Vertritt Bullinger mit seiner Ablehnung der Polygamie denselben
Rigorismus wie die von ihm bekämpften Täufer? Dies ist nur eine der
heiklen Fragen, die zur Diskussion stehen. 1543 tritt Bullinger
erstmals in Kontakt mit Anhängern der Reformation in Venedig
(Altieri) und Siebenbürgen (Honter). Nach längerer Unterbrechung
kommt auch das Gespräch mit dem Straßburger Reformator Martin Bucer
wieder in Gang, dessen Mitwirkung an der Reformation im Erzbistum
Köln Thema zahlreicher Briefe ist. Breiten Raum nehmen auch die
Nachrichten über den Aufenthalt des Kaisers in Deutschland und
seinen Feldzug am Niederrhein ein. Luthers gereizte Reaktion auf
die Zusendung einer neuen Zürcher Bibelübersetzung löst wachsende
Sorgen um die Einheit der Protestanten aus.
Christian Moser, Dr. theol. , lic. phil. , Jahrgang 1976, ist Oberassistent am Institut für Schweizerische Reformationsgeschichte der Universität Zürich. Alexandra Kess, PH. D. , Jahrgang 1975, ist seit 2004 Mitarbeiterin bei der Heinrich-Bullinger-Briefwechsel-Edition am Institut für Schweizerische Reformationsgeschichte der Universität Zürich. Rainer Henrich, Jahrgang 1955, ist Theologe und war von 1986 bis 2009 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Heinrich-Bullinger-Briefwechsel-Edition. Seit Juni 2009 ist er Bearbeiter des Projekts zur Erschliessung des Briefwechsels von Oswald Myconius. \x0D\x0A\x0D\x0A Der Zürcher Reformator Heinrich Bullinger (1504-1575), Nachfolger Huldrych Zwinglis, gehört zu den bedeutenden historischen Persönlichkeiten des 16. Jahrhunderts. Durch seine breitgefächerte schriftstellerische Tätigkeit übte er grossen Einfluss aus und hat vielerorts zur Durchführung oder Konsolidierung der Reformation beigetragen.
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