Carlo Gesualdo di Venosa - Watkins, Glenn

Glenn Watkins 

Carlo Gesualdo di Venosa

Leben und Werk eines fürstlichen Komponisten. Mit Anhang. Vorw. v. Igor Strawinsky. Übertr. aus d. Amerikan. v. Stephan Kuhlmann. Hrsg. v. Verena von der Heyden-Tynscha

Herausgeber: Heyden-Rynsch, Verena von der / Übersetzer: Kuhlmann, Stephan
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Produktinformation

  • Deutsch
  • Abmessung: 228mm x 149mm x 47mm
  • Gewicht: 835g
  • ISBN-13: 9783882212334
  • ISBN-10: 3882212330
  • Best.Nr.: 03110625

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Der Rezensent mit dem Kürzel rur ist recht angetan von Glenn Watkins` Buch über den Fürsten und Komponisten Carlo Gesualdo (um 1560-1613). Heraushebenswert erscheint ihm vor allem, dass Watkins sich in diesem Band vorwiegend mit des Fürsten musikalischem Werk befasst und nicht nur mit dessen "abenteuerlichen Leben". Zwar werden die familiären Verstrickungen ausreichend beleuchtet, daneben widmet sich das Buch aber auch bisher vernachlässigten Einflüssen des Fürsten, wie etwa dessen kreativem Umfeld. Trotz einiger inhaltlichen Schwächen räumt der Band auf "mit überlieferten Klischees" über Gesualdo, dessen Lebenswerk "sich nicht auf einen knappen Nenner bringen" lässt, so die Bilanz des Rezensenten.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.10.2000

Die Gesichtsfarbe zeugt von starkem Stilbewußtsein
Glenn Watkins sieht die Madrigale Gesualdos als Bruchstücke einer großen Progression / Von Mark Emanuel Amtstätter

Wie unterscheidet sich diese geil ausgekostete Zerknirschung vom pickeligen Klingelbeutelpietismus meist nördlicher Meister! Gerade hat der Principe noch mit dem Dolch in Leichen gestochert, schon setzt er peinvolle süßdunkle Kontrapunkte, die schönsten, die es gibt. Bestimmt war er grün im Gesicht, und gelblich. - Er bleibt ohne Beispiel." Dieser Mann ohne Grenzen, der beispiellose Principe, den Wolfgang Rihm hier meint, ist der in vielerlei Hinsicht legendäre Komponist Gesualdo di Venosa: Gentiluomo alten Geblüts, Mörder seiner Ehefrau Donna Maria d'Avalos und ihres Geliebten und schließlich hochneurotischer Intellektueller der späten Renaissance - kaum ein Komponist der Musikgeschichte lieferte so viel Stoff für Oper, Film, Theater oder literarisch-musikalische Reflexionen. Angesichts dieses Potentials populärer Wirksamkeit ist es um so erstaunlicher, daß die erste Gesualdo-Monographie in deutscher Sprache so lange auf sich warten ließ. Nun wurde Glenn Watkins' umfassende …

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"Das abenteuerliche Leben des Carlo Gesualdo, Principe di Venosa (um 1560-1613), ist heute gegenwärtiger als sein Werk. An diesem Missverhältnis hält Glenn Watkins' umfangreiche Studie nicht fest. Geht sie auch detailreich ein auf all die verwandtschaftlichen Bezüge in und um Neapel, den minuziös vorbereiteten Mord des Komponisten an seiner ersten Ehefrau und deren Liebhaber, auf das Benehmen gegenüber seiner zweiten Ehefrau, gar darauf, wie Gesualdos Konstipation schliesslich von den Dienern behandelt werden musste - drei Viertel des eher sparsam illustrierten Bandes sind dem reichhaltigen Werk des komponierenden Fürsten vorbehalten und räumen mit überlieferten Klischees fundiert auf. So wagt der Autor auch das Geburtsjahr (auf 1562) genau festzulegen. Gesualdo lässt sich nicht auf einen knappen Nenner bringen. Nicht alle Werke - schon gar nicht die geistlichen - haben die morbidezza von "Moro, lasso"; und auch Strawinsky traf nicht voll ins Schwarze, wenn er meinte, Gesualdos Musik komme ihm vor "wie ein Essen von 23 Kaviar-Canapés für einen Freund herzhafter Genüsse". Während die meisten Publikationen darauf verweisen, wer sich später - als Komponist oder/und Bewunderer - auf Gesualdo berufen hat, wird hier der frühe kreative Umkreis des Principe mit Pomponio Nenna und Giovanni Macque beleuchtet." (Neue Zürcher Zeitung)

Leseprobe zu "Carlo Gesualdo di Venosa"

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