Bruno / Der erste Fall für Bruno, Chef de police - Walker, Martin

Martin Walker 

Bruno / Der erste Fall für Bruno, Chef de police

Aus d. Engl. v. Michael Windgassen
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Bruno / Der erste Fall für Bruno, Chef de police

Bruno Courrèges - Polizist, Gourmet, Sporttrainer und begehrtester Junggeselle von Saint-Denis - wird an den Tatort eines Mordes gerufen. Ein algerischer Einwanderer, dessen Kinder in der Ortschaft wohnen, ist tot aufgefunden worden. Das Opfer ist ein Kriegsveteran, Träger des Croix de Guerre, und weil das Verbrechen offenbar rassistische Hintergründe hat, werden auch nationale Polizeibehörden eingeschaltet, die Bruno von den Ermittlungen ausschließen wollen. Doch der nutzt seine Ortskenntnisse und Beziehungen, ermittelt auf eigene Faust und deckt die weit in der Vergangenheit wurzelnden Ursachen des Verbrechens auf.


Produktinformation

  • Verlag: Diogenes
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 338 S.
  • Seitenzahl: 338
  • Deutsch
  • Abmessung: 182mm x 114mm x 22mm
  • Gewicht: 256g
  • ISBN-13: 9783257240467
  • ISBN-10: 3257240465
  • Best.Nr.: 27960409
Martin Walker, geboren 1947, ist gebürtiger Schotte und nicht nur Schriftsteller, sondern auch Historiker und politischer Journalist. Er lebt in Washington und im Périgord und studierte Geschichte in Oxford sowie internationale Beziehungen und Wirtschaft in Harvard. Danach war er 25 Jahre lang Journalist bei der britischen Tageszeitung "The Guardian". Heute ist Martin Walker Vorsitzender des Global Business Policy Council, eines privaten Think Tanks für Topmanager mit Sitz in Washington. Er verfasste zahlreiche Sachbücher, unter anderem über den Kalten Krieg, über Gorbatschow und die Perestroika, über Präsident Bill Clinton sowie über das neue Amerika. Martin Walkers Bruno-Romane erscheinen gleichzeitig in zehn Sprachen.

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Kundenbewertungen zu "Bruno / Der erste Fall für Bruno, Chef de police"

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Bewertung von R.E.R. am 21.05.2012 ***** weniger gut
Krimis mit kulinarischem Hintergrund liegen im Trend. Donna Leon schickt ihren Commissario Brunetti in die dunkelsten Abgründe der menschlichen Seele. Aber nur, wenn ihm seine Paola vorher ein exquisites Drei-Gang-Menü serviert hat. Tom Hillenbrand lässt seinen Sternekoch Xavier Kieffer nicht nur im Abschaum der Menschheit rühren, sondern vor allem in sehr delikat gefüllten Kochtöpfen. Lesen mit Genussfaktor sozusagen. In diese Sparte fällt auch der Chef de Police den Martin Walker auf die Verbrecher loslässt.

Im idyllischen Saint Denis im französischen Périgord geht es gemütlich und familiär zu. Der örtliche Polizeichef Bruno kann sich darum seinen diversen Hobbys widmen. Kochen, Essen, Rugby und Tennis spielen. Mit der Ruhe ist es vorbei, als einen Tag nach der festlichen Prozession zum 8. Mai der algerische Immigrant Hamid tot in seinem Haus gefunden wird. Der verdiente Kriegsveteran lebte sehr zurückgezogen und nur im engsten Familienkreis Kontakt. Das Hakenkreuz, dass man dem alten Mann mit seinem eigenen Blut auf die Brust gezeichnet hat, scheint ein rassistisches Motiv anzudeuten. Was Bruno jedoch nicht recht glauben mag.

Walkers “Bruno Krimis” sind mir von mehreren Seiten ans Herz gelegt worden. Wohlfühlkrimis seien das. Herrlich unblutig und voll französischer Lebensart. Unblutig stimmt (abgesehen von der Beschreibung der tödlichen Verwundung des Opfers und den eingeschlagenen Nasen, die es bei der Demonstration gegen rassistische Umtriebe gibt). Sehr französisch im Sinne von patriotisch, stimmt auch. Französischer Patriotismus wird ausführlich thematisiert. Was verwundert, wenn man bedenkt das der Autor Schotte ist. Die französische Lebensart spiegelt sich vor allem in Käse, Baguette, Rotwein und sonstigen Klischee behafteten Lebensmitteln. Großes Gefallen hatte ich an dem Buch jedoch nicht. Mir hat es an Spannung gefehlt, dem für mich essentiellsten Teil jedes Krimis.

Die Schilderung, wie sich die Standbesitzer des örtlichen Marktes der EU Kontrolleure aus Brüssel erwehren ist lustig. Die Beschreibungen des Essen inklusive der Zubereitung desselben machen Appetit, nehmen aber für meinen Geschmack zuviel Platz ein (es ist ja schließlich kein Kochbuch). Die Schilderung der Landschaft und ihrer Eigenheiten ist pittoresk und erinnert stark an einen Reiseführer mit Insidertipps.

Dem ganzen Buch, seinen Figuren und allen voran dem Namen gebenden Helden mangelt es, für meinen Geschmack, an Leidenschaft. Martin Walker hat eine Fülle liebenswerter Charaktere geschaffen. Vielleicht einmal abgesehen von der siebzehnjährigen Göre, die zunächst des Mordes verdächtigt wird. Bruno ist immer freundlich, geduldig, einfühlsam und sensibel. Sein Chef, der Bürgermeister ist stets verständnisvoll, väterlich und weise. Den “adeligen” Part übernimmt der örtliche Baron, dessen “Eigenheit” darin gipfelt, dass er sich über verlorene Tennis Matches ärgert. Die Frauen , wie die “exzentrische” Britin Pamela (Pensionswirtin), ihre Freundin Christine (Historikerin) oder Isabell (ebenfalls Polizistin) haben als Hauptfunktion die Aufgabe im richtigen Moment hilfreich auf den Handlungsverlauf einzuwirken. Ansonsten sind sie “nur” charmant, apart und können gut kochen.

Als die Frau des ortansässigen Kommunisten während einer Demonstration unerlaubterweise in ein Megafon brüllt, freut man sich direkt über diesen Gefühlausbruch. Der allerdings sofort vom örtlichen Schuldirektor, auf Anweisung Brunos, im Keim erstickt wird. Höflich und diskret versteht sich und selbstverständlich mit dem vollsten Verständnis der “Fehlgeleiteten“. Normalerweise finde ich: Je ”unblutiger” ein Krimi ist, desto besser. Der erste Fall von Martin Walkers “Bruno” war mir jedoch zu blass was psychologische Raffinesse oder die Tiefe der Figuren betraf. Vielleicht sind die Folgebände besser. Aber nachdem ich mich durch diesen Band gequält habe, ist mir die Lust vergangen, das herauszufinden.

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Bewertung von tassieteufel am 13.05.2012 ***** sehr gut
Saint-Denise ist ein kleiner beschaulicher Ort im Périgord, hier ticken die Uhren noch anders. Bruno Courrèges als einziger Polizist hochtrabend Chef de Police genannt, genießt das ruhige Leben, doch das ändert sich, als er an den Schauplatz eines Mordes gerufen wird. Ein alter Araber, der sehr zurückgezogen lebte, wird ermordet in seinem kleinen Haus gefunden, auf seiner Brust ein Hakenkreuz eingeritzt. Der Tote war ein Harki, einer jener Algerier die im Krieg auf Seiten der Franzosen gekämpft hatten und dafür mit dem croix de guerres ausgezeichnet wurde. Der Mord scheint also einen rechtsradikalen Hintergrund zu haben,doch das kann Bruno nicht so recht glauben, gab es doch in Saint-Denise nie Probleme mit den Rechten. Die Ermittlungen rufen aber übergeordnete Stellen auf den Plan und die haben vor allem die politischen Auswirkungen des Falles im Auge.
Wer knisternde Spannung und actionreiche Ermittlungen mag, wird hier nicht fündig, dafür strahlt das Buch viel Atmosphäre und Lebensfreude an den einfachen Dingen aus. Der Alltag der Menschen ist ruhig und gemächlich, hektisch wird es allenfalls, wenn die Bewohner mal wieder gemeinschaftlich gegen die EU Komissare vorgehen, deren Vorschriften ihrer Eßkultur arg zuwider laufen. Das nimmt auch Bruno nicht aus, der diese Trixereien noch unterstützt.
Doch die vordergründige Idylle trügt, denn kaum wird bekannt, das der Mord rassistische Hintergründe hat, zeigt sich, das nicht jeder im Ort erfreut über die Einwanderer ist. Sicher ist Bruno der Typ Saubermann, den alle mögen, der alles richtig macht und der am Ende auch noch den Fall löst und dabei nicht mal den übergeodneten Stellen auf die Füße tritt. Vielleicht wirkt er dadurch nicht ganz glaubwürdig, doch irgendwie paßt er perfekt in die Geschichte und hebt sich auch wohltuend von all den geschädigten, gestörten und psychisch angeschlagenen Ermittlern ab, die sonst so die Krimilandschaft bevölkern.
Dem Leser wird auch noch ein Stück französisch-algerische Geschichte vermittelt, ebenso wie deren Schattenseiten und wunderschöne Landschaftsschilderungen und sehr anschauliche Beschreibungen der französischen Küche runden das Ganze gekonnt ab.

Fazit: liebenswerte, zum Teil schrullige Figuren und sehr viel ländliche-französische Atmophäre, ein flüssiger Schreibstil und ein gut durchdachter Krimiplot bescheren angenehme Lesestunden.

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Bewertung von anne60 aus verden am 15.02.2012 ***** sehr gut
Ein starkes Stück Frankreich!
Ein Kommissar, der nicht jede seiner Handlungen streng an Recht und Gesetz misst, sondern eher nach Gefühl handhabt und dabei stets das Wohl der Gesamtheit "seiner" Bürger im Auge hat. (So jemanden wünschte ich mir auch in der deutschen Polizei).
Das passt zu Frankreich, das passt zu dem Buch, in dem ohnehin zu gleichen Teilen von der angenehmen französischen Lebensart und dem köstlichen Essen erzählt wird und nur zum anderen Teil von dem aufzuklärenden Verbrechen.
Ich habe es geliebt, entführt zu werden in die malerische Landschaft und die kulinarischen Genüsse, man glaubt den Duft des Landstrichs riechen und die Sonnenuntergänge mit erleben zu können.
Dass dabei die Aufklärung des Mordes nicht so sehr im Vordergrund stand, fand ich prima, so blieb die "Urlaubsstimmung" überwiegend erhalten. Dennoch wurde die Kriminalgeschichte sehr überzeugend entwickelt und der Bogen bis zum Ende interessant dargestellt und auch überraschende Auflösung gefiel mir sehr gut.
Ich werde mir den zweiten Fall auf jeden Fall auch gönnen!

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Bewertung von Ritja aus Deutschland am 06.04.2011 ***** sehr gut
Bruno, ein Dorfpolizist, kennt seine Leute und hilft ihnen, wo er kann. Gern drückt er auch mal ein Auge zu, wenn sich Raufereien oder Streits auch ohne Polizei klären lassen. Er hat als Soldat Kriege mitgemacht und genießt nun sein Leben in einer festen Gemeinschaft, das gute Essen und die Freunde, die er hat. Doch eines Tages wird ein Araber, der bereits Jahre in Frankreich lebte und geehrt worde, ermordet. Ihm wurde ein Hakenkreuz in den Bauch gekritzt und seine Ehrenmedaille entwendet. Was hat das zu bedeuten? Wer, aus dem Dorf, kann einen solchen Mord begehen? Und warum? Bruno geht auf die Spurensuche und muss schreckliche Geschichten erfahren.

Bruno ist eine Figur, die man schnell mag. Er liebt das Gute (Essen) und das Schöne (Frauen) und scheint das Herz am richtigen Fleck zu tragen. Zudem kann man viel über die farnzösische Lebensweise erfahren. Aber man erfährt auch einige Dinge über den Zweiten Weltkrieg, über Elitegruppen der Nazis und Verknüpfungen zwischen Arabern, Franzosen und Deutschen.

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Bewertung von Lisega am 08.09.2010 ***** gut
"Bruno, Chef de Police" ist mehr ein zwischen zwei Buchdeckel gepackter Frankreich-Urlaub als ein Krimi. Denn Martin Walker gibt sich soviel Mühe, seine französiche Wahlheimat, das Périgord, in allen Facetten äußerst lieblich zu beschreiben, dass der Fall - ein alter arabischer Einwanderer wird brutal ermordet - fast in den Hintergrund rückt. Das Bild, das der Autor vom kleinen Ort Saint-Denis und seinen Bewohnern macht, ist mir dann auch etwas zu heimelig und Klischee-beladen geraten: Die Gemeinde ist wie eine große Familie, in der jeder jedem hilft und alle gerne die Köstlichkeiten ihrer Region essen, der Titelheld Bruno ist trotz seiner Vergangenheit im Bosnien-Krieg ein farbloser Gutmensch ohne Ecken und Kanten. Dabei läge in dem Fall mit seinen Wurzeln in der Vergangenheit und den Bezügen zum zweiten Weltkrieg und Algerienkrieg durchaus eine spannende Geschichte. Aber es bleibt bei dahinplätschernder Unterhaltung; mit etablierten Ermittlern wie Commissario Montalbano oder Brunetti kann sich Bruno (noch) nicht messen.

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