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Briefwechsel, 2 Bde.
Die Briefe; Kommentar. Mit einer Auswahl von Briefen Paul Celans an seinen Sohn Eric. Aus d. Französ. v. Eugen Helmle. Anmerk. übertr. u. einger. v. Barbara Wiedemann
Hrsg. u. komment. v. Bertrand Badiou in Verbind. m. Eric Celan
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: Suhrkamp
- 2001
- Ausstattung/Bilder: 2001. 590, 614 S.
- Seitenzahl: 590
- Best.Nr. des Verlages: 41219
- Deutsch
- Abmessung: 225mm x 144mm x 90mm
- Gewicht: 1545g
- ISBN-13: 9783518412190
- ISBN-10: 3518412191
- Best.Nr.: 09447157
Produktbeschreibung zu "Briefwechsel, 2 Bde."
Beschreibung
09.10.2001
Freundschaft dreier Nachtgewiegten
Die Substanz des Humanen: Der Briefwechsel zwischen Paul Celan
und Hanne und Hermann Lenz / Von Ernst Osterkamp
Hier waren zwei, denen Paul Celan vertrauen konnte. Er muß dies
gleich bei der ersten Begegnung gespürt haben. Am 7. April 1954 war
er zu einer Lesung nach Stuttgart gekommen und hatte dort, weil man
ein Hotelzimmer zu bestellen vergessen hatte, den ihm noch
persönlich unbekannten Hermann Lenz, den Sekretär des Süddeutschen
Schriftstellerverbands, in seinem Büro aufgesucht, um ihn zu
fragen, ob er bei ihm übernachten könne. Dies war zwar wohl auf Rat
von Alfred Günther geschehen, der als Lektor der Deutschen
Verlags-Anstalt sowohl Celans erstes Buch "Mohn und
Gedächtnis" (1952) als auch die Bücher von Hermann Lenz
betreute, und doch hätte Celan die Nähe des Erzählers nicht
gesucht, wenn er dessen Welt nicht zuvor als Leser nahegekommen
wäre.
Tatsächlich hatte ihn ein gemeinsamer Freund, der nach Paris
emigrierte Dichter und Übersetzer Friedrich Hagen, auf die Bücher
Lenz' aufmerksam gemacht: die 1947 erschienene Erzählung
"Das stille Haus", in der Lenz sich das Wien der …
22.06.2001
Ostsehnsucht
Paul Celans Briefwechsel mit Erich Einhorn
Eine Brieffreundschaft im Kalten Krieg, zwischen West und Ost. Sie beginnt mit einem Schreiben Paul Celans aus Paris vom 24. April 1962. Adressat ist sein Jugendfreund Erich Einhorn, dem er 1944 das letzte Mal geschrieben hat, um ihm mitzuteilen, dass seine, Celans Eltern, „von den Deutschen erschossen” worden sind. Jetzt versucht der Dichter, an die einstige Freundschaft anzuknüpfen und schreibt Einhorn – nach Moskau. Was mag ihn dazu bewogen haben? Wollte er eine aus den Jugendtagen vertraute Stimme hören?
Wie Celan, so stammte auch Einhorn aus Czernowitz in der Bukowina. Beide waren sie während des Zweiten Weltkriegs wie andere ihrer Generation in die Welt hinausgeschleudert worden und lebten im Exil oder besser: in zwei unterschiedlichen, hermetisch gegeneinander abgeriegelten Welthälften. Celan war in seiner westlichen Hemisphäre längst berühmt geworden. Trotzdem blieb er ein von den Schlägen der Geschichte tief versehrter Mensch. Als er 1962 den ersten Brief nach Moskau sandte, litt er unter den abstrusen, auch antisemitisch getönten Plagiatsvorwürfen, die ihm in Westdeutschland …
20.04.2001
Nach Kurt Oesterle kann dieser Band ein wenig dazu beitragen,
Gisele Celan von dem Vorwurf zu entlasten, sie habe Paul Celan
gerade dann allein gelassen, als er sich in einer Krise befunden
hat. Denn nach Ansicht des Rezensenten kann jeder Leser, der
"nicht einäugig hinsieht", hier erkennen, dass Gisele
Celan und ihr Sohn nur knapp einer Katastrophe entkommen sind, als
Paul Celan im Wahn androhte, das "Opfer Abrahams" zu
wiederholen. Gleichzeitig wird nach Oesterle in diesen Briefen
deutlich, "wie weit Gisele Celan in ihrer Selbstunterdrückung
ging", etwa was die Zeit betrifft, in der Celan seine
Liebesbeziehung zu Ingeborg Bachmann wieder aufnahm. Dieses Thema
selbst wird jedoch, so der Rezensent, in den Briefen kaum
angesprochen, obwohl es Anlass war "für schwersten
Streit". Was Gisele Celan wirklich bewegt hat - darüber geben
die Briefe nach Oesterle nur wenig Auskunft. Ihre wirklichen
Gefühle habe sie vielmehr in ihrem Tagebuch niedergeschrieben. Doch
dieses ist, so der Rezensent, bisher unveröffentlicht.
© Perlentaucher Medien GmbH
Autorenporträt zu "Paul Celan; Gisele Celan-Lestrange"
Paul Celan, geboren 1920 in Czernowitz in der Bukowina, entkam durch Flucht dem Holocaust und lebte seit 1948 in Paris. 1960 erhielt er den Georg-Büchner-Preis für sein lyrisches Werk und seine meisterhaften Übersetzungen.1970 wählte er den Freitod.






















