Briefwechsel und Familienbriefe 1766-1789, 3 Bde. - Müller, Johannes von; Müller, Johann G.

Johannes von Müller Johann G. Müller 

Briefwechsel und Familienbriefe 1766-1789, 3 Bde.

Herausgeber: Weibel, André
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Briefwechsel und Familienbriefe 1766-1789, 3 Bde.

Der Briefwechsel der Schaffhauser Brüder Johannes und Johann Georg Müller gehört zu den letzten, bedeutenden weitgehend unedierten Korrespondenzen aus dem Jahrhundert des Briefes. Mit der kritischen Edition der 643 überlieferten Briefe der Brüder und ihrer Familienangehörigen von den Anfängen bis 1789 ist eine ebenso reiche Quelle für die Entstehungsbedingungen der Werke der Brüder wie für alltags- und bildungsgeschichtliche Fragen.
Aufgewachsen in der provinziellen Sphäre eines Schaffhauser Pfarrhaushalts, suchten die Brüder zwischen Bonnets Genf, Lavaters Zürich, Herders Weimar und geistlichen wie weltlichen deutschen Fürstenhöfen nach einer Verbindung von Wissen und Glauben, Geschichte und Religion im Horizont der Heilsgeschichte. In kritischer Auseinandersetzung mit Aufklärung, Absolutismus und Republikanismus revoltierten sie auf oft unbequeme Weise gegen die Enge des Ancien Régimes, der jüngere durch schwärmerische Blicke in die unsichtbare Welt, der ältere durch einen gleichgeschlechtlichen Lebensentwurf, der seine Karriere als Nationalgeschichtschreiber der Schweiz immer wieder gefährdete und ihm bis heute einen skandalösen Ruf einbrachte.
Ein dreibändiger Stellenkommentar zu diesen Briefen mit Nachwort und Register ist in Vorbereitung.


Produktinformation

  • Bd.1-3
  • Verlag: Wallstein
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 1600 S. m. 70 Abb.
  • Seitenzahl: 1600
  • Deutsch
  • Abmessung: 251mm x 158mm x 127mm
  • Gewicht: 2416g
  • ISBN-13: 9783835304536
  • ISBN-10: 3835304534
  • Best.Nr.: 25671327
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 28.05.2009

Die erste kritische Ausgabe der Familienbriefe - leider noch ohne Registerbände

Die letzte einigermaßen vollständige, textkritisch freilich ungenaue Ausgabe des Briefwechsels Johannes von Müllers mit seinem Bruder Johann Georg (1759 bis 1819) war 1893 erschienen. Nun hat der junge Schweizer Historiker André Weibel die erste kritische Briefedition vorgelegt. Allein die Briefe der Brüder und der Familie von 1766 bis 1789 umfassen drei Bände. Einige bisher nicht oder nur in zensierter Form erschienene Briefe finden sich in der neuen Ausgabe. Die editorische Leistung lässt sich erst beurteilen, wenn im kommenden Jahr auch die Registerbände mit Anmerkungen und Nachwort des Herausgebers erschienen sind. Persönliches bis hin zu den Kleinkrämereien ums tägliche Auskommen, die Versuche der Mutter, die beiden Söhne wieder in die enge Schaffhauser Welt zurückzuzwingen, folgen auf aufschlussreiche Bemerkungen über die Lesefrüchte der beiden Brüder, ihre Begegnungen mit der gelehrten Welt der damaligen Zeit. Johann Georg wurde Johannes von Müller nicht nur als Briefpartner, sondern auch als Autor zum engsten Gefährten - seines 250. Geburtstags gedenkt die …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Über den Tagesablauf eines Theologen und Historikers zwischen Aufklärung und Romantik erfährt Heike Schmoll in dieser dreibändigen Briefedition eine Menge. Ebenso über Johannes Müllers "spätpietistisches Bibelchristentum" und eine schwärmerische Bruderliebe. Der Umstand, dass sich die Entwicklung der Brüder Müller vor dem Hintergrund der Französischen Revolution abspielt, lässt Schmoll die Korrespondenz darüber hinaus wie ein Brennglas erscheinen, in dem sich die geistes- und sozialgeschichtliche, politische und konfessionelle Entwicklung Westeuropas bricht. Weil das Schwärmertum der beiden Briefeschreiber dem heutigen Leser jedoch fremd erscheinen muss, vermisst Schmoll die für einen späteren Zeitpunkt angekündigten Anmerkungs- und Registerbände schmerzlich. Die ohnehin sperrige Lektüre, so befürchtet sie, wird ohne die Übersetzung lateinischer und griechischer Zitate, ohne Namens- und Querverweise und Literaturhinweise für manchen zu einer unüberwindlichen Hürde.

© Perlentaucher Medien GmbH

»Wie sehr sie das zerbrochene Gleichgewicht europäischer Mächte, vor allem aber die Französische Revolution als Epochenbruch erlebten, lässt sich an den Briefen der Brüder erkennen, in denen sich die gesamte geistesgeschichtliche, politische, aber auch konfessionelle und sozialgeschichtliche Entwicklung Westeuropas wie in einem Brennglas bricht.« (Heike Schmoll, FAZ, 7.9.2009) »Die ungekürzte und kritische Neuausgabe vermittelt einen Einblick in die menschliche, religiöse und intellektuelle Entwicklung der beiden jungen Gelehrten. Die Briefe berühren Grundfragen der Aufklärungszeit, etwa das Verhältnis von Historie und Heilsgeschichte oder von alteuopäischem Republikanismus, Reformabsolutismus und revolutionärem Aufbruch, und sie reflektieren anschaulich das geistige Klima und den Alltag im ausgehenden Ancien régime.« (René Specht, Schaffhauser Nachrichten, 29.5.2009)
Johannes von Müller war Historiker und Politiker. Er stand im Dienste von Fürstenhöfen in Kassel, Mainz, Wien und Berlin und wurde zeitweise als größter deutschsprachiger Geschichtsschreiber gefeiert.

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