Cesare Borgia - Neumahr, Uwe

Uwe Neumahr 

Cesare Borgia

Der Fürst und die italienische Renaissance

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Cesare Borgia

Glanzvoller Herzog und grausamer Heerführer, Förderer der Künste und korrupter Kardinal, Liebhaber der schönsten Frauen Italiens und skrupelloser Machtpolitiker: Cesare Borgia war "der Fürst" und die Renaissance.

Nennt man seinen Namen, hat man die ganze Renaissance vor Augen: Eine Welt voller unsterblicher Kunstwerke, von Glanz und Größe, von Luxus und Ausschweifungen, von Liebe und Tod. Cesare Borgia (1475 - 1507) verkörpert diese Zeit wie niemand sonst: Als Sohn des berüchtigtsten Papstes der Kirchengeschichte, Söldnerführer und Machtpolitiker, scheiterte er nur knapp bei dem Versuch, Italien zu einigen und König zu werden. Leonardo da Vinci arbeitete für ihn, sein Bewunderer Machiavelli nahm ihn zum Vorbild für den "Fürsten". Uwe Neumahr schreibt eine Lebensgeschichte, die die ganze Faszination dieses Mannes widerspiegelt und doch objektiv untersucht, wer Cesare Borgia wirklich war. Jedes Verbrechen hat man ihm angedichtet - aber was davon ist wahr?


Produktinformation

  • Verlag: Piper
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 334 S., . 16 meist farb. Bildtaf.
  • Seitenzahl: 334
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm x 145mm x 32mm
  • Gewicht: 595g
  • ISBN-13: 9783492048545
  • ISBN-10: 3492048544
  • Best.Nr.: 20939025
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.03.2007

Wohlan, das wäre ein Sieg gewesen
Eine neue Biographie des großen Spielers Cesare Borgia, der vor 500 Jahren niedergemetzelt wurde
Ein Schatten fährt mit, im fast leeren Riesenrad auf dem Wiener Prater. Es ist der lange Schatten Cesare Borgias. Unmissverständlich weist in schwindelnder Höhe Harry Lime darauf hin, der im Film „Der dritte Mann”, gespielt von Orson Welles, als ebenso kultivierter wie menschenverachtender Bösewicht aus der Schule des berüchtigten Condottiere figuriert. Immer einen Schritt schneller als seine Verfolger, von überlegener Coolness und Geschmeidigkeit, ebenso plötzlich aus dem Dunkel auftauchend, wie er darin wieder verschwindet, ein Meister der Täuschung, ein immer auf alles oder nichts setzender Spieler, ist Harry Lime nach dessen Bild geformt – nach dem dämonischen Bild dieses Verbrechergenies aus der italienischen Hochrenaissance.
Dieser „schreckliche Valentino”, wie ihn die Zeitgenossen nannten, weil er erst das Amt des Kardinals von Valencia verliehen bekam und dann den Titel eines Herzogs von Valence, wurde schon von Stendhal als „gelungenste Inkarnation des Teufels auf Erden” beschrieben, bevor er …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Nach ausführlichen Erwägungen über die historische Figur Cesare Borgias und die morbide Faszination, die sie im vorletzten Fin de siecle bis hin zu Nietzsche und den Nazis auslöste, macht Rezensent Manfred Schwarz auch einige Anmerkungen zu Uwe Neumahrs neuer Biografie, die nicht ganz die Höhe der vorgenannten Erwägungen zu erreichen scheint. Weder Erkenntnisgewinn noch Lesevergnügen hat sie ihm gebracht, bemängelt Schwarz. Andererseits lobt Schwarz die Akkuratesse der Information bei Neumahr, die das Buch immerhin zu einem "bedenkenlos empfehlenswerten Wegweiser" durch das Leben des historischen Dunkelmanns mache. Nur über die prallsten Episoden, die man sich bis heute so über ihn erzählt - Gruppensex im Vatikan und so weiter - hätte er gern noch mehr erfahren.

© Perlentaucher Medien GmbH
Uwe Neumahr, geboren 1972 in Winnenden, promovierte über die italienische Renaissance und war Mitarbeiter an der Forschungsstelle zur spanischen Renaissance der Universität Kiel. Heute arbeitet er für eine internationale Literaturagentur.

Kundenbewertungen zu "Cesare Borgia" von "Uwe Neumahr"

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Bewertung von Boccaccio am 01.02.2007 ***** ausgezeichnet
Fuchs und Löwe

Als Machiavelli 1513 seinen Traktat über den idealen Fürsten schrieb, stand dabei der von ihm bewunderte Machtmensch Cesare Borgia Pate. Machiavelli war fasziniert von dessen verschlagenem Vorgehen und Durchsetzungsvermögen zum Erreichen seiner politischen Ziele: ein Fürst müsse sich darauf verstehen, als hinterlistiger “Fuchs” oder als gewalttätiger “Löwe” zu reagieren, falls die Situation es erfordere.
Als Inbild des skrupellosen Renaissancefürsten ist Cesare Borgia in die Geschichte eingegangen. Keine Gräueltat, die er nicht begangen oder die man ihm nicht angedichtet hätte: seiner Konkurrenten entledigte er sich, indem er sie kaltblütig und heimtückisch ermorden ließ, geschlossene Verträge brach er nach Belieben, jedes ihm geeignet erscheinende Mittel nutzte er, um seinen Machteinfluss auszubauen, und erst sein Liebesleben….!
Es ist nicht leicht, einem solchen Menschen gerecht zu werden, sine ira et studio unparteiisch über ihn zu berichten. Uwe Neumahr ist dies in seiner pünktlich zum 500. Todestag (12.März) bei Piper erschienenen Biografie gelungen. Spannend erzählt der Autor die Geschichte dieses so kurzen, aber exzessiven Lebens und bemüht sich, so objektiv wie nur möglich zu bleiben, indem er widersprüchliche Aussagen über Cesare Borgia als solche stehen lässt und sich einer Bewertung enthält, wann immer die Quellenlage unsicher ist.
Uwe Neumahr portraitiert Cesare Borgia vor allem als Kind seiner Zeit, wo Gift und Dolch zur Durchsetzung politischer Ziele an der Tagesordnung waren. Dabei lässt der Autor ein Bild der Spätrenaissance in Italien entstehen: die großen Familien aus Rom, Florenz, Mailand, Urbino u.a. die Orsini, Medici, Sforza, Este, Montefeltro etc. lässt er Revue passieren; und natürlich Cesares eigene Familie: seinen Vater, den Borgia-Papst Alexander VI. und seine Schwester Lucrezia Borgia, beide bekannt durch ihren amoralischen Lebenswandel.
Man kann Neumahrs Buch auch als Parabel lesen: Ehrgeiz, Machtbewusstsein, Skrupellosigkeit und Geldinstinkt als Attribute aller Machtmenschen bis heute….
Übrigens ein empfehlenswertes Buch für Italienreisende und Italienliebhaber.
Boccaccio

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