Briefwechsel mit Sascha Schneider - May, Karl

Karl May 

Briefwechsel mit Sascha Schneider

Mit Briefen Schneiders an Klara May u. a.

Hrsg. v. Hartmut Vollmer u. Hans-Dieter Steinmetz
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Briefwechsel mit Sascha Schneider

Der "deutsche Michel Angelo" - so rühmte Karl May seinen Freund, den Maler, Zeichner und Bildhauer Sascha Schneider (1870-1927), in dessen Werken er eigene Ideen verbildlicht sah. An Schneiders Homosexualität nahm May keinen Anstoß, sondern spendete Trost und Zuversicht : "Sie sind mir seit gestern genau noch so werth wie vorher." Schneider selbst sagte über den meistgelesenen Autor deutscher Sprache: "May wird unsere Zeit überdauern und noch eine andere Zeit dazu." Die Karl-May-Ausgaben mit den von Schneider gestalteten Titelbildern sind heute gesuchte Sammlerstücke. Neben einem informativen Vorwort dienen zahlreiche Stellenkommentare der Herausgeber Prof. Dr. Hartmut Vollmer und Hans-Dieter Steinmetz dem Verständnis der Briefe.


Produktinformation

  • Gesammelte Werke und Briefe
  • Bd.93
  • Verlag: Karl-May-Verlag
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 542 S. m. Abb.
  • Seitenzahl: 540
  • Best.Nr. des Verlages: 93
  • Deutsch
  • Abmessung: 174mm x 116mm x 33mm
  • Gewicht: 400g
  • ISBN-13: 9783780200938
  • ISBN-10: 3780200937
  • Best.Nr.: 26386222
Karl May (1842 - 1912) war das fünfte von 14 Kindern einer armen Weberfamilie aus Ernstthal/Sachsen. Vom Studium am Lehrerseminar wurde er zunächst ausgeschlossen, nachdem er Kerzenreste unterschlagen hatte. Später konnte er die Ausbildung fortsetzen, arbeitete nur 14 Tage in seinem Beruf, bevor er wieder des Diebstahls bezichtigt und von der Liste der Kandidaten gestrichen wurde. Wegen Diebstahls, Betrugs und Hochstapelei wurde er in den Jahren darauf immer wieder verhaftet und monatelang festgesetzt. Die Jahre zwischen 1870 und 1874 verbrachte er im Zuchthaus Waldheim. Erst viele Jahre nach dem Erscheinen des akribisch recherchierten Orientzyklus reiste Karl May tatsächlich in den Orient. Karl May war lange Zeit einer der meistgelesenen deutschen Schriftsteller. Er starb1912 in Radebeul.

Leseprobe zu "Briefwechsel mit Sascha Schneider"

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Leseprobe zu "Briefwechsel mit Sascha Schneider" von Karl May

54 SCHNEIDER AN KLARA MAY • 15. März 1904 (S. 54-55)

Brief, hs.

[Meißen] 15/3 04

Verehrte gnädige Frau! Es freut mich sehr, dass Sie von meinem Anerbieten Gebrauch machen.15 Wir sprechen darüber am besten noch einmal; ebenso über den Gegenstand des jetzt so rasch zu zeichnenden Titelbildes.16 Das ist schriftlich ein langes Hin & Her, wo wir es doch bequemer haben können. – Ob ich den dritten Feiertag kommen kann, ist mir augenblicklich nicht möglich zu sagen. Nämlich, wenn der Massen-Atelier- Besuch von Dresden aus kommt, so muss ich dann auch jenen Tag (5ten April) hier anwesend sein. Ich würde dann aber sofort darnach zu Ihnen kommen. Halt! Die Arbeit ist ja drängend!

Also, da komme ich dann lieber gleich und zwar schon Freitag, d. 17ten abends.17 Werden wir mit Gespräch nicht fertig, so übernachte ich bei May’s.18 – Leider drängt jetzt Alles, ich bin schon ganz caput. Und das soll nun so weiter gehn bis Anfang Juni! Das Bild Ihres Herrn Gemahls ist mir ein Klares, ich habe seinen Wert vollständig begrifen. Der gemeinsame Boden, den ich mit ihm habe, ist die Kunst, welche nicht nach dem Was?, sondern nach dem Wie? frägt. Das Was? bestimmt nur den Menschen, nicht den Künstler, und charakterisiert etwa: Sage mir mit wem (was) Du umgehst, und ich will Dir sagen, wer Du bist. Eine Vollendung giebt es freilich, wenn

15 Schneiders Vorschlag, die Deckelbilder für Mays Werke neu zu gestalten
16 Für den zur Publikation anstehenden Bd. 30 der Gesammelten Reiseerzählungen: Und Friede auf Erden!
17 Der für den Besuch vorgesehene Freitag war der 18.3.
18 Tagebucheintrag Klara Mays: „Freitag d. 18.3. Blieb Schneider auch über Nacht bei uns. Der Abend war wie Kirche für mich. Diese beiden gewaltigen Geister philosophirten über Welt und Leben, Kunst und Menschen. Es wollte gar kein Ende nehmen, wir saßen bis früh.“

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