Clockers - Price, Richard

Richard Price 

Clockers

Roman

Aus d. Amerikan. v. Peter Torberg
Gebundenes Buch
 
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Clockers

Clockers - das sind schwarze Dealer, die weiße Klientel 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche beliefern. Hier im Slum, wo die Welt rau ist, steht die Polizei aggressiv daneben, die Stadt resigniert. Bis sich die Spannung wieder in einer Explosion entlädt.

Richard Price hat dieses Szenarium in seinem grandiosen Meisterwerk "Clockers" umgesetzt. Es entstand ein handlungsgetriebener und vor Spannung berstender Großstadtroman, den Spike Lee mit Harvey Keitel verfilmt hat und der den Grundriss für die gefeierte Fernsehserie "The Wire" schuf.


Produktinformation

  • Verlag: S. Fischer
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 798 S.
  • Seitenzahl: 798
  • Deutsch
  • Abmessung: 22 cm
  • Gewicht: 953g
  • ISBN-13: 9783100608284
  • ISBN-10: 3100608283
  • Best.Nr.: 32201574

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Dem bereits 1992 unter dem Titel "Söhne der Nacht" in Deutschland erschienenen Price-Roman "Clockers" wünscht Sylvia Staude bei dieser Neuauflage unter dem Originaltitel mehr Erfolg. Denn er hat es verdient, findet sie: Die gründliche Recherche seiner Kriminalromane spreche sicher dafür, darüber hinaus lobt Staude aber vor allem die psychologische Plausibilität und Menschlichkeit seiner Figuren. Auch in diesem Roman schließe man die Figuren ins Herz - den stotternden Dealer Strike, der einen Auftragsmord begehen soll, seinen Bruder Victor, Sicherheitsmann und Kirchgänger, der den vermeintlichen Mord seines Bruders auf sich nimmt und Mordermittler Rocco, der verzweifelt versucht, Victors Unschuld zu beweisen. Dank seiner "unaufgeregten" Erzählweise und der beinahe durchschnittlichen Normalität seiner Figuren gelinge Price eine für das Krimigenre außergewöhnliche Alltagsnähe und Klischeefreiheit. Und Prices Dialoge findet Staude ohnehin "grandios".

© Perlentaucher Medien GmbH
Richard Price wurde 1949 in der Bronx geboren. Bisher hat er acht Romane veröffentlicht, zuletzt erschien "Cash", ein Spiegelbestseller und Platz 1 der Krimiwelt-Bestenliste. Price verfaßte zahlreiche Drehbücher für Filme von und mit Martin Scorsese, Al Pacino und Paul Newman. 2007 gewann Price den Edgar Award für seine Arbeit an der hoch gelobten TV-Serie "The Wire", für die er monatelang bei der Polizei recherchierte. Er lebt in New York.

Kundenbewertungen zu "Clockers" von "Richard Price"

8 Kundenbewertungen (Durchschnitt 3.8 von 5 Sterne bei 8 Bewertungen ***** sehr gut)
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(3)
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(2)
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Bewertung von Nazena aus Göttingen am 30.10.2011 ***** gut
Die Clockers, das sind die Jungs, die Drogen verticken. Strike ist einer davon: er sitzt auf der Parkbank und überwacht die Abwicklung des Verkaufs von Ampullen. Aus Sicherheitsgründen werden immer nur die herumgetragen, die auch bezahlt wurden; leerstehende Wohnungen werden als Versteck benutzt. Dies ist auch nötig, denn die Polizei kontrolliert ständig. Besonders Big Chief und seine Jungs, die Besatzung eines Fury, haben Strike auf dem Kieker. Der träumt vom Ausstieg, aber erst, wenn er die ganz dicke Kohle gemacht hat. Dann gibt ihm sein Boss Rodney eine Aufgabe, die ihn weiter aufsteigen lassen könnte, oder ganz aus dem Geschäft verdrängen: er soll einen Verräter aus dem Weg räumen...
Ehrlich gesagt konnte ich mit dem Buch nicht viel anfangen. Die Atmosphäre ist zwar ziemlich gut eingefangen, konnte mich aber trotzdem nicht fesseln. Im Grunde genommen sind alle Charaktere gescheiterte Existenzen, Drogendealer genauso wie Cops. Jeder ist käuflich und hat seinen Preis, der ganz unterschiedlich sein kann: Geld, Macht, Drogen, ein Sportwagen- oder auch nur ein freundliches Wort. Der gesamte Polizeiapparat ist ein korrupter Pfuhl, und die "brüderlichen" Dealer stechen sich gegenseitig ab, sobald einer den Rücken zudreht. Der Roman verfolgt verschiedene Personen, aber hauptsächlich Strike. Wenn man die Schilderungen so liest, kommt ein gewisses Gefühl von Unvermeidbarkeit auf: sie hatten keine Wahl, und der Drogenhandel ist die einzige Möglichkeit, überhaupt so etwas wie ein Leben zu führen. Mir hat das Buch nichts gegeben, ich habe mich beim Lesen nur ziemlich mies gefühlt. Für eine gut beschriebene Atmosphäre vergebe ich aber noch 3 von 5 Sterne.

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Bewertung von Smaz am 26.08.2011 ***** weniger gut
"Etwas" länger habe ich an diesem Buch gelesen - das liegt jedoch nicht nur an der größtenteils fehlenden Spannung in diesem Buch. An vielen Stellen plätschert die Handlung vor sich hin, durch die langsame Erzählweise geht zudem die meiste Spannung verloren. Viele Handlungen und Gespräche sind so ausführlich beschrieben, dass man zwischendurch sogar fast vergessen kann, was denn zuletzt passiert ist.

Die Story ist nicht uninteressant, auch die Charaktere sind gut gewählt und besonders gut beschrieben. Handlungen und Gespräche wirken sehr realistisch. Ein wenig unglaubwürdig sind allerdings die Probleme der Personen, denn keiner der Charaktere scheint ein halbwegs normales Leben zu führen. Darüber ließe sich jedoch noch hinwegsehen, denn die Betrachtung von zwei Seiten (Dealer & Polizei) ist durchaus interessant.

Der Schreibstil ist zwar angenehm, allerdings wird er durch die langsam fortschreitende Erzählung ebenso schnell ermüdend und verliert den Reiz. Zu viele Informationen und Nebenhandlungen, die nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun haben, lenken ab und verzögern die Erzählung noch mehr. Ohne zu viel verraten zu wollen, hat mich auch insbesondere das Ende enttäuscht bzw. nicht zufrieden gestellt, denn es bleibt einfach zu vieles offen.

Abschließend lässt sich sagen, dass dieser dicke Schinken (mit fast 1000 Seiten auch keine Lektüre mehr für zwischendurch) auch auf die Hälfte der Seiten gepasst hätte, ohne dass das Buch schlechter wäre oder weniger Inhalt hätte. In meinen Augen hätten einige Kürzungen dem Buch nur gut tun können.

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Bewertung von Xirxe aus Hannover am 22.05.2011 ***** sehr gut
Obwohl dieser 800-Seiten-Wälzer ausschließlich im Drogenmilieu spielt, ist es kein Krimi oder Thriller im klassischen Sinn. Die beiden Hauptfiguren sind Rocco, Detective, und Strike, ein 'leitender' Clocker, einer der schwarzer Dealer die rund um die Uhr ihren Stoff verkaufen. Als sich in Strikes Umfeld ein Mord ereignet, gerät er in Roccos Visier.
Um einen solchen Plot herum einen 800-Seiten-Roman aufzubauen, würde sicherlich etwas langatmig ausfallen. Doch der Schwerpunkt dieser Geschichte liegt bei der Darstellung der beiden Protagonisten.
Strike, gerade 19 Jahre alt, ist nicht glücklich mit dem was er tut. Immer wieder macht er sich vor, dass er sofort aufhören würde, hätte er genügend Geld beisammen. Doch wann ist genug? Es ist die Furcht vor dem was danach kommt, die Unsicherheit wie er nach dem Drogenjob sein Geld verdienen soll, die ihn daran hindert eine entgültige Entscheidung zu treffen. Und die Angst vor seinem Boss Rodney, der offenbar völlig skrupellos ist.
Rocco, Anfang/Mitte 40, seit 20 Jahren im Dienst, plant ebenfalls auszusteigen, jedoch aus völlig anderen Gründen. Verheiratet mit einer vermögenden Frau und seit kurzem Vater, will er diesen 'Drecksjob' an den Nagel hängen. Doch immer wieder wird ihm klar, dass dieser Job sein Leben ist: das Aufklären von Morden, das Kämpfen für eine bessere Gesellschaft, die gemeinsamen Zeiten mit seinen Kollegen. Und als ein offensichtlich Unschuldiger des Mordes verdächtigt wird, setzt er alles daran, den wahren Täter herauszufinden.
Auch die weiteren Personen in diesem Roman sind überzeugend dargestellt: Strikes Bruder, der unter allen Umständen versucht, in dieser kriminellen Umgebung anständig zu bleiben und beinahe daran zugrunde geht; ihre Mutter, die mit ihren Möglichkeiten versucht, ihre Jungen zu anständigen Bürgern zu erziehen; die Kollegen Roccos, die an (fast) nichts mehr Gutes glauben. Nichtzuletzt ist es der rauhen, teils eher schlichten Sprache zu verdanken, die dem Ganzen einen unglaublich realistischen Klang gibt. Price gelingt es zum einen, das Bild eines Teils der Gesellschaft zu vermitteln, in der es einem dort Hineingeboren fast unmöglich gemacht wird, zu einem anständigen Bürger zu werden. Und zum andern den alltäglichen Kampf der Polizei gegen diese Kriminalität darzustellen, wie auch deren immer wiederkehrendes Scheitern.
Obwohl dieses Buch bereits 20 Jahre alt ist, ist ihm dies zu keiner Zeit anzumerken. Eine noch immer aktuelle und überaus spannende sowie vermutlich realistische Abbildung eines Teils unserer Gesellschaft, den die meisten von uns glücklicherweise wohl nicht kennen.

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Bewertung von Bücherwurmolli aus Nürnberg am 12.05.2011 ***** sehr gut
Sex, Drugs and Yoo Hoo

Strike ist ein Clocker. Das heißt er verdient sein Geld auf der Straße, indem er Drogen an seine größtenteils weißen Kunden verkauft. Es herrscht eine bombenfeste Hierarchie, was die Rollenverteilung im Drogenmilieu angeht. Strike ist ein nur ein kleiner Fisch im Vergleich zu Rodney, welcher schon zu einer Art König der Straße geworden ist. Als Strike eines Tages weg von seinem Herrschaftsgebiet, den Bänken, muss und den Auftrag erhällt, einen ehemaligen,,Kollegen'' umzubringen gerät Strikes Bild von Haus, Garten und Familie ins wanken.
Als Rocco, ein Polizist, welcher bei der Mordkommission sein Geld verdient, mit seinem Partner Mazzilli zu einen Einsatz gerufen wird, ahnt er noch nicht, dass ihn dieser Mordfall nicht mehr loslassen wird. Ein Verdächtiger ist schnell gefunden. Es ist Strikes Bruder. Als Strike immer mehr in das Visier der Ermittlungen gerät und sich scheinbar alle gegen ihn verschwören beginnt ein Wettrennen mit der Zeit aus Rätseln, falschen Verdächtigungen und Mord.

Endlich bin ich durch und ich muss sagen, die 800 Seiten haben es echt in sich. Es wundert mich nicht, dass schon ein paar Romane vom Autor Richard Price verfilmt wurden, denn Seine Bücher bestehen wirklich zum Großteil nur aus Handlung und Action. Das hat das Lesen wirklich sehr spannend und abwechslungsreich gestaltet, da dem Leser nie langweilig werden konnte. Außerdem hat es mir gefallen, dass der Autor die Geschichte aus gleich zwei Perspektiven erzählt hat, denn so konnte man die teils sehr komplexen Handlungsstränge besser nachvollziehen und verstehen. Die Gestaltung der Charaktere hat mir außerordentlich gut gefallen, da jeder Charakter sein eigenes Ego hatte und sehr charismatisch dargestellt wurde. Seine beiden ,,Schmuckstücke'' aber, waren die beiden Protagonisten Strike Und Rocco, welche nicht besser auf ihre Rollen hätten zugeschnitten werden können.

Das Buch ist äußerst gut gelungen, von der Idee bis zur Umsetzung. Es lässt sich wirklich als ,,handlungsgetrieben'' bezeichnen, da sich der Leser selbst vorkommt wie auf einer spannenden Verfolgungsjagt. Das Buch ist wirklich jedem zu empfehlen, der es nicht auf ,,Eintagsfliegen'' abgesehen hat und gute, zeitaufwendige Literatur zu schätzen weiß. Ein kleiner Kritikpunkt ist jedoch, dass sich die Spannung nicht wie versprochen im Mittelteil in einer Explosion entlädt, sondern damit bis zu den letzten 100 Seiten wartet. Dies ist aber nicht so schlimm, da der vorherige Teil auch nicht gerade unspannend war.

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Bewertung von sendorra aus Köln am 25.04.2011 ***** gut
Langsam erreicht der Hype um die hoch gelobte Fernsehserie "The Wire" das deutsche Publikum. Richard Price schrieb fünf Folgen der Kultserie, die in Baltimores Drogenmilieu spielt. In Amerika berühmt, gelang ihm durch den "The Wire"-Bekanntheitsschub mit seinem Roman "Cash" letztes Jahr auch der große Durchbruch in Deutschland.

Man kramte in den Schubladen und fand das Buch "Clockers", das der Bertelmann Verlag schon 1992 unter dem Namen "Söhne der Nacht" auf Deutsch veröffentlichte. Spike Lee verfilmte den Roman Mitte der 1990er mit Harvey Keitel in der Hauptrolle. Für die Drehbuch-Adaption wurde Price zusammen mit Lee 1995 sogar für den Oscar nominiert. "Clockers" gilt als Grundlage für die TV-Serie "The Wire".

Nun schreiben wir das Jahr 2011 und kaum jemand erinnert sich an dieses Werk. So erfreut uns der Fischer Verlag dieses Frühjahr mit einer hübsch gebundenen Ausgabe von Price drittem Roman aus dem Jahre 1992. Diesmal unter seinem Originaltitel.

Price Geschichten spielen im Drogenmilieu. Plaudern realistisch aus den Nähkästchen von Dealern, Polizisten und Kollateralcharakteren. So auch "Clockers".

Strike, ein aufstrebender junger Dealer, befehligt eine Crew von Clockers, schwarze Kids, kaum im Teenageralter, die im New Yorker Vorort Dempsey Ampullen mit Drogen verkaufen. Selbst fast noch ein Kind, kämpft Strike mit Gewissenbissen, dem Traum auszusteigen und dem Drang mehr Geld zu scheffeln.

Rocco arbeitet für die Staatsanwaltschaft, genauer, für die Mordkommission. Nur noch sechs Monate trennen ihn von seiner Pensionierung...was dann? Als der junge Victor Dunham ein Geständnis für einen Mord an einem Dealer gesteht, versteht er die Welt nicht mehr. Mitten im Morast aufgewachsen ist Victor doch ein guter Junge; Vater von zwei Kindern, respektvoll, sauber und gläubig. Besessen davon, Victors Unschuld zu beweisen, riskiert Rocco seine eigene Glaubwürdigkeit.

Strike, Rodney, Rocco und Victor sind die wohl wichtigsten Charaktere dieser umfangreichen Milieustudie. Tatsächlich platzt der Roman aber durch eine enorme Fülle an Figuren und Sub-Storys aus allen Nähten. Die Zahl der vorkommenden Personen und der angeschnittenen Nebenstränge wirkt erschlagend. Viele sind für die Handlung nicht relevant, sollen wahrscheinlich zur Stimmung beitragen und den Protagonisten Tiefe verschaffen. Leider stiften sie mehr Verwirrung, als dass sie zur Atmosphäre beitragen.

Price walzt die Befindlichkeiten der Protagonisten aus, weist immer und immer wieder auf ihre Dämonen hin. Das ist langweilig und bei der x-ten Wiederholung einfach nur ärgerlich. Klar will ich wissen, wie Strike und Rocco gestrickt sind, will erfahren, dass es durchaus Gemeinsamkeiten gibt und das es eine klare Einteilung in "Schwarz" und "Weiß" nicht geben kann - aber das geht auch kürzer. Die 800 Seiten sind einfach zuviel. Zu viele Menschen, zu viele Probleme, zu viele Schauplätze, zu viele Hintergründe.

Kämpft sich der Leser allerdings durch dieses Zuviel, hält er die Längen und unnötigen Wiederholungen aus, dann sitzt er am Ende vor einem interessanten Porträt des menschlichen Denkens und Fühlens. Price Blick auf Motivation, Ursache und Wirkung ist erstaunlich. Und fühlt sich deprimierend wahr an. Authentisch.

Räuber und Gendarmen können nicht ohne einander, sind sich ähnlicher als sie denken. Jeder ist verzweifelt und zerfressen von Selbsthass. Niemand ist nur gut oder böse. Alles ist offen und jeder für seinen Weg verantwortlich. Das sind keine neuen Erkenntnisse. Im Kontext des inneramerikanischen Drogenkriegs, in diesem Extrem, aber sehr plastisch und schockierend.
Drogen, Morde, Cops, Dealer, Kleinkriminelle, Süchtige, Rassismus - das ist der Stoff, aus dem Price seinen Milieuschinken webt. "Clockers" ist ein Buch für Menschen, die epische Werke über die amerikanische Kriminalrealität mögen.

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Bewertung von Vorleserin aus Berlin am 16.04.2011 ***** sehr gut
Der Roman CLOCKERS von Richard Price spielt im Dealer-Umfeld einer amerikanischen Großstadt, Strike, ein junger Dealer, sitzt jeden Abend auf den Bänken einer Hochhaussiedlung und verkauft ampullenweise Rauschgift. In seinen Träumen sieht er sich abwechselnd ins große Geschäft einsteigen oder ganz weit weg in einem Leben ohne Heroin.
Auf der anderen Seite gibt es die Drogenpolizei, die einen nahezu aussichtslosen Kampf gegen die Dealerei führt. Regelmäßig sucht sie die Umschlagsplätze auf, man kennt sich, die Durchsuchungen laufen nahezu rituell ab, Alltag eben.
Alles ändert sich, als Strikes Drogenboss Rodney ihn auffordert, einen anderen Dealer zu erledigen. Dabei wird Strike die Aussicht angeboten, selbst in das große Geschäft einzusteigen. Wird Strike einen Mord begehen?
Die Romanfiguren werden sehr detailliert beschrieben, man kann sich leicht in ihre Gedankenwelt einfühlen. Interessant ist auch die Einsicht in das Leben der Cops, ihre unterschiedliche Herangehensweise und Ausnutzung des Jobs,
Mit dem Buch lernt man anschaulich das Leben in den minderbemittelten Teilen der Stadt kennen. Es wird auch klar, warum es so schwierig ist, wieder aus dem Drogengeschäft auszusteigen, wenn man einmal Fuß gefasst hat.
Das Lesen des Buches erfordert etwas Geduld und viel Muße, die Handlung plätschert so vor sich hin. Aber dafür erhält man einen einmaligen Einblick in das Leben der Dealer, der Cops und all derer, die mit ihnen leben müssen – und das ist die Zeit schon wert.

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Bewertung von sabatayn76 am 01.04.2011 ***** ausgezeichnet
'Er hat keine Zukunft, weil er nicht an eine Zukunft denkt'

Inhalt:
Der 19-jährige Strike arbeitet für den Drogendealer Rodney und lässt mehrere Clockers für sich arbeiten, die Junkies Tag und Nacht mit Drogen versorgen. Strike will aussteigen, doch eines Tages soll er im Auftrag von Rodney einen anderen Dealer töten. Strike erzählt seinem arbeitsamen und anständigen Bruder Victor davon - und schließlich wird der Dealer getötet, Victor stellt sich der Polizei und bekennt sich schuldig. Der Polizist Rocco, der sich nach 20 Jahren bald aus dem Dienst zurückziehen möchte, glaubt nicht an Victors Schuld und versucht, der Wahrheit auf die Spur zu kommen.

Mein Eindruck:
Ganz einfach macht es einem der Autor nicht. So verwendet er viele Slang-Begriffe, führt unzählige Personen ein und schreibt oft sehr lange Sätze. Durch die Länge des Buches, die authentische Beschreibung der Schauplätze, die milieugerechte Sprache und die sehr überzeugende Charakterisierung der Protagonisten ist Richard Price jedoch ein Meisterwerk gelungen, das es dem Leser ermöglicht, (ganz sicher und von zu Hause aus) in die Drogenwelt einzutauchen. Schön ist diese Welt nicht, aber glaubwürdig und auch für Außenstehende nachvollziehbar. Rocco und Strike kommen bei Richard Price abwechselnd zu Wort und somit erhält der Leser Einblicke in beide Welten, in die der Dealer und in die der Justiz.

Mein Resümee:
Man braucht etwas Durchhaltevermögen, aber man wird belohnt. Absolut empfehlenswert!

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Bewertung von R.E.R. am 18.03.2011 ***** ausgezeichnet
New York, Anfang der 1990er Jahre. Der 19jährige Strike arbeitet für den Drogenhändler Rodney als Clocker. Das sind Straßendealer, die ihren Kunden vierundzwanzig Stunden am Tag Rauschgift verkaufen. Strike betreut für Rodney ein eigenes Revier. Er ist zuverlässig, klug und versucht gewalttätigen Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen. Eines Tages beauftragt Rodney ihn mit der Liquidierung eines anderen Dealers, der Rodney bestielt und die Drogen auf eigene Rechnung weiterverkauft. Der Mord wird Strikes Bruder Viktor angelastet. Der junge Mann mit Familie, geregelter Arbeit und untadeligem Lebenslauf bestreitet die Tat nicht und geht für seinen Bruder ins Gefängnis. Nur der Polizist Rocco glaubt von Anfang an nicht an dessen Täterschaft und versucht die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Richard Price ist ein amerikanischer Schriftsteller und Drehbuchautor. Für die Drehbuch-adaption seines Romans “Clockers“ wurde er für den Oskar nominiert. Mit seinen realistischen Milieustudien der amerikanischen Drogen- und Polizeiszene hat er sich international einen Namen gemacht. Das Werk erschien in Deutschland erstmals 1992 unter dem Titel “Söhne der Nacht” beim Bertelsmann Verlag. Jetzt hat der Fischer Verlag diesen Klassiker der modernen Genreliteratur in neuer Übersetzung nochmals herausgebracht.

“Clockers” ist ein episches Werk, das durch seine authentische Sprache und Wirklichkeitsnähe beeindruckt. Trotz der sich langsam entwickelnden Handlung, ist man von Beginn an mitten im Geschehen. Man muss sich allerdings sehr konzentrieren die Personen der Straßen Brooklyns auseinanderzuhalten. Wer ist ein Dealer, wer gehört zur Polizei? Die Namen wirbeln durcheinander und sind nicht immer sofort zuzuordnen. Der rote Faden der wichtigen Figuren schält sich aber rasch heraus.

Neben Strike ist dies Rocco. Ein sensibler Polizist in mittleren Jahren, der sich selbst gering einschätzt und dennoch nach Anerkennung sehnt. Und der trotz allem noch an das Gute im Menschen glaubt. Price leuchtet diese Figuren genau aus, schlüpft in und unter ihre Haut, lässt den Leser an ihren Gedanken teilhaben, deutet und erklärt ihre Welt.

“Rocco, wolltest du der Lady die Birne einschlagen? Vor zwanzig Jahren, als sie ein kleines Mädchen war, hab ich ihren Vater verhaftet, weil der ihren kleinen Bruder zu Tode geprügelt hat. Der Vater war ein echtes Stück Scheiße. Und jetzt ist sie erwachsen und ebenfalls ein echtes Stück Scheiße. Das Kind, das du heute Abend gerettet hast. Wenn es lange genug lebt, wird es genauso ein echtes Stück Scheiße sein. Rocco, das ist der Kreislauf der Scheiße und du kannst nichts dagegen unternehmen. Also nimm die Sache nicht so schwer und mach deine Arbeit.”

Diese Begebenheit von seinem ersten Arbeitstag vor über zwanzig Jahren erzählt Rocco dem Schauspieler Sean Touhey, der ihn und seinen Kollegen Mazilli für einige Tage bei ihren Einsätzen begleitet um für einen Film zu recherchieren. Sie versinnbildlicht das Thema des ganzen Romans, den ewigen Kreislauf der Kriminalität.

Rocco glaubt an die Unschuld Viktors, weil er die Gesetze der Straße kennt. Aus eben diesem Grund durchbricht er am Ende den Kreislauf und schafft Raum für einen Neubeginn. Ein großartiger Roman, bei dem jedes einzelne Wort Gewicht zu haben scheint. Jeder Satz ein Menschenleben skizziert. Jede Handlung Tot oder Leben bedeuten kann. Der zeigt wie unendlich kostbar das Leben ist und wie wertlos es sein kann, wenn man am falschen Ort lebt.

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