Das Amulett von Samarkand / Bartimäus Bd.1 - Stroud, Jonathan

Jonathan Stroud 

Das Amulett von Samarkand / Bartimäus Bd.1

Aus d. Engl. v. Katharina Orgaß u. Gerald Jung
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Das Amulett von Samarkand / Bartimäus Bd.1

Bartimäus - spitzzüngig, liebenswert und hinreißend komisch!

Dass Dämonen überaus heimtückische Wesen sind, weiß der Zauberlehrling Nathanael, als er den 5000 Jahre alten Dschinn Bartimäus beschwört. Aber Nathanael braucht einen mächtigen Gehilfen, will er seine gefährliche Mission erfüllen ...

"Der sehr britische und sehr schwarze Humor wird von Feuilleton und Publikum gleichermaßen geschätzt. Stroud ist zudem hochpolitisch, ohne dass darunter die mystische Fantasy-Atmosphäre zu leiden hätte. Er begeistert seine breite Leserschaft mit Originalität, einem mitreißenden Plot und präzise gezeichneten Personen. Ein ' fantastischer' Roman, der weit aus der Flut der Fantasy-Publikationen herausragt." -- Aus der Begründung der Jury Kuratorium Corine 2006

"Ein unschlagbar liebenswert-böses Team. Stroud lässt auf jeder Seite Funken sprühen." -- Alex Dengler, denglers-buchkritik.de

"Mit Witz, Ironie und Tempo erzählt." -- Die Zeit


Produktinformation

  • Verlag: Cbt
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 539 S.
  • Seitenzahl: 539
  • cbt Taschenbücher Bd.30588
  • Altersempfehlung: ab 12 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 183mm x 125mm
  • Gewicht: 575g
  • ISBN-13: 9783570305881
  • ISBN-10: 3570305880
  • Best.Nr.: 25576228
"Der sehr britische und sehr schwarze Humor wird von Feuilleton und Publikum gleichermaßen geschätzt. Stroud ist zudem hochpolitisch, ohne dass darunter die mystische Fantasy-Atmosphäre zu leiden hätte. Er begeistert seine breite Leserschaft mit Originalität, einem mitreißenden Plot und präzise gezeichneten Personen. Ein fantastischer' Roman, der weit aus der Flut der Fantasy-Publikationen herausragt." Aus der Begründung der Jury Kuratorium Corine 2006
Jonathan Stroud wurde 1970 im englischen Bedford geboren. Er schreibt Geschichten, seit er sieben Jahre alt ist. Er arbeitete zunächst als Lektor für Kindersachbücher. Nachdem er seine ersten eigenen Kinderbücher veröffentlicht hatte, beschloss er, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er wohnt mit seiner Frau Gina, einer Grafikerin und Illustratorin von Kinderbüchern und den gemeinsamen Kindern Isabelle und Arthur in der Nähe von London.

Leseprobe zu "Das Amulett von Samarkand / Bartimäus Bd.1"

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Leseprobe zu "Das Amulett von Samarkand / Bartimäus Bd.1"

Auf den Vorhängen und überzog die Deckenlampen mit einer dicken Kruste. Die Glühfäden sämtlicher Birnen schnurrten zusammen und verglommen, und die Kerzen, die wie eine Kolonie Giftpilze aus jeder freien Fläche sprossen, erloschen. Das abgedunkelte Zimmer füllte sich mit einer stickigen gelben Schwefelwolke, in der verschwommene schwarze Schatten wühlten und waberten, und von weit her erklang ein vielstimmiger Schrei. Plötzlich drückte etwas gegen die Tür, die hinaus zur Treppe führte. Das ächzende Gebälk wölbte sich. Unsichtbare Füße patschten über die Dielen und unsichtbare Lippen zischelten Niederträchtigkeiten hinter dem Bett und unter dem Schreibtisch hervor.

Der Schwefeldampf verdichtete sich zu einer dicken Rauchsäule und würgte kleine Tentakel aus, die wie Zungen in die Luft leckten und sich wieder zurückzogen. Die Säule stand direkt über dem Pentagramm und brodelte unablässig zur Decke empor wie die Rauchwolke über einem Vulkan. Dann, nach einer kaum merklichen Unterbrechung, tauchten mitten im Rauch zwei gelbe, stechende Augen auf.

Also bitte - es war sein erstes Mal. Ich wollte ihm einen Schrecken einjagen!

Was mir auch gelang. Der dunkelhaarige Junge stand in einem zweiten, kleineren, mit verschiedenen Runen ausgemalten Drudenfuß, etwa einen Meter neben dem eigentlichen Pentagramm. Er war leichenblass und zitterte wie Espenlaub. Er klapperte mit den Zähnen. Schweißperlen tropften ihm von der Stirn, erstarrten im Fallen zu Eis und klirrten wie Hagelkörner auf den Fußboden.

Alles schön und gut, aber - was soll's? Ich meine, er sah aus wie gerade mal zwölf. Aufgerissene Augen, eingefallene Wangen. So erhebend ist es nun auch wieder nicht, ein mickriges Bürschlein zu Tode zu erschrecken.

Daher schwebte ich abwartend auf der Stelle und hoffte, es würde nicht allzu lange dauern, bis er die Entlassungsformel sprach. Um mir die Zeit zu vertreiben, ließ ich blaue Flammen so am Innenrand des Pentagramms emporzüngeln, als versuchten sie auszubrechen und nach ihm zu schnappen. Natürlich reiner Hokuspokus. Ich hatte bereits alles überprüft. Das Siegel war recht ordentlich gezogen und er hatte sich nirgendwo verschrieben. Schade.

Schließlich sah es so aus, als hätte der Bengel genug Mut gefasst, um zu sprechen. Jedenfalls schloss ich das aus dem Beben um seine Lippen, das nicht nur von nackter Angst herzurühren schien. Ich ließ das blaue Feuer erlöschen und ersetzte es durch einen widerlichen Gestank.

Was das betrifft, gehen die Meinungen auseinander. Manche finden es amüsant und überlegen sich immer neue Taktiken, ihre Beschwörer durch ausgeklügelt abstoßende Erscheinungen zu erschrecken. Normalerweise darf man höchstens erwarten, ihnen Albträume zu bescheren, aber gelegentlich sind solche Strategien so erfolgreich, dass Zauberlehrlinge tatsächlich in Panik geraten und aus ihrem schützenden Kreis heraustreten. Dann ist alles geritzt - für uns. Aber es bleibt riskant. Oft sind sie gut ausgebildet. Und wenn sie dann älter werden, rächen sie sich.

Der Junge sagte etwas. Ziemlich piepsig.

"Ich befehle dir... mir... mir..." Nun mach schon!"... d-d-deinen N-Namen zu nennen."

So fangen sie immer an, die Jungen. Sinnloses Gestammel. Er wusste genauso gut wie ich, dass er meinen Namen schon kannte - wie hätte er mich sonst beschwören können? Dazu bedarf es der richtigen Worte, der richtigen Gesten und vor allem des richtigen Namens. Ich meine, es ist ja nicht so, als bestellte man ein Taxi - bei einer Beschwörung kommt nicht einfach irgendwer!

Ich wählte eine volle, tiefe, samtig dunkle Stimme, so eine, die von überall und nirgends ertönt und Anfängern die Haare zu Berge stehen lässt.

"BARTIMÄUS."

Der Kleine schluckte schwer, als er das hörte. Immerhin - er war also nicht ganz dumm: Er wusste, wer und was ich war. Er kannte meinen Ruf.

Als er seine Spucke runtergewürgt hatte, stotterte er weiter: "I-Ich befehle dir nochmals zu antworten. Bist du jener B-Bartimäus, der in alten Zeiten von den Magiern beschworen wurde, die Mauern von Prag wieder aufzurichten?"

Was für ein elender Umstandskrämer. Welcher Bartimäus sollte ich wohl sonst sein? Diesmal drehte ich die Lautstärke ein bisschen auf. Das Eis auf den Glühbirnen knisterte wie karamellisierter Zucker. Die Fensterscheiben hinter den schmutzigen Vorhängen summten und vibrierten. Der Junge schwankte.

"Ich bin Bartimäus! Ich bin Sakhr al-Dschinni, N'gorso der Mächtige und die Silbergefiederte Schlange. Ich richtete die Mauern von Uruk, Karnak und Prag wieder auf. Ich sprach mit König Salomo. Ich galoppierte mit den Büffelvätern über die Prärie. Ich wachte über das Alte Simbabwe, bis seine Wälle zerfielen und die Schakale seine Bewohner fraßen. Ich bin Bartimäus! Ich kenne weder Herrn noch Meister. Deshalb frage ich dich, mein Junge: Wer bist du, dass du mich rufst?"

Echt eindrucksvoll, was? Und obendrein wahr, was dem Ganzen noch mehr Nachdruck verleiht. Aber ich wollte nicht einfach nur auf den Putz hauen. Ich hoffte, das Bürschlein dazu zu verleiten, mir seinerseits seinen Namen zu verraten, damit ich etwas in der Hand hatte, wenn er mal nicht aufpasste. Aber ich hatte Pech.

"Bei den Kräften des Kreises, den Zacken des Pentagramms und dem Ring der Runen - ich bin dein Herr und Meister! Du hast mir zu gehorchen!"

Irgendwie war es demütigend, diese alte Leier aus dem Mund so eines schmächtigen Knirpses zu hören, noch dazu mit dieser nervigen Piepsstimme. Ich verkniff mir, ihm gehörig die Meinung zu geigen, und intonierte stattdessen die übliche Erwiderung. Hauptsache, es war rasch vorbei.

"Was ist dein Begehr?"

Ich muss allerdings zugeben, dass ich überrascht war. Die meisten Anfänger wollen erst mal nur gucken. Sie möchten einen Blick hinter den Vorhang werfen und sich an ihrer künftigen Macht berauschen, sind aber viel zu nervös, um sie wirklich auszuprobieren. So einen kleinen Scheißer wie diesen, der sich gleich als Erstes traut, Wesenheiten wie mich anzurufen, findet man selten.

Der Junge räusperte sich. Sein großer Auftritt war gekommen. Darauf hatte er sich lange vorbereitet. Davon hatte er seit Jahren geträumt, statt auf seinem Bett herumzulümmeln und an Rennautos oder Mädchen zu denken. Mürrisch wartete ich auf seinen lächerlichen Befehl. Was hatte er sich wohl ausgedacht? Meistens sollte ich einen Gegenstand schweben lassen oder quer durchs Zimmer bewegen. Vielleicht wollte er auch, dass ich irgendein Trugbild herbeihexte.

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Bewertung von Jano am 28.02.2010 ***** ausgezeichnet
Super Story über einen Dschin und seine Knechtschaft bei einem jungen Zauberlehrling!
Rasent und spannend läuft die Geschichte vorran und zieht seinen Leser in seinen Bann.
Das Ende ist noch berauschender und lässt den Leser mit erstaunen zurück.

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