Celans Kreidestern - Eisenreich, Brigitta

Brigitta Eisenreich 

Celans Kreidestern

Ein Bericht. Mit Briefen und anderen unveröffentlichten Dokumenten

Broschiertes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
10 ebmiles sammeln
EUR 9,95
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Celans Kreidestern

Erst vierzig Jahre nach dem Tod von Paul Celan offenbart Brigitta Eisenreich die Geschichte ihrer Liebe, die sie zehn Jahre mit dem Dichter verband. Die Beziehung beginnt 1952, kurz nachdem Celan Gisèle de Lestrange geheiratet hat, und ist eine seiner längsten und zugleich verborgensten. Heimlich besucht er Brigitta, die beiden lesen zusammen, diskutieren und manchmal gönnen sie sich einfach ein gutes Essen. Bei ihr findet Celan, der im Alltag französisch spricht, die Sprache seiner Mutter wieder. Sprach- und Liebesakt werden eins.
Aus der Intensität von Brigitta Eisenreichs Erinnern an ihre Liebesbeziehung mit Paul Celan öffnet sich ein neuer Blick auf Celans Werk und sein Leben, auf die Strahlkraft ebenso wie auf die Gegensätze und das Rätsel seines Wesens. "Von allem Anfang an war mir klar, daß ich in etwas Schweres hineinging, daß es sich um keine Liebschaft der Art handeln konnte, deren Ort, Namen, Umstände, wenn ihre Zeit vorbei war, man leicht vergessen könnte."


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 266 S. m. Abb.
  • Seitenzahl: 266
  • Suhrkamp Taschenbücher Nr.4256
  • Best.Nr. des Verlages: 46256
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 119mm x 23mm
  • Gewicht: 280g
  • ISBN-13: 9783518462560
  • ISBN-10: 3518462563
  • Best.Nr.: 32454129
"Brigitta Eisenreich geht es um Tatsachen, um Lebensmaterial, das neue Deutungen ermöglicht und das Bild dieses vielgesichtigen Poeten noch weiter kompliziert. ... ein sehr schönes, durch seine noble Sachlichkeit berührendes Buch."<br />Iris Radisch Die Zeit

»Eisenreich führt jedenfalls keinen späten Rachefeldzug einer verheimlichten Geliebten. ... Sie setzt vielmehr akribisch genau auf Fakten im Geiste größtmöglicher Wahrheitsfindung durch Dokumente, Erinnertes, Anmerkungen und Zeitzeugenaussagen zur Erhellung des dichterischen Schaffens von Paul Celan. Es ist ein Sachbuch, das etwas vom Glanz  der histrorisch verschleiernden Gloriole wegpoliert, um die schöpferische Leistung eines tief emotional empfindenen Sprachkünstlers zu erhellen.«

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Sehr erhellend für Aspekte des Werks von Paul Celan findet Renate Wiggershaus dieses Erinnerungsbuch einer bislang verborgenen Geliebten des Dichters, das auch darüber hinaus eine lohnende Lektüre zu sein scheint. Denn wie man der Schilderung der Kritikerin enttnehmen kann, scheint hier sehr authentisch noch einmal die Nachriegsatmosphäre auf, in der Celans Lyrik entstanden ist. Auch enthält das Buch den Informationen der Kritikerin zufolge viele bisher unveröffentlichte Dokumente, Faksimiles, Fotos, Briefe von und an Celan, sowie Gedichte von Eisenreich, die Wiggershaus als "heimliche Begleitmusik" zu seiner Lyrik beschreibt, Traumprotokolle, die Brigitta Eisenreich für Celan notierte, und schließlich sie betreffende Auszüge aus dem Tagebuch von Gisele Celan-Lestrange.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.04.2010

Das Schweigen der Intimität
Brigitta Eisenreich erinnert sich an Paul Celan und eine Liebe, die sie nicht nur mit der Ehefrau des Dichters teilen musste, sondern auch mit Ingeborg Bachmann
Das kleine Zimmer im Dachgeschoss lag nah dem Pont Mirabeau. Unten floss die Seine, und es muss ziemlich lauschig gewesen sein, wenn er sie besuchte. War sie nicht da, malte er einen kleinen Kreidestern auf eine Schiefertafel an der Eingangstür. Brigitta Eisenreich, die die Nazidiktatur in der Nähe von Linz in einem eher aufgeklärt-liberalen Umfeld überstanden hatte, war nach dem Krieg als „jeunes filles au pair” nach Paris gekommen. Im Kopf hatte sie Trakl, Rilke, Hölderlin. Eine Femme de lettre wäre aus ihr wohl geworden, hätte sie nicht Soziologie und später Ethnologie studiert.
Zuvor allerdings begegnete ihr dieser Mann, den sie heute als „nicht besonders groß, den Kopf leicht nach vorne geneigt, der Blick seiner dunklen Augen zugleich werbend und aufmerksam” beschreibt. Paul Celan, der zu dieser Zeit an der Ecole normale supérieure de Saint-Cloud unterrichtete und sehr schnell engen Kontakt zu der acht Jahre jüngeren Studentin suchte, obwohl …

Weiter lesen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 18.05.2010

Sprich, Schublade, sprich

Brigitta Eisenreich war viele Jahre die Geliebte von Paul Celan. Dass der Dichter der "Todesfuge" im Leben wie in der Literatur ein großer Liebender war, das zeigt überzeugend der Bericht "Celans Kreidestern".

Von der ehemaligen Geliebten eines berühmten Dichters, die erst ein halbes Jahrhundert später ins Licht der literarischen Öffentlichkeit tritt, könnte man eine Fuhre Allzumenschliches erwarten. Die einundachtzigjährige Brigitta Eisenreich erhebt subtilere Ansprüche. In die vielbearbeiteten Claims der Celan-Philologie dringt sie ein und sagt: Ich war's! Ihr habt es nur noch nicht gewusst.

Wer ist diese Frau? 1928 wurde sie in Linz geboren, als spätes Kind von Eltern, die noch in der Habsburgermonarchie des neunzehnten Jahrhunderts groß geworden waren. Einleitend schildert sie ihre Jugend, überschattet von Diktatur und Krieg, ihre Annäherung an katholische Widerstandskreise. 1951 begann sie ein neues Leben in Paris, zunächst als Au-pair-Mädchen mit Zimmer unterm Dach eines Bürgerhauses. Dann studierte sie Anthropologie; später arbeitete sie als Afrikanistin und forschte zur Wissenschaftsgeschichte der …

Weiter lesen

»Eisenreich führt jedenfalls keinen späten Rachefeldzug einer verheimlichten Geliebten. ... Sie setzt vielmehr akribisch genau auf Fakten im Geiste größtmöglicher Wahrheitsfindung durch Dokumente, Erinnertes, Anmerkungen und Zeitzeugenaussagen zur Erhellung des dichterischen Schaffens von Paul Celan. Es ist ein Sachbuch, das etwas vom Glanz  der histrorisch verschleiernden Gloriole wegpoliert, um die schöpferische Leistung eines tief emotional empfindenen Sprachkünstlers zu erhellen.«
Die Anthropologin Brigitta Eisenreich war Maître de conférences für die Wissenschaftsgeschichte ihres Faches an der Ecole des hautes études en sciences sociales (EHESS) und lebt bei Paris. Forschungen und Beiträge zu diesem Thema im 18. und 19. Jahrhundert wie auch zu den historischen Wurzeln des Rassismus. Sie publizierte, hauptsächlich in Frankreich, unter dem Autorennamen Britta Rupp-Eisenreich.

Ein Marktplatz-Angebot für "Celans Kreidestern" für EUR 9,70

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
gebraucht; wie neu 7,95 1,40 PayPal, offene Rechnung, Banküberweisung Antiquariat Goerlitz 99,5% ansehen
wie neu 9,70 1,50 Banküberweisung robo-buch 97,6% ansehen
Mehr von