Frühjahr findet in unserer Gemeinde ein Picknick im nahe gelegenen Park statt. Kindergeburtstage werden draußen gefeiert. Frühling ist die Zeit der Taten, des Saubermachens, der Revolution.
Revolution. Ich denke jetzt viel über die präzise Bedeutung von Worten nach. Und darüber, wie sie klangen. Revolution klang für mich irgendwie nach Revulsion. Abscheu. Ablehnung. Heute früh hatte ich es noch nicht einmal über mich gebracht zu frühstücken. (Mein Frühstück bestand ohnehin nur aus einer halben Scheibe Toast ohne Butter; es kam gar nicht infrage, dass ich eines der Eier aus meiner Tasche aß.) In einem hatten die Dichter recht: Reif sein ist alles, aber ich würde Mister T.S. Eliot wenigstens gerne sagen, dass sein Frühling im Vergleich zu meinem auf ziemlich lasche Art grausam war. Geradezu lächerlich grausam. Grausamer als dies hier ging es nicht: die Jahreszeit der Erwartung, der Hoffnung, des Wachstums; die Jahreszeit der Zukunft, obwohl es keine mehr gab. Er hatte wenigstens seine Handvoll Steine gehabt und seinen trockenen Staub, über die er sich freuen konnte.
Frühling bedeutete jetzt Krise und Verfall. Es war Frühling gewesen, als ich mich der ersten Operation unterzogen hatte. Danach war mir gerade noch so viel Zeit geblieben, dass ich am Ende des Jahres meinen Weihnachtspflichten nachkommen konnte, statt im Bett dahinzusiechen, wie ich es lieber getan hätte. Und es war wieder Frühling gewesen, als ich entdeckte, dass die Operation den Krebs nicht aufgehalten hatte. Die Entfernung von weiteren Körperteilen und die intensive Chemotherapie waren für mich weitere sechs Monate lang Scylla und Charybdis gewesen. Eigentlich wäre ich derer angesichts lieber zurückgerudert und hätte aufgesteckt, aber Archie hatte mich gebeten, es weiter zu versuchen, meine Mutter hatte mich überredet, und meine beiden kleinen Töchter hatten wie lebende Vorwürfe vor mir gestanden. Also machte ich eben weiter. Und nachdem ich brustlos, leberlos, bis auf die Knochen abgemagert oder grotesk aufgeschwemmt war, erwartete ich zumindest eine faire Chance. Und bis zur letzten Operation, als mein Körper zerschnitten, zersägt und aufgebrochen wurde (der Kopf dieses Mal), hatte ich mir sogar einen Funken Hoffnung bewahrt. Nur, jetzt war die grausamste Jahreszeit angebrochen, und ich war mir nicht mehr so sicher. Irgendetwas im Wind bedeutete mir, dass dies der letzte Frühling sein würde. 2. Kapitel
Liebe Delia,können Sie einen Streit zwischen meiner Freundin und mir schlichten? (Wir spielen zusammen Golf.) Sie behauptet, man sollte nur mit einem Einkaufszettel einkaufen gehen. Ohne Einkaufszettel würde man Zeit verschwenden und mehr Geld ausgeben als nötig.
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