Das Amulett der Schlange / Das magische Land Bd.2 - Bryan, Kathleen

Kathleen Bryan 

Das Amulett der Schlange / Das magische Land Bd.2

Roman. Deutsche Erstveröffentlichung

Übersetzung: Inge Wehrmann
Broschiertes Buch
 
Vergriffen, keine Neuauflage
Nicht lieferbar
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Das Amulett der Schlange / Das magische Land Bd.2

Um ihr Land vor den bösen Mächten der Großen Schlange zu schützen, schließt Averil, die junge, mutige Herzogin, einen Pakt mit dem ihr verhassten König: Nach einem Jahr an dessen Hof muss sie sich für einen Ehemann entscheiden. Averil weiß zwar, dass sie dort nur auf ihre Feinde trifft, die Diener der Schlange, dennoch erliegt sie dem Charme des faszinierenden Prinzen von Moresca. Allen Warnungen ihres Gefährten Gereint zum Trotz schließt sie ein Bündnis mit dem Prinzen und bringt damit nicht nur ihre Aufgabe, sondern auch ihre wahre Liebe in Gefahr...


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 284 S.
  • Seitenzahl: 284
  • Goldmann Taschenbücher Bd.46588
  • Deutsch
  • Abmessung: 21 cm
  • Gewicht: 370g
  • ISBN-13: 9783442465880
  • ISBN-10: 3442465885
  • Best.Nr.: 23332757
Man will einfach mehr von Kathleen Bryan lesen. Tucson Weekly

"Man will einfach mehr von Kathleen Bryan lesen." Tucson Weekly<br/><br/>"Beeindruckende magische Elemente, überzeugende mittelalterliche Details und sympathische Figuren bereiten ein hinreißendes Lesevergnügen." Entertainment Weekly<br/><br/>"Bryans Liebe zur High Fantasy, erkennt man auf jeder Seite." Kate Elliot, Autorin der Sternenkronen-Saga<br/><br/>"Die klassische, gut erzählte Geschichte, die phantasievollen Figuren und Schauplätze werden den vielen Fantasy-Fans und Lesern von Liebesromanen gefallen." Booklist<br/><br/>"Ein überzeugendes Debüt mit glaubwürdigen Figuren, Intrigen und mehreren exzellenten Passagen." Star Kirkus Review<br/><br/>"In dieser wunderbaren Geschichte einer schönen Erbin und eines jungen, geheimnisvollen Mannes, der ihr Gefährte wird, enthüllt Bryan ein bemerkenswertes Talent. Man will einfach mehr von ihr lesen." Tucson Weekly
Kathleen Bryan hat bereits mehrere Romane veröffentlicht. Allerdings wählte sie für ihre Romane im Fantasy-Genre ein Pseudonym. Derzeit lebt sie in Arizona, USA, mit einer Ansammlung von Hunden, Katzen und Pferden.

Leseprobe zu "Das Amulett der Schlange / Das magische Land Bd.2"

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"Es wird Zeit."

Gereint hob den Kopf. Er hatte die ganze Nacht auf dem Steinboden gekniet, halb träumend, halb betend, aber er war nicht schläfrig. Er fühlte sich leicht und leer und erhaben.

Langsam schärfte sich sein Blick, und sein Geist kehrte zurück von fernen, magischen Orten. Die Kapelle war voller Schatten und Geflüster. Die geschliffenen Glasfenster schimmerten dunkel, die Reihen von Kerzen waren heruntergebrannt, während die Nacht sich der Morgendämmerung näherte.

Der Mann, der gesprochen hatte, trat in das spärliche Licht. Sein Gesicht war ernst, aber seine dunklen Augen lächelten. "Sie warten auf dich", sagte er.

"Jetzt schon?" Gereint biss sich auf die Zunge. Seine Selbstkontrolle war immer noch unzureichend, obwohl er lange und hart daran gearbeitet hatte, sie wiederzuerlangen. "Ich glaube, ich bin noch nicht bereit. Vielleicht sollte ich warten. Vielleicht ..."

"Du bist bereit", sagte Riquier. "Komm mit mir."

Gereint musste gehorchen. Riquier war ein Knappe, und sein Lehrer und stand im Rang weit über ihm.

Er erhob sich steif und widerstand dem Drang, sich zu ducken und nach vorn zu beugen. Trotz all seiner Bemühungen, kleiner zu erscheinen, überragte er die meisten Männer seines Volkes.

Riquier führte ihn aus der Kapelle hinaus und durch den Säulengang auf den Hof der Prüfung, wo er entweder ein Novize des Rosenordens werden oder bei dem Versuch sterben würde. Er konnte die Zuversicht seines Lehrers nicht teilen, aber zum Umkehren war es zu spät. Der einzige Ausweg aus der Situation war die Prüfung.

Sie warteten auf ihn: alle Mitglieder des Ordens, die lebendig aus dem Königreich Lys entkommen konnten, sowie eine ansehnliche Zahl von Rittern, Knappen und Novizen des Rosenordens der Insel Prydain, auf der sie sich befanden. Gereint schritt langsamer aus und geriet fast ins Stolpern. Er hatte nicht so viele erwartet.

Riquier zog ihn weiter, bis er im Zentrum des Kreises stand. Am Himmel zeigten sich die ersten Vorboten der Morgendämmerung, aber der Hof war schon voller Licht: klar und schattenlos, geboren aus Magie und dem gebündelten Willen der Ritter. Sie waren alle versammelt, um dabei zuzusehen, wie ihr schwierigster Postulant zu einem neu aufgenommenen Mitglied des Ordens wurde.

Gereint richtete sich auf. Vielleicht wollten sie, dass er versagte. Wenn es sich so verhielt, würde er ihnen ein tapferes Schauspiel bieten.

Riquier nickte, als könnte er Gereints Gedanken lesen. "Denk dran", sagte er, "vom Geist zum Herzen und vom Herzen zur Hand - das ist das Geheimnis dessen, was wir sind."

Er ließ Gereint in der Mitte des Kreises zurück. Novizen traten an seinen Platz und brachten die Waffe, mit der Gereint getestet werden sollte: ein zweihändiges Großschwert. Sie brachten auch eine Rüstung und einen leichten Helm, was ihm beides erstaunlich gut passte.

Gereint kreiste mit den Schultern unter dem gepolsterten Leder und versuchte, die Anspannung zu verscheuchen. Wie ein Narr hatte er auf eine andere Prüfung gehofft.

Bücher - nachdem er ein ganzes Jahr lang fleißig gelernt hatte, konnte er ganze Seiten in drei oder fast vier Sprachen rezitieren. Oder Magie. Er konnte sie inzwischen kontrollieren, jedenfalls meistens. Er beherrschte alle einfachen Zauber; er konnte einen fast klaren Glasstab herstellen, aber es war noch schwierig für ihn, ihn zu formen, und Magie darin einbinden zu können, wurde von keinem Postulanten erwartet.

Waffen waren seine größte Schwäche. Hätten sie ihm eine Heugabel und eine Hacke gebracht oder ihn aufgefordert, eine gerade Furche zu pflügen, wäre ihm das nicht schwergefallen; aber sie waren keine Bauern hier. Sie waren Ritter. Und er, ein Bauernsohn, besaß die Kühnheit, einer von ihnen werden zu wollen.

Natürlich konnte er nur durch einen bewaffneten Kampf zum Novizen aufsteigen. Hätte man ihn gebeten, einen Kandidaten auf seine besonderen Schwächen zu testen, dann hätte er dasselbe getan. Ein Ritter, der nicht kämpfen konnte, war eine Schande für den Orden.

Seine Finger schlossen sich um den Schwertgriff. Er wog es in seinen Händen, holte ein paar Mal tief Luft und versuchte, nicht zu viel zu denken. Denken war tödlich. Er musste einfach nur ein guter Schwertkämpfer sein.

Der Mann, der ihm gegenübertrat, war ihm fremd. Er trug wie Gereint eine lederne Rüstung, und er war ein großer, kräftiger Mann mit breiten Schultern. Er war sogar ein wenig größer als Gereint.

Bei den Waffenübungen hatte Gereint immer gegen kleinere Männer gekämpft. Es war fast eine Erleichterung, einen Gegner vor sich zu haben, der ihm in Größe und Stärke in nichts nachstand und der ihm, was die Fähigkeiten anging, mit Sicherheit überlegen war. So würde es zumindest keine Schande sein, den Kampf zu verlieren.

Er nahm seinen Platz ein, hob die lange, schwere Schneide und schwang sie zur Begrüßung durch die Luft. Sein Gegner grinste und erwiderte den Gruß.

Gereint runzelte die Stirn. Irgendetwas an diesem Mann war seltsam. Seine Umrisse schienen zu schimmern; Gereint konnte durch ihn hindurch den sandigen Boden und die Schar der Ritter auf der Tribüne sehen. Aber als er genauer hinschaute, war der Körper des Mannes so massiv, wie er sein sollte, und das

Seltsame war nichts weiter als das erste Morgenlicht, das sich in seiner polierten Rüstung spiegelte.

Gereint tat einen tiefen Atemzug. Seine Furcht schmolz dahin. Er würde sein Bestes tun; mehr konnte niemand von ihm erwarten.

Er wartete darauf, dass der andere Mann sich bewegte. Ausnahmsweise war er diesmal leichtfüßig, und sein Schwert war gut ausbalanciert. Er machte sich bereit für das, was kommen mochte.

Der andere wartete ebenso und machte das Ganze zu einer Geduldsprobe. Gereint widerstand dem Drang, sich auf ihn zu stürzen. Das war eine Falle. Und wenn sie hier von Sonnenaufgang bis Mitternacht standen, er würde sich nicht von der Stelle rühren.

Das Langschwert sauste so schnell durch die Luft, dass man es kaum sehen konnte. Gereints Klinge war zur Stelle und hielt es auf. Der Aufprall war so gewaltig, dass seine Zähne aufeinander-schlugen. Er hieb zurück, aber nicht sehr heftig: gerade heftig genug, um den Mann einen Schritt zurückzudrängen.

Gereint ging wieder in Habachtstellung und wartete. Das war unverhofft: Sein Gegner wappnete sich für einen Angriff, der nicht erfolgte.

Erneut blitzte das Grinsen in seinem Gesicht auf, gefolgt von einem kurzen Neigen des Kinns, ein knapper Salut.

Dann begann die wahre Attacke: eine wirbelnde Wand aus Stahl. Gereints Lungen brannten; seine Schultern nahmen den Schmerz vorweg. Er konnte fühlen, wo der nächste Hieb auftreffen würde, und er war bereit, ihn zu parieren und zurückzuschlagen; aber sein Körper war nur der eines Sterblichen.

War er das?

Unter seinen Füßen war Erde. Die Sonne stieg auf. Erde und Feuer waren seine Elemente: Sie gaben ihm Kraft.

Der Schmerz verschwand. Die Erschöpfung wurde zu einer vagen Erinnerung. Dies war ein Tanz, und er war der Tänzer.

Die Schläge kamen schneller und schneller. Wie stark er auch war, der andere war stärker.

Einer von ihnen musste es beenden. Der Tanz hatte ein bestimmtes Muster, Kreise innerhalb von Kreisen - die große Stärke und Schwäche der Rosenritter.

Gereint durchbrach die Kreise. An der Schwertschneide entlang nahm er den Körper hinter der stählernen Wand direkt ins Visier. Er schlug den großen Mann nieder und setzte den Fuß auf seine breite Brust.

Das Schwert des anderen flog in hohem Bogen durch die Luft. Gereints Schwertspitze befand sich über der Kuhle unterhalb des Kehlkopfes.

"Schneid mir den Kopf ab", sagte der große Mann.

Gereints Zähne schlugen aufeinander.

"Tu es", sagte sein Gegner.Fünfhundert Männer des Königs hatten im Feuersturm von Gereints Magie ihr Leben verloren. Diese Schuld würde ihn bis in den Tod verfolgen. Aber er hatte noch nie zuvor einen Mann mit seinen Händen getötet. Es jetzt zu tun, vor all den versammelten Rittern der Rose ...

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