Cäsar von Hofacker, ein Wegbereiter für und ein Widerstandskämpfer gegen Hitler, ein Widerspruch? - Hofacker, Alfred von

Alfred von Hofacker 

Cäsar von Hofacker, ein Wegbereiter für und ein Widerstandskämpfer gegen Hitler, ein Widerspruch?

Broschiertes Buch
 
Vergriffen, keine Neuauflage
Nicht lieferbar
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Andere Kunden interessierten sich auch für

Cäsar von Hofacker, ein Wegbereiter für und ein Widerstandskämpfer gegen Hitler, ein Widerspruch?

Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli wurden der damals neunjährige Alfred von Hofacker und zwei jüngere Schwestern im Sommer 1944 von der Gestapo in ein Kinderheim in Bad Sachsa gebracht: Über 40 Kinder aus Widerstandsfamilien waren dort untergebracht. Den Vater, den Luftwaffenoffizier Cäsar von Hofacker, sahen die Nationalsozialisten als "Kopf des Putsches" in Frankreich an. Dass man ihn im Dezember 1944 in Berlin hingerichtet hatte, erfuhren seine Frau und die beiden älteren Geschwister im KZ Stutthof. Erst im Juli 1945 trafen alle Hofacker-Kinder und ihre Mutter wieder zusammen.
Eindrucksvoll schildert der Autor nicht nur den verstörenden Alltag im Kinderheim, sondern auch die schwierige Zeit, in der seine Familie versuchte, ihr Familienleben wieder aufzunehmen. Die Mutter pflegte kritiklos das Bild des Vaters als Widerstandshelden. Einen Riss bekam dieses Bild erst, als von Hofacker nach ihrem Tod zahlreiche Papiere fand, die den Vater auch als glühenden Anhänger nationalsozialistischer Ideen zeigten.
Erst viel später gelang es Alfred von Hofacker, seinen Vater als einen Menschen zu sehen, den seine Widerprüchlichkeit auszeichnete: der leidenschaftlich auf der falschen Seite gestanden, dann aber genauso leidenschaftlich Widerstand geleistet hatte.


Produktinformation

  • Verlag: Wallstein
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 58 S.
  • Seitenzahl: 58
  • Stuttgarter Stauffenberg-Gedächtnisvorlesung Jg.2009
  • Deutsch
  • Abmessung: 20, 5 cm
  • Gewicht: 97g
  • ISBN-13: 9783835306264
  • ISBN-10: 383530626X
  • Best.Nr.: 29736836
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 31.05.2010

2 zu 98
Cäsar von Hofacker

Ein gedruckter Vortrag nur, aber was für ein beeindruckender! Sohn Alfred, 1935 geborener Arbeitsrechtler, schildert aus persönlicher Erinnerung die helle Seite, aber auch anhand von Briefen und Reden ungeschminkt die dunkle, heutzutage irritierende Seite seines Vaters Cäsar von Hofacker - Jahrgang 1896, Leutnant bei den Fliegern im Ersten Weltkrieg, Wirtschaftsjurist, Oberstleutnant der Reserve, Vetter des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Vertrauter des Militärbefehlshabers in Frankreich Carl-Heinrich von Stülpnagel und treibende Kraft beim Umsturzversuch in Paris am 20. Juli 1944, hingerichtet am 20. Dezember 1944. Hofacker senior soll auch am 9. Juli 1944 Generalfeldmarschall Erwin Rommel in die Attentatspläne eingeweiht haben, was jedoch - wie Hofacker junior zu Recht bemerkt - "immer noch nicht restlos aufgeklärt" sei.

Dass der Weg in den Widerstand gegen das "Dritte Reich" oft nicht gradlinig verlief, sondern eines langwierigen Ab- und Umkehrprozesses bedurfte, belegt Alfred von Hofacker mit antisemitischen, antidemokratischen und überheblichen Zitaten des Vaters aus den zwanziger …

Weiter lesen