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Carl Schmitt
Aufstieg und Fall. Eine Biographie
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: Beck
- 2009
- Ausstattung/Bilder: 2009. 749 S. m. 43 Abb.
- Seitenzahl: 749
- Deutsch
- Abmessung: 223mm x 154mm x 46mm
- Gewicht: 996g
- ISBN-13: 9783406592249
- ISBN-10: 3406592244
- Best.Nr.: 26167948
Produktbeschreibung zu "Carl Schmitt"
Beschreibung
Ein "weißer Rabe" - so hat Carl Schmitt sich selbst gern wahrgenommen. Der neidbeladene junge Mann aus einfachen Verhältnissen bahnt sich dank seiner brillanten Fähigkeiten den Weg bis an die Spitze der deutschen Rechtswissenschaft - und wird doch nie heimisch im Establishment der Gelehrten und Geachteten. Während er in seinen Schriften den liberalen Rechtsstaat als Verfassungsfassade demontiert und die Legitimität der Diktatur auslotet, jagen ihn Dämonen: sein wilder Antisemitismus, eine selbstzerstörerische Sucht nach Sexualität, das tiefsitzende Ressentiment gegen die Selbstgefälligkeit jeder bürgerlichen Existenz.
So ist er disponiert, als die Nationalsozialisten die Macht ergreifen. Er bricht mit seinen jüdischen Freunden, hält Adolf Hitler juristisch den Steigbügel und "verstrickt" sich tief. Doch schon 1936 kommt er durch Intrigen zu Fall. Nach dem Krieg lebt er zurückgezogen in seiner sauerländischen Heimat und wird zu einer diskreten Schlüsselfigur der intellektuellen Szene. Seine radikalen Theorien über Freund und Feind, Legalität und Legitimität, den Begriff des Politischen werden in alle wichtigen Weltsprachen übersetzt und von erzkatholischen Konservativen gleichermaßen intensiv gelesen wie von den kommunistischen Revolutionären der Dritten Welt.
14.10.2009
Du bist der Feind mir
Erst betrog ihn seine erste Frau, dann Adolf Hitler. Reinhard
Mehrings beeindruckende Biographie nimmt die Rechtfertigungen Carl
Schmitts auseinander: ein Lebenswerk wirkungsreicher Reflexe.
Von Patrick Bahners
Was hat es auf sich mit der Wirkung dieses Mannes? Dass im Gespräch
etwas Magisches von ihm ausging, dass seine Texte etwas
Verführerisches bewahrt haben - die wissenschaftliche Würdigung, so
will man meinen, muss mit dem Verzicht auf solche Formeln beginnen
und deren Historisierung einschließen. Beim Phänomen Hitler besteht
ein Konsens, dass die Dämonologie nicht zuständig ist. Die
Verwendung der einschlägigen Topoi unmittelbar nach dem Untergang
des Hitlerreiches gilt weithin als Übung der Selbstexkulpation.
Selbst die Rede vom Rätsel ist mit diesem Verdacht belegt worden.
Wer sich mit dem Fall Carl Schmitt beschäftigt, sieht sich mit
einem Umstand konfrontiert, der bis zu seiner Erklärung weiter ein
Rätsel heißen darf. Unter Schmitts Anhängern gibt es kluge und
freie Denker, die sich zu fadenscheiniger Apologetik hinreißen
lassen, zu haltlosen Rationalisierungen, wie man sie von Verliebten
…
31.10.2009
Sachbücher des Monats November
Empfohlen werden nach einer monatlich erstellten Rangliste Bücher der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie angrenzender Gebiete.
1. HEINRICH AUGUST WINKLER: Geschichte des Westens. Band 1. Von den Anfängen in der Antike bis zum 20. Jahrhundert. Verlag C. H. Beck, 1343 S., 38 Euro.
2. CHARLES TAYLOR: Ein säkulares Zeitalter. Übersetzt von Joachim Schulte. Suhrkamp Verlag, 1297 S., 68 Euro.
3. ULRICH RAULFF: Kreis ohne Meister. Stefan Georges Nachleben, Verlag C. H. Beck, 544 S., 29,90 Euro.
4. RAFFAEL SCHECK: Hitlers afrikanische Opfer. Die Massaker der Wehrmacht an schwarzen französischen Soldaten. Übersetzt von Georg F. Harsch. Assoziation A, 200 S., 20 Euro.
5. DIETER RICHTER: Der Süden. Geschichte einer Himmelsrichtung. Verlag Klaus Wagenbach, 208 Seiten, 24,90 Euro.
6. REINHARD MEHRING: Carl Schmitt. Aufstieg und Fall. Verlag C. H. Beck, 750 Seiten, 29,90 Euro.
7. RICHARD J. EVANS: Das Dritte Reich. Band 3 – Krieg. Übersetzt von Udo Rennert und Martin Pfeiffer. Deutsche Verlags-Anstalt, 1152 S., 49,95 Euro.
8. PETRA KUHLMANN-HODICK u.a. (Hrsg.:) …
08.12.2009
In der Materialdichte kaum zu überbieten findet Rezensent Micha
Brumlik diese monumentale Carl-Schmitt-Biografie von Reinhard
Mehring. Auch wenn sie seiner Einschätzung zufolge in der Sache
nichts Neues zu bieten habe, hat er mit Interesse verfolgt, wie
Mehring den für Brumlik "bedeutendsten faschistischen Denker
des 20. Jahrhunderts" deutet. Brumliks Informationen erklärt
sich Mehring Schmitts politische Ideen vor allem psychoanalytisch,
nämlich mit dessen Triebhaftigkeit. Schmitt trete hier als
erbärmlicher Mensch zutage, als "sexsüchtiger,
karrierelüsterner Opportunist", der in einem permanenten
"erotischen Ausnahmezustand" lebte. Diese eigenen
Sexbesessenheit habe Schmitt theoretisch zähmen wollen. Sehr
aufschlussreich scheint ihm in dieser Hinsicht auch die Episode,
dass sich Schmitt ausgerechnet mit einer Prostituierten in Rom
einen Stummfilm über die Heilige Johanna, Galionsfigur der
katholischen und royalistischen Reaktion. Auch wenn der Rezensent
durchaus wissen lässt, dass psychologisierende Deutungen begrenzte
Macht besessen, meldet er hier keine größeren Vorbehalte hat.
© Perlentaucher Medien GmbH
Autorenporträt zu "Reinhard Mehring"
Reinhard Mehring, geb. 1959, Studium der Philosophie, Germanistik und Politikwissenschaft in Bonn und Freiburg. 1989 bis 1990 Lehrauftrag Politikwissenschaft; 1991-1993 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Rechtsphilosophie, Staats- und Verwaltungslehre der Universität Würzburg; 1993-2000 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Rechts- und Sozialphilosophie der Humboldt-Universität zu Berlin. Habilitation, seitdem Privatdozent am Institut für Philosophie der Humboldt-Universität zu Berlin.























