Artikelseite zu "Briefwechsel, 2 Bde." Drucken

Paul Celan  Gisele Celan-Lestrange 

Briefwechsel, 2 Bde.

Briefwechsel, 2 Bde. - Celan, Paul; Celan-Lestrange, Gisele

Die Briefe; Kommentar. Mit einer Auswahl von Briefen Paul Celans an seinen Sohn Eric. Aus d. Französ. v. Eugen Helmle. Anmerk. übertr. u. einger. v. Barbara Wiedemann

Hrsg. u. komment. v. Bertrand Badiou in Verbind. m. Eric Celan

  • Einband: Gebunden
  • Gebundenes Buch 
 
  • EUR 87,00
  • Alle Preise inkl. MwSt.
  • 87 Webmiles sammeln
  • kaufen
  • Sofort lieferbar

Produktinformation
  • Verlag: Suhrkamp
  • 2001
  • Ausstattung/Bilder: 2001. 590, 614 S.
  • Seitenzahl: 590
  • Best.Nr. des Verlages: 41219
  • Deutsch
  • Abmessung: 225mm x 144mm x 90mm
  • Gewicht: 1545g
  • ISBN-13: 9783518412190
  • ISBN-10: 3518412191
  • Best.Nr.: 09447157

Produktbeschreibung zu "Briefwechsel, 2 Bde."

Beschreibung

Die 677 Dokumente dieses Briefwechsels aus den Jahren 1951-1970 sind ein einzigartiges Zeugnis. Paul Celan, ein Dichter von großer Diskretion, öffnet sich hier in der privatesten seiner Beziehungen. Anschaulich, wenn auch oft erst im Zusammenhang mit der Kommentierung, werden nicht nur Entstehung und Hintergrund vieler seiner Gedichte. Anschaulich wird sein Verhältnis zu Deutschland, diesem ihm auf seinen Reisen trotz der deutschen Muttersprache so fremd bleibenden Land. Zugleich dokumentieren diese Briefe auch den Lebensweg der Künstlerin Gisele Celan-Lestrange; sie zeichnen ihre künstlerische Entwicklung von den Anfängen als Malerin bis hin zu ihren bedeutenden graphischen Werken und der Zusammenarbeit mit Paul Celan. Anschaulich werden aber auch die verzweifelten Phasen dieser Ehe, Celans Zusammenbrüche und Klinikeinweisungen, die sich erneuernden Hoffnungen und die bis zum Schluss trotz aller Trennungen gemeinsam getragene Sorge um den Sohn Eric.

09.10.2001

Freundschaft dreier Nachtgewiegten
Die Substanz des Humanen: Der Briefwechsel zwischen Paul Celan und Hanne und Hermann Lenz / Von Ernst Osterkamp

Hier waren zwei, denen Paul Celan vertrauen konnte. Er muß dies gleich bei der ersten Begegnung gespürt haben. Am 7. April 1954 war er zu einer Lesung nach Stuttgart gekommen und hatte dort, weil man ein Hotelzimmer zu bestellen vergessen hatte, den ihm noch persönlich unbekannten Hermann Lenz, den Sekretär des Süddeutschen Schriftstellerverbands, in seinem Büro aufgesucht, um ihn zu fragen, ob er bei ihm übernachten könne. Dies war zwar wohl auf Rat von Alfred Günther geschehen, der als Lektor der Deutschen Verlags-Anstalt sowohl Celans erstes Buch "Mohn und Gedächtnis" (1952) als auch die Bücher von Hermann Lenz betreute, und doch hätte Celan die Nähe des Erzählers nicht gesucht, wenn er dessen Welt nicht zuvor als Leser nahegekommen wäre.

Tatsächlich hatte ihn ein gemeinsamer Freund, der nach Paris emigrierte Dichter und Übersetzer Friedrich Hagen, auf die Bücher Lenz' aufmerksam gemacht: die 1947 erschienene Erzählung "Das stille Haus", in der Lenz sich das Wien der …

mehr

22.06.2001

Ostsehnsucht
Paul Celans Briefwechsel mit Erich Einhorn
Eine Brieffreundschaft im Kalten Krieg, zwischen West und Ost. Sie beginnt mit einem Schreiben Paul Celans aus Paris vom 24. April 1962. Adressat ist sein Jugendfreund Erich Einhorn, dem er 1944 das letzte Mal geschrieben hat, um ihm mitzuteilen, dass seine, Celans Eltern, „von den Deutschen erschossen” worden sind. Jetzt versucht der Dichter, an die einstige Freundschaft anzuknüpfen und schreibt Einhorn – nach Moskau. Was mag ihn dazu bewogen haben? Wollte er eine aus den Jugendtagen vertraute Stimme hören?
Wie Celan, so stammte auch Einhorn aus Czernowitz in der Bukowina. Beide waren sie während des Zweiten Weltkriegs wie andere ihrer Generation in die Welt hinausgeschleudert worden und lebten im Exil oder besser: in zwei unterschiedlichen, hermetisch gegeneinander abgeriegelten Welthälften. Celan war in seiner westlichen Hemisphäre längst berühmt geworden. Trotzdem blieb er ein von den Schlägen der Geschichte tief versehrter Mensch. Als er 1962 den ersten Brief nach Moskau sandte, litt er unter den abstrusen, auch antisemitisch getönten Plagiatsvorwürfen, die ihm in Westdeutschland …

mehr

Perlentaucher-Notiz zur SDZ-Rezension

20.04.2001

Nach Kurt Oesterle kann dieser Band ein wenig dazu beitragen, Gisele Celan von dem Vorwurf zu entlasten, sie habe Paul Celan gerade dann allein gelassen, als er sich in einer Krise befunden hat. Denn nach Ansicht des Rezensenten kann jeder Leser, der "nicht einäugig hinsieht", hier erkennen, dass Gisele Celan und ihr Sohn nur knapp einer Katastrophe entkommen sind, als Paul Celan im Wahn androhte, das "Opfer Abrahams" zu wiederholen. Gleichzeitig wird nach Oesterle in diesen Briefen deutlich, "wie weit Gisele Celan in ihrer Selbstunterdrückung ging", etwa was die Zeit betrifft, in der Celan seine Liebesbeziehung zu Ingeborg Bachmann wieder aufnahm. Dieses Thema selbst wird jedoch, so der Rezensent, in den Briefen kaum angesprochen, obwohl es Anlass war "für schwersten Streit". Was Gisele Celan wirklich bewegt hat - darüber geben die Briefe nach Oesterle nur wenig Auskunft. Ihre wirklichen Gefühle habe sie vielmehr in ihrem Tagebuch niedergeschrieben. Doch dieses ist, so der Rezensent, bisher unveröffentlicht.

© Perlentaucher Medien GmbH

Autorenporträt zu "Paul Celan; Gisele Celan-Lestrange"

Paul Celan, geboren 1920 in Czernowitz in der Bukowina, entkam durch Flucht dem Holocaust und lebte seit 1948 in Paris. 1960 erhielt er den Georg-Büchner-Preis für sein lyrisches Werk und seine meisterhaften Übersetzungen.1970 wählte er den Freitod.

nach oben

Spezialshops bei buecher.de

Bücher:



NEU: Autorenwelt