Chez Max - Arjouni, Jakob

Jakob Arjouni 

Chez Max

Roman

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Chez Max

Wir befinden uns im Jahr 2064. Die Welt ist durch einen Zaun geteilt: hier Fortschritt und Demokratie, dort Rückschritt, Diktatur und religiöser Fanatismus. Doch das Wohlstandsreich will verteidigt sein, Prävention ist angesagt wie noch nie. Dies ist die Aufgabe der beiden Ashcroft-Männer Max Schwarzwald und Chen Wu, Partner aber alles andere als Freunde.


Produktinformation

  • Verlag: Diogenes
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 222 S.
  • Seitenzahl: 222
  • detebe Diogenes Taschenbücher Nr.23651
  • Deutsch
  • Abmessung: 179mm x 114mm x 14mm
  • Gewicht: 191g
  • ISBN-13: 9783257236514
  • ISBN-10: 3257236514
  • Best.Nr.: 22803437
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Jakob Arjouni mit tollem Timing: Während im schwarzrotgoldenen Taumel die kritischen Gegenstimmen nach und nach verstummen, gelingt dem ehemaligen Kayankaya-Autoren mit dem Sciencefiction-Roman "Chez Max" ein globaler Gegenschlag. Im Jahr 2064 ist die Welt durch einen Zaun geteilt. Während auf der euroasiatischen Seite Reichtum und Fortschritt regieren, darben die ausgebeuteten Länder jenseits der Grenze in Armut und Elend. Längst ist es gängige Praxis, dass Verbrechen bereits im Vorfeld erkannt und verhindert werden. Max Schwarzwald hilft als Agent einer staatlichen Geheimorganisation, die politische Weltordnung vor Selbstmordattentaten und illegalen Grenzüberschreitungen zu beschützen. Die größten Sorgen hat Schwarzwald jedoch mit Agentenkollege Chen Wu: Nicht nur, dass der ihm ständig seine menschlichen Schwächen vorhält. Ist Chen Wu auch ein Doppelagent, der Notleidende in die euroasiatische Welt schleust? Arjouni hat über den 11. September und die Reaktionen der USA nachgedacht. Als Ergebnis präsentiert er eine intelligente Realsatire, die zudem mit dem minutiösen Psychogramm ihrer Hauptfigur verstehen hilft, wie Massenhysterie funktioniert. Mit provokanten Themen und zierloser, direkter Sprache hatte der 42-jährige Frankfurter zuletzt ein Abo auf die Bestsellerliste. Verdammt wichtig, dass das auch bei seinem bisher besten Roman so bleibt. Die allgemeine Gutfinderei im Post-WM-Patriotismus und ihre seichten Beruhigerbücher brauchen nämlich dringend Opposition. (cs)

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Jakob Arjounis Zukunftsvision eines "faschistischen Disneyland-Europas" im Jahr 2064 gefällt dem Rezensenten Kai Wiegandt aufgrund ihrer Aktualität und ihrer kritischen Seitenhiebe auf gegenwärtige politische Entwicklungen. Dass Arjouni dabei seinem Protagonisten und gedankenlosen Mitläufer Max Schwarzwald ausgerechnet einen deutschen Namen verpasst, interpretiert der Rezensent als Hinweis darauf, dass gerade die in der Vergangenheitsbewältigung versierten Deutschen dazu neigen könnten, im "ultrakorrekt daherkommenden Euro-Totalitarismus" Zuflucht zu suchen. Arjounis politischer Ehrgeiz sei zwar lobenswert, an der literarischen Qualität hat der Rezensent jedoch so seine Zweifel: Schwarzwald mangele es an Vielschichtigkeit und dadurch an Glaubwürdigkeit.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.10.2006

Wie Herr Schwarzwald als Spitzel versagte
Jakob Arjounis Roman „Chez Max” spielt in einem faschistischen Disneyland-Europa / Von Kai Wiegandt
Während die Experten den Machteinfluss Europas in den kommenden Dekaden abnehmen sehen, ist unser Kontinent bei Jakob Arjouni das kommende Machtzentrum der Welt. Im Jahr 2064 beherrscht Europa, mit der asiatischen Zone als Partner, den durch eine weltumspannende Mauer abgetrennten Rest der Welt. Die USA spielen keine große Rolle mehr. Sie haben sich im Anti-Terror-Kampf erschöpft, wurden von der europäisch-chinesischen Allianz aufgekauft und sind jetzt Agrikulturzone.
Deshalb kann man sich in Europa die Dankbarkeit leisten, die eigene Staatssicherheit – genannt Eurosecurity – nach dem ehemaligen US-Justizminister John Ashcroft zu benennen, der auf die Idee verfiel, Verbrecher bereits dann zu verurteilen, wenn sie ihr Verbrechen erst planten. Politisch agiert man in Europa längst so zynisch wie dereinst in den USA. So macht sich die europäische Regierung das Hin und Her zwischen Israelis und Palästinensern zunutze, um die Bevölkerung in einer israelfeindlichen Haltung zu einen. So kanalisiert und entschärft …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.10.2006

Eine Mundspülung namens Paris Hilton
Freiheit, Gleichheit, Sicherheit: Jakob Arjouni versucht sich an einem Science-fiction-Krimi / Von Thomas Wagner

Da ist die Sache mit der Fischsuppe. Aus einem solchen Gericht hätte etwas werden können, selbst im deutschen Nobelrestaurant "Chez Max" in Paris, das eigentlich nur der Tarnung dient. Leider spielt die Fischsuppe nur eine untergeordnete Rolle. Denn der für seine Kayankaya-Krimis wie für seine Fähigkeit, Spannung und Humor zu mischen, hochgelobte Autor Jakob Arjouni hat es sich partout in den Kopf gesetzt, einen politisch-provokativen Roman schreiben zu wollen, der obendrein so witzig sein will, daß er zugleich als Persiflage seiner selbst gelesen werden kann. Da muß es schon einen Bezug zum 11. September geben, und um weniger als eine neue Weltordnung darf es auch nicht gehen. Also läßt Arjouni seine Geschichte in einer nicht allzu fernen Zukunft spielen, genauer im Jahr 2064, dem Jahr, in dem, zu allem Überfluß, der Autor selbst, 1964 in Frankfurt geboren, hundert würde.

Schon das erste Kapitel ist recht zäh und voller Klischees, über die man kaum lachen kann. Da gibt es, wir …

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Jakob Arjouni, geboren 1964 in Frankfurt am Main, studierte und jobbte nach dem Abitur einige Jahre in Südfrankreich und lebte dann in Berlin. Er veröffentlichte Romane, Theaterstücke, Erzählungen und Hörspiele. Für "Ein Mann, ein Mord" erhielt Jakob Arjouni 1992 den Deutschen Krimi-Preis. Derzeit lebt er vorwiegend in Südfrankreich.

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Kundenbewertungen zu "Chez Max" von "Jakob Arjouni"

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Bewertung von Blacky (blacky-book@live.de) am 29.04.2012 ***** sehr gut
Inhalt:
Wir befinden uns im Jahr 2064. Die Welt ist durch einen Zaun geteilt: hier Fortschritt und Demokratie, dort Rückschritt, Diktatur und religiöser Fanatismus. Doch das Wohlstandsreich will verteidigt sein, Prävention ist angesagt wie noch nie. Dies ist die Aufgabe der beiden Ashcroft-Männer Max Schwarzwald und Chen Wu, Partner – aber alles andere als Freunde.

Jakob Arjouni beschreibt hier ein Zukunftsszenario, das durchaus vorstellbar ist. Das gesamte Rechtssystem wird auf den Kopf gestellt, denn man wird schon verhaftet und eingesperrt, wenn auch nur der Verdacht besteht, ein Verbrechen zu planen. Herrlich gemacht, stellenweise auch witzig und sehr zum nachdenken anregend.
Von meiner Seite auf jeden Fall empfehlenswert

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Bewertung von Polar aus Aachen am 01.02.2008 ***** weniger gut
Der Rahmen, den Jakob Arjouni sich für seinen neuen Roman Chez Max setzt, überzeugt. Die Zukunft ist bei ihm gespickt durch Filmvorführungen, die direkt in den nächtlichen Himmel projiziert werden, und Beschwerden, über gerade diese technische Errungenschaft, weil man nicht schlafen kann. Also durchaus realistisch, wenn man an seine Nachbarn denkt. Arjouni zeichnet die globale Entwicklung nach, indem er vom Niedergang der USA und dem Aufstieg der eurasischen Lebensgemeinschaft erzählt. Er vergisst auch den Zaun nicht, der bereits heute spürbar, wenn auch noch nicht errichtet ist, der die Ausgestoßenen von den Begünstigten trennt. Dass dies alles nicht umsonst zu haben ist, der Überwachungsstaat dafür nötig ist, kommt dabei keiner Vision gleich, sondern wird von Jahr zu Jahr bei uns vorstellbarer. In dem Bereich legt Jakob Arjouni somit eine glänzende Schilderung vor. Seine Geschichte der Rivalität zwischen Max Schwarzwald und Chen Wu bleibt hingegen blass. Sie wird zerredet, leidet sich auch unter dem imposanten Dach der Zukunftsvision. Zwei Bewacher, zwei Spitzel, zwei hochrangige Ashcroft-Männer, die nicht miteinander können, das trägt eine zeitlang dann nicht mehr. Was bleibt ist eine packende Vision und eine von Arjouni nicht so gewohnte schwache Story. Dass Arjouni zu erzählen versteht, sieht man der Passage, die vom Maler Leon und seinen Still-Leben berichtet. Mehr davon hätte dem Roman gut getan.

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