Briefe einer Freundschaft - Bachmann, Ingeborg; Henze, Hans W.

Ingeborg Bachmann Hans W. Henze 

Briefe einer Freundschaft

Hrsg. v. Hans Höller. Vorw. v. Hans W. Henze

Broschiertes Buch
 
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Briefe einer Freundschaft

»Mir ist völlig klar, daß die Freundschaft mit Dir die wichtigste menschliche Beziehung ist, die ich habe, und das soll auch so bleiben. Ich habe immer an Dich geglaubt, und an Dich werde ich immer glauben bis ans Ende meines Lebens. Und wo und wann sich unsere Wege auch immer kreuzen werden, es wird ein Fest sein.« Ingeborg Bachmann an Hans Werner Henze»Ein Briefwechsel, in dem man Ingeborg Bachmann, der auf Erden nicht zu helfen war, so nahe kommt wie nie zuvor und dabei zugleich stets die ungeheure Entfernung ermißt, die uns von ihr trennt.«Die Zeit


Produktinformation

  • Verlag: Piper
  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 537 S. m. 8 Faks.
  • Seitenzahl: 537
  • Serie Piper Bd.4713
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 120mm x 30mm
  • Gewicht: 439g
  • ISBN-13: 9783492247139
  • ISBN-10: 349224713X
  • Best.Nr.: 20769701
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 19.02.2005

Hungrig nach Schönheit
Die Briefe von Ingeborg Bachmann und Hans Werner Henze

Sie könne, so hat Ingeborg Bachmann im Juni 1973, wenige Monate vor ihrem Tod, gesagt, ohne Musik nicht leben: "Für mich ist Musik größer als alles, was es gibt an Ausdruck. Dort haben die Menschen das erreicht, was wir durch Worte und durch Bilder nicht erreichen können." Deshalb sei die Begegnung mit Hans Werner Henze für sie so wichtig gewesen, denn erst durch ihn habe sie "wirklich Musik verstanden". Allerdings: "Es war eine gegenseitige Faszination und Anziehung, in dem Fall hat sich wirklich ein Komponist mit einem Schriftsteller getroffen."

Die künstlerischen Ergebnisse dieser wechselseitigen Faszinationsgeschichte sind berühmt: Hans Werner Henzes Opern "Der Prinz von Homburg" (1960) und "Der junge Lord" (1964) auf Libretti von Ingeborg Bachmann. Aber das ist nur die öffentliche Seite dieser Geschichte; die bisher verborgene wird jetzt erst sichtbar durch die Veröffentlichung des rund zwei Jahrzehnte umspannenden Briefwechsels zwischen Hans Werner Henze und Ingeborg Bachmann, herausgegeben und umsichtig kommentiert von Hans Höller. Es ist die …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Es ist, als treibe eine geradezu wütende Sehnsucht nach Schönheit das Fräulein aus Klagenfurt und den jungen Herrn aus Bielefeld zusammen", schwelgt Rezensent Ernst Osterkamp im Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Hans Werner Henze. Diese Briefe sieht er außerdem von einem tiefromantischen Vertrauen in die Gegenkraft von Kunst regiert. Beides ist für den Rezensenten Ausdruck einer "glanzvollen Zerfallenheit" mit der restaurativen Atmosphäre der jungen Bundesrepublik. "La Germania e brutta" zitiert Osterkamp einen "Cantus Firmus" der Briefe. Besonders aus Henzes Briefen sieht er mit "ehrfurchtgebietendem Furor" ästhetische und politische Abscheu für Deutschland steigen. Nicht ohne Rührung verfolgt der Rezensent diese beiden großen Künstlern auf ihrem, von ihm als "sehr deutsch" empfundenen Weg, Antifaschismus und Antimilitarismus die Gestalt einer künstlerischen Schönheitssuche zu geben. Immer wieder staunt er, wie selten der Abscheu gegen Deutschland politisch konkret wird. Oft erheiternd findet er den mutig schwadronierenden und mondänen Ton der fünfziger Jahre, der ihm aus den Briefen entgegen schlägt. Bewunderung zollt er besonders Henze, der diese Briefe ohne Schonung für sich selbst ungekürzt zur Verfügung gestellt hat.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 05.10.2004

Veramente todschick
Davor müsste ein großes Als-Ob stehen: Der Briefwechsel des kuriosen Freundespaars Ingeborg Bachmann und Hans Werner Henze sublimiert die Caprilaune der frühen Bundesrepublik nur geringfügig
Schriftstellern, so bekannte Thomas Mann, falle das Schreiben schwerer als anderen Menschen. Nichts quäle den Dichter mehr als die Form, schrieb Ingeborg Bachmann unter Berufung auf Giuseppe Ungaretti. Dieser hatte seine Dichtungen unter dem Titel „Leben eines Mannes” gesammelt, mehr Biographie sollte nicht sein. Die Gedichte nannte er „seine formalen Qualen”, weil er von der Form verlangte, „dass sie den Veränderungen seines Sinns, seines Gemüts entspreche”. In der Mitteilung ihrer Gefühle sind Dichter oft wortkarg bis zum Verstummen.
So auch Ingeborg Bachmann, die nach einem kurzen Leben, das ihr zur Qual geworden war, im Jahr 1973 an den Folgen eines Zimmerbrands ums Leben kam. Ihr Nachlass war lange gesperrt. Die Öffnung der Archive lieferte bisher keine sensationellen Funde. Das könnte auch für ihren Briefverkehr gelten, aus dem jetzt erstmals eine größere Korrespondenz veröffentlicht wurde. Der Briefwechsel mit …

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Ingeborg Bachmann, geb. 1926 in Klagenfurt, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen der deutschsprachigen Nachkriegsgeneration. Ihr Werk umfaßt Romane, Kurzprosa und Lyrik, aber auch Übersetzungen aus dem Italienischen. 1964 wurde ihr der Georg-Büchner-Preis verliehen. Sie starb 1973 in Rom.

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